Paderborn: Entlang der Pader von der Quelle bis zum Ende

Paderborn in Miniatur
Paderborn in Miniatur

Kump. Als ich das Wort das erste Mal höre, denke ich, Karl Heinz Schäfer, Geschäftsführer bei der Tourist Information Paderborn, nicht richtig verstanden zu haben. Doch er wiederholt es noch häufiger. Mit Blick auf das, was ich bisher für einen Brunnen hielt, sagt er: „Das ist ein Kump“, und auch einen Plural gibt es von dem Wort, wie ich kurz danach lerne: „In Paderborn gab es mehrere Kümpe“. Vielleicht ist es ein regional gebrauchtes Wort, denke ich, und nehme mir vor, später, zuhause, bei Wikipedia nach dem Begriff zu suchen. Doch das wird nicht nötig sein, denn während meines Spaziergangs mit Schäfer entlang der Pader kommen wir an einem Wasserrad vorbei, dessen Technik, Wasserkunst genannt, dank transparenter Abdeckung sichtbar ist. „Hier gab es im 16. Jahrhundert bereits ein Wasserrad“, erklärt Karl Heinz Schäfer, „das durch Leitungen aus Baumstämmen Wasser in die Stadt pumpte“ – und zwar in den höchstgelegenen Liborius-Kump. Der Kump ist nämlich im Gegensatz zum Brunnen nicht einfach ein Loch, aus dem man Wasser nach oben ziehen kann, sondern ