Meine Reisen durch Europa

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Ich lebe sehr gerne in Deutschland und somit in Europa. Ich mag die kurzen Wege in diesem Land und in dieser Region. Was mir auch gefällt: Obwohl wir vielerorts die gleiche Währung haben, sind die europäischen Länder so vielfältig und unterschiedlich: Die Kultur in Frankreich ist anders als die in Deutschland, die Architektur in Spanien unterscheidet sich von der in Belgien. Und ich mag auch die vielen unterschiedlichen Sprachen, die hier gesprochen werden. Europa ist wunderbar. Zu den Orten in der Karte findet ihr Artikel in diesem Blog. Die Europa-Karte wird natürlich ständig aktualisiert.

    Übrigens wird es bald mehr Artikel geben zu Bayreuth, Dortmund und London.

    Warum Ihr auf keinen Fall über einen Feiertag nach Prag fahren solltet

    Eine erste Vorstellung davon, dass Prag an Ostern überlaufen sein könnte, bekam ich zwei Tage vor dem Hinflug. Denn als wir für den Flug einchecken wollten, waren noch genau vier Plätze frei. Die nächste Überraschung kam am Flughafen: Sehr viele Mitreisende waren sehr jung. Eine kleine Gruppe Männer, fast noch Jungs, brüstete sich damit, bereits zum dritten Mal nach Prag zu fahren. Dort könne man genau so gut feiern wie am Ballermann und in Cancun in Mexiko. Zur Bekräftigung groß sich jeder einen Schluck Jägermeister mit Cola in den Rachen. Den jungen Damen neben sich sagten sie, sie sollten besser mit dem Taxi vom Flughafen in die Stadt fahren. Sie hätten das mit dem Bus mehrfach versucht und sich immer verfahren. Da das bei uns kurz später problemlos klappt, würde ich den jungen Herren raten, weniger Alkohol zum Frühstück zu trinken. Das gesparte Taxigeld könnte man dann zu einer späteren Tageszeit in Hochprozentiges anlegen.

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    Museum: The Story of Berlin

    Ich zögere, die Glastür zur Passage am Kurfürstendamm in Berlin zu öffnen: Dunkel sieht das Gebäude aus und leer. Fast erwarte ich, dass die Türen geschlossen sind, doch die roten Fußspuren auf dem Boden weisen mir den Weg hinein. Außerdem hatte ich vorher im Internet nachgesehen: Das Museum The Story of Berlin hat montags bis 20 Uhr geöffnet. Ich trete also ein, folgen den Wegweisern auf dem Boden, und komme genau richtig zur Bunkerführung, die einmal in der Stunde stattfindet: Im Gebäude, unten beim Parkhaus, ist nämlich der Eingang zu einem von vier Atomschutzbunkern in der Stadt. Die Führung dort ist im Eintrittspreis enthalten.

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    Meine 13 Tipps für Prag

    Es ist 28 Jahre her, dass ich zuletzt in Prag war. Damals gab es noch eine Tschechoslowakei, und die Zugfahrt von Baden-Württemberg dorthin dauerte ewig. Heute ist man mit dem Flieger in 50 Minuten von Köln kommend in der Hauptstadt der tschechischen Republik. Und mit der Ankunft hängen schon meine drei ersten Tipps zusammen:

    1. Ihr müsst Euch nicht in die langen Schlangen an den Geldautomaten und Wechselstuben innerhalb der Ankunftszone stellen. Im Flughafen, aber außerhalb dieser Zone, gibt es auch Geldautomaten, beispielsweise von der tschechischen Sparkasse. Dort zieht kaum einer Geld, obwohl der Wechselkurs etwas günstiger ist.
    2. Am Bahnhof kann man eine Prag Karte https://www.praguecard.com/index.php?lang=de kaufen. Mit ihr fährt man kostenlos in die Stadt und bekommt Eintritt in viele Museen umsonst oder verbilligt. Sie lohnt sich allerdings nur, wenn man wirklich viel sehen möchte. Sinnvoll ist es darum, sich vor dem Abflug auf der Seite zu informieren, was man mit der Karte alles machen kann.
    3. Es fährt ein Airport Express Bus zum Hauptbahnhof. Oder man nimmt einen Bus, der zur Metrostation der Linie A oder B fährt, und kommt von dort weiter ins Zentrum. Ein Taxi zumindest kann man sich sparen.

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    Mal anders übernachten: Im 1. Deutschen Kartoffelhotel im Wendland

    Säcke mit Kartoffeln stehen im Flur, nach dem Abendessen gibt’s einen Schnaps, serviert in einer ausgehöhlten Kartoffel, und die Zimmer heißen Java oder Spunta, also so, wie Kartoffelsorten. Nomen est Omen in diesem Hotel in Lübeln im Wendland, denn hier steht als Teil des Rundlingsdorfes das 1. Deutsche Kartoffelhotel. Olaf Stehr ist der Geschäftsführer, und er erzählt mir die Geschichte des Hotels: Seine Eltern hatten in den 1970ern ein kleines Hotel auf dem Land eröffnet. Dort gab es viele Pferde, doch in einem Jahr gab es nur wenig Heu als Futter. Seine Mutter hatte die Idee, Landwirte einzuladen, und ihnen zu ermöglichen, mit Naturalien zu bezahlen: Hafer, Heu, Kartoffeln. Da der Kartoffelpreis recht niedrig angesetzt war, hatte man plötzlich einen Berg Kartoffeln auf dem Hof. Weil Pferde keine Kartoffeln essen, musste man sich überlegen, was man mit diesem Berg anfängt. Stehrs Mutter experimentierte mit der Knolle, die zu dieser Zeit in Deutschland populär wurde. Und weil sie im sandigen Boden des Wendlands besonders gut gedeiht, kam die Familie vor etwa 30 Jahren auf die Idee, ein Kartoffelhotel zu eröffnen.

