ABC des Kölner Karnevals für Einsteiger

Der Clown nimmt seiner Arbeit ernst.
Der Clown nimmt seiner Arbeit ernst.

Was dich hier erwartet

A

Altweiber. Der Beginn der Karnevalstage, Donnerstag. Ab 13 Uhr hat in Köln kaum ein Unternehmen noch geöffnet, ab 11.11 Uhr gibt es in vielen Firmen Kölsch, Karnevalsmusik, Berliner und Mettbrötchen. Alle sind auf den Straßen und in den Kneipen, zumindest scheint es so. Die Stadt ist voll mit verkleideten Menschen, mit Jecken. Ab dem frühen Nachmittag sind verschiedene Straßen für den Verkehr gesperrt, weil zu viele Jecken unterwegs sind. Es herrscht ein fröhlicher, bunter Ausnahmezustand in der Stadt.

Alaaf. Nicht Helau. Nie. Unter keinen Umständen.

Aschermittwoch. Ist das Gegenstück zu Altweiber, da ist nämlich alles vorbei. Auf den Bürgersteigen liegen Aschehäufchen von der Nubbelverbrennung am Vorabend. Die Zahl derer, die sich Karneval mit Bakterien und Viren angesteckt haben, steigt sprunghaft. Man isst Fisch. Und zählt die Tage bis zum Sessionsbeginn am 11.11.

B

Bauer. Gehört zum Dreigestirn.

Brings. Kölsche Rock-Band, die gerne rotkariert trägt. Macht viele schöne Lieder, auch “Superjeile Zick”.


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Bützen. Küssen. Frauen küssen Männer, auch und gerade fremde Männer. „Der Kuss“ = „Bützje“. “Bützje” sagen Männer gern zu fremden Frauen und deuten dabei mit dem Zeigefinger auf ihre Wange, um der Frau mitzuteilen, dass sie gerne geküsst werden möchten. Ein wichtiges Karnevalslied heißt: “Kölsche Mädche bütze jot” und ist von De Räuber.


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Berliner. Gibt’s speziell über Karneval in großer Auswahl. Beispielsweise gefüllt mit Eierlikör, Schoko- oder Nougatcrème. Wird dutzendweise verkauft.

Ultimativer #Berliner-Test. Wenigstens ein Hauch von #Karneval!

Ein von Bettina Blass (@kuechenzuruf) gepostetes Foto am

C

Colonia. Gerne mit Viva davor. Beliebtes Karnevalslied von den Höhnern.

D

Dom. Die schwarze Kirche neben dem Hauptbahnhof. Protagonist in vielen Karnevalsliedern. Entgegen der Legende im zweiten Weltkrieg durchaus und vielfach von Bomben getroffen worden. Zum Glück aber nicht zerstört, so dass wir heute gerne an Karneval singen: “M’r losse d’r Dom en Kölle”. Das Lied ist übrigens von den Bläck Fööss.

Dreigestirn. Regenten des Karnevalvolkes: Prinz, Bauer und Jungfrau.

E

Effzeh. Obwohl immer wieder als solcher verspottet kein Karnevalsverein, sondern eine Fußballmannschaft, die mal in der ersten, mal in der zweiten Liga spielt. Seine Fans, im Prinzip nahezu alle Kölner, halten bei jedem Spielstand zum Effzeh. Nicht nur zu Karneval tönt aus vielen Kehlen „Mir jonn met dir wenn et sinn muss durch et Fier“, die FC-Hymne der Höhner.

Einsingen. Der Kölsche singt gerne, besonders gerne in großen Gruppen. Damit jeder die neuen Karnevalssongs der Session bis zu den wilden Tagen auswendig kann, gibt es in den Monaten zuvor das Einsingen in den Karneval. Dabei wird in den Kneipen der Hit des Jahres gewählt. Wer dabei sein will, muss früh vor Ort sein und viel Wartezeit vor noch verschlossenen Kneipentüren mitbringen. Mehr Infos http://www.lossmersinge.de/

Elferrat. Hat nichts mit Fußball zu tun. Ist das Narren-Parlament.

F

Fastelovend. Karneval.

Festkomitee. Ist für den Rosenmontagszug verantwortlich und vertritt über 100 Kölner Karnevalsgesellschaften. Stellt das Dreigestirn. Dokumentiert die Geschichte des Kölner Karnevals im gleichnamigen Museum.

Fisternöllchen. Fremdgehen.

G

Glasverbot. Gibt es seit einigen Jahren an den Hotspots des Karnevals in der Stadt. Durch weniger Glasscherben soll es weniger Verletzte geben.

Geisterzug. Ein alternativer Umzug, der in der Regel am Samstagabend unterwegs und gruselig ist. Sehr sehenswert und immer in Geldnot.

H

Heumarkt. Epizentrum des Karnevals an Altweiber. Wer Angst vor Menschenmassen hat, sollte diesen Platz meiden.

Höhner. Kölsche Musikgruppe. Hat viele Karnevalshits geschrieben, unter anderem “Viva Colonia”.

I

Imi. Ist NICHT die Abkürzung für Immigrant. Vielmehr steht es für einen, der kölsch und Kölner imitiert, ein Zugezogener.

