Ein Nachmittag in Münster

Wer derzeit in Münster am Bahnhof aussteigt, wird sich eventuell wundern: Der Hauptbahnhof wird nämlich komplett umgebaut. Für die Reisenden bedeutet das: Sie müssen den Hinterausgang nehmen und dann an Containern mit Bahnhofsläden vorbei durch eine Unterführung auf die andere Seite gehen. Das ist zwar von der Strecke her kein Problem, wenn man nicht gerade ganz schweres Gepäck bei sich hat oder schlecht zu Fuß ist, aber man muss dafür ein bisschen Zeit einplanen. Besonders dann, wenn man von Münster wieder losfährt, denn einen kleinen Umweg muss man schon machen, wenn man aus der Innenstadt kommt.

Bahnhof Münster
Bahnhof Münster

Und genau dorthin führte mich an einem Freitagnachmittag mein Weg, als ich auf Durchreise in der Stadt war. Am nächsten Morgen wollte ich von Münster aus nämlich weiter gen Norden fahren. Doch was kann man tun, wenn man nur wenige Stunden in der Stadt hat, und eigentlich alle Sehenswürdigkeiten schon geschlossen sind? Ich lief Richtung Altstadt, und zwar durch die Fußgängerzone. In Münster kann man nämlich ganz gut einkaufen. Aber das war nicht mein Ziel. Ich hatte vielmehr Hunger und war auf der Suche nach einem netten Café. Dabei kam ich über den Prinzipalmarkt. Und wie jedes Mal wenn ich dort bin, habe ich über die schönen Patrizierhäuser mit ihren geschmückten Giebeln gestaunt. Sie sind bei jedem Besuch mein Highlight, und ich kann gar nicht aufhören, von ihnen Fotos zu machen.

Entspannung im Gottesdienst

Am Ende des Prinzipalmarkts ist die Lambertikirche. Als ich vorbeiging, wurde drinnen gesungen. Ich habe mich für einige Minuten in die Kirchenbank gesetzt und dem Gottesdienst gelauscht. Interessant fand ich, dass die Messe recht gut besucht war. Junge und Alte saßen und knieten nebeneinander, und es kamen immer mehr Besucher zum Gottesdienst. Wieder auf der Straße stand ich kurz vor dem Stadtmodell. Damit sollen Blinde in der Lage sein, die Kontur der Stadt zu be-greifen. Direkt gegenüber ist ein kleiner Italiener. Ich bestellte dort einen Salat und eine Calzone. Der Salat war leider nicht besonders gut: Zu viele Salatblätter waren schon ziemlich fies, so dass ich das Meiste stehen ließ. Ich beschwerte mich, als ich bezahlte, und ohne einen Kommentar bekam ich sofort das Geld für den Salat zurück, nachdem sich die Chefin angesehen hatte, was auf dem Teller lag.

Auf dem Rückweg ging ich einige Meter durch die Promenade, den grünen Parkstreifen, der das Zentrum umgibt. Danach hatte ich das Gefühl, das Maximale aus den wenigen Stunden herausgeholt zu haben, die mir für die Stippvisite blieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.