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    Die 6 größten Fehler beim Reisen

    Es gibt viele Arten, zu reisen. Ich möchte nicht behaupten, die eine Art sei richtig, die andere sei falsch. Vielmehr kommt es bei jedem darauf an, was für ihn persönlich die beste Art ist. Das hängt auch von den persönlichen Umständen ab: Eine Familie mit kleinen Kindern wird anders verreisen als ein Single. Wer lieber Party feiert, anders als ein Kultur- und Geschichtsfreund. Unabhängig davon wie man reist, kann man meines Erachtens trotzdem die gleichen Fehler machen:

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    Kölner Weinwoche

    Wein und Brot

    Wein und Brot

    Warum es in Köln jährlich im Frühsommer einen Weinmarkt gibt, verstehe ich zwar nicht. Aber es ist so: Ende Mai stehen auf dem Heumarkt Büdchen von Winzern, meistens kommen sie von der Mosel oder aus dem Rheingau und Rheinhessen. Die so genannte Kölner Weinwoche geht über 14 Tage, und das schon seit sehr vielen Jahren.

    Von außen sieht es regelmäßig so aus, als ob es kein Durchkommen gäbe, doch wer den äußeren Besucherring durchbrochen hat, kann sich meistens recht unbedrängt zwischen den Buden bewegen. Nur einen Sitzplatz bekommt man spontan eher nicht – außer man ist sehr früh unterwegs.

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    PhilCologne: Sinnieren über das Leben

    Eintrittskarte zur Phil.Cologne

    Eintrittskarte zur Phil.Cologne

    Manche Themen beschäftigen uns immer wieder, doch wir können keine befriedigende Lösung für den Umgang damit finden. „Was ist Zeit?“ beispielsweise ist eine Frage, die ganz vielfältige Antworten zulässt. Ebenso ist der Umgang mit dem Tod sehr individuell und auch Gerechtigkeit ist vielfach auslegbar. Unterschiedliche Gesichtsweisen lernt kennen, wer zu diesen und vielen anderen Themen die jährlich stattfindende Phil.Cologne besucht. Sie wird 2016 zum vierten Mal stattfinden. Und sie genau der richtige Platz, um über Themen nachzudenken, zu denen man selten spontan Stellung beziehen kann.

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    Wochenende im Wendland

    Ich gebe es offen zu: Bis vor einigen Wochen hatte ich keine Ahnung, wo das Wendland eigentlich liegt. Heute weiß ich, es ist eine sehr dünn besiedelte Region in Niedersachsen, im Grenzland zwischen den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Kilometerweit kann man hier über die Felder schauen, ohne Häuser zu sehen. Dafür gibt es Schweine, Schafe, Kühe und Pferde. Jenseits der Landstraßen durchquert man auf einspurigen Straßen ab und zu kleine Orte. Sie heißen Tolstefanz, Quarstedt oder Rehlbeck. Irgendwann erreicht man so Bleckede und kann von dort zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Auto die Elbtalaue auf beiden Seiten des Flusses erkunden. Bis Schnackenburg zieht sich das Biosphärenreservat, und so gibt es an beiden Elbufern viel Natur zu sehen, aber auch Museen und Erinnerungsstücke, die die deutsch-deutsche Geschichte erzählen. Mehr über unseren Ausflug in die Elbtalaue lest Ihr auf den Seiten des Kartoffel-Hotels.

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    Stippvisite in Hildesheim

    Gerade als ich denke, Hildesheim sei einer der wenigen Orte, in denen es überhaupt nichts Schönes gibt, komme ich auf den Rathausplatz. Dort habe ich den Wow-Effekt, denn rund um diesen Platz stehen Fachwerkhäuser, schön restauriert, nach dem Krieg wiederaufgebaut. Doch auch wenn dieser Platz ein echter Blickfang ist, so kann er doch nicht vertuschen, was man als Tourist sonst so in der Innenstadt sieht: Leerstand. Überall. Wo früher ein Restaurant war, ein Nagelstudio, ein Friseur, ein Tabakladen – überall hängen Schilder „Zu vermieten/zu verpachten“. Ich habe das auf Instagram mit einem Foto thematisiert, und Kommentare von henna_hildesheim und Traumwaffel bekommen. Beide stimmten mir zu, monierten aber auch, dass die Mietpreise trotzdem für viele Unternehmen noch zu hoch seien, und darum der Leerstand nicht weniger werde. Hildesheim müsse dringend etwas tun, lautete ihre Forderung. Obwohl ich nur als Tourist wenige Stunden dort war, finde ich das auch. Einbeck beispielsweise schafft es, den Leerstand ganz gut zu vertuschen, vielleicht könnte das Konzept dieser ebenfalls niedersächsischen Stadt auch für Hildesheim passen.

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    Mit der Fähre nach Newcastle upon Tyne

    Ich bin sicher, dass ich diese Nacht nicht überleben werde. In meinem Bett kann ich kaum ruhig liegen, gehe ich auf die Toilette muss ich mich festhalten. Ich schaue auf den Flur und höre dort, wie die Wellen im Ärmelkanal mit voller Wucht gegen die Bordwand schlagen. Die Fähre der DFDS schlingert für meinen Begriff ganz schrecklich, und ich habe Angst, dass wir untergehen werden.

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