J

Jungfrau. Davon gibt es möglicherweise nach Karneval einige weniger in der Stadt. Gemeint ist hier aber die Jungfrau aus dem Dreigestirn.

#kölscherhumor #Köln #Karneval #Cologne #Ehrenfeld #körnerstr

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Jeck. Feiert Karneval.

Jecken im Kostüm
Jecken im Kostüm

K

Kamelle. Süßigkeiten, die bei den Umzügen unters Volk geworfen werden.

Kostüm. Unbedingt. Sollte nicht zu dezent sein. In der Stadt gibt es genügend Möglichkeiten, auch noch auf die Schnelle etwas zu kaufen.

Kölsch. Das hiesige Bier. Auch wenn es nicht so schmeckt: Es enthält Alkohol. Also Vorsicht! Wer in den Kneipen an Karneval etwas anderes als Kölsch bestellt, beispielsweise Sekt oder Wein, macht sich bei den Leuten hinter der Theke nicht beliebt. Kölsch ist übrigens auch die hiesige Sprache.

L

Liebe. Kann man an Karneval finden. Man hört immer wieder von verheirateten Paaren, die sich an Karneval kennengelernt haben. Ich selbst kenne auch eines!

Lieder. Sind super-wichtig. Nur, wer sie mitsingen kann, bekommt das volle Karnevalsfeeling und wird ganz akzeptiert. Die Refrains beschränken sich in der Regel auf einige wenige Worte: Rhing, Dom, Kölle. Wer sie ab und zu einwirft, wirkt also sehr authentisch. Ansonsten: Die Wochen vorher ab und zu kölsche Tön hören, dann kommt man an den wichtigen Tagen schneller rein.

M

Mitmachen. Hilft dabei, sich eine Meinung von dem Ganzen zu bilden. Ich finde die Menschen aus anderen Bundesländern, die unseren Karneval doof finden, aber nie mitgefeiert haben, ignorant bis peinlich. Mal über sich selbst lachen, die unnötige Coolness am Garderobenhaken abgeben und einfach eintauchen, ist deutlich besser. Danach kann man’s immer noch blöd finden.

N

Nubbel. Menschengroße Strohpuppe, der Sündenbock für alle Sünden, die die Narren an Karneval begehen. Er wird am Veilchendienstag um Mitternacht auf den Straßen verbrannt, damit ist jeder Jeck seine Sünden los und die Fastenzeit kann beginnen.

O

Ölfuhrölf. Beginn des Karnevals an Altweiber. Sessionsauftakt ist übrigens am Ölftenemölften.

P

Paprikaball. Nur einer von vielen, vielen Bällen in der Karnevalszeit. Traditionell am Karnevalssamstag in der Wolkenburg.

Prinz. Der Chef im Karneval.

Petrus. Is ne Kölsche – sagt man, wenn an Karneval wie so oft das Wetter gut ist.

Q

Quarkbällchen. Wie Berliner sehr beliebt in der Karnevalszeit.

R

Rosenmontag. Zusammen mit Altweiber der wichtigste Tag im Karneval – mit Umzug.

Rote Funken. Eine von sehr vielen Karnevalsgesellschaften in Köln. Ihre Uniformen sind rot und weiß, rut un wies – die kölschen Stadtfarben. „Rut un wies – wie lieb ich dich!“ ist übrigens ein Lied von den Bläck Fööss.

Rhing. Rhein. Der Fluß, der durch Köln fließt. Gerne besungen im Karneval, beispielsweise „Hey Kölle, du ming Stadt am Rhing“ (Höhner).

S

Schull- un Veedelszüch. Sind am Karnevalssonntag auf der Strecke des Rosenmontagszugs unterwegs. Die Teilnehmer sind Schulen, Vereine, Familien oder Stammtische.

Stunksitzung. Eine von sehr vielen Sitzungen während der Karnevalssession. Bekannt dadurch, dass sie sehr bissig ist.

Singen. Ein Muss. Ohne Singen macht Karneval nur halb so viel Spaß.

Strüßjer. Kleine Blumensträuße, die bei den Umzügen von den Teilnehmern an die Besucher übergeben werden. Manchmal werden sie auch geworfen. Das kann ins Auge gehen.

U

Umzug. D’r Zoch kütt heißt: Der Umzug nähert sich.

V

Veedelszoch. Gibt es an jedem Tag in einem anderen Stadtteil, gerne auch mehrere an einem Tag.

Veilchendienstag. Letzter Tag im Karneval.

Viva Colonia. Sehr beliebtes Karnevalslied von den Höhnern.


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W

Wasser. „Das hat nichts mit Abkacken zu tun – du kannst einfach nicht den ganzen Tag Kölsch trinken. Trink mal ein Wasser“, hörte ich Altweiber eine junge Närrin zu ihrem Begleiter sagen. Recht hat sie. Übrigens: “Dat Wasser von Kölle is jot”, singen die Bläck Fööss.


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Wieverfastelovend. Altweiber.

X

Y

Z

Zick. Gerne im Kombination mit „superjeil“ gebraucht. Zeit.

Zoch. Umzug.

Zochweg. Die Strecke des Umzugs durch die Stadt.

Zülpicher. Gerne an Karneval ab Mittag wegen der Menschenmassen gesperrt.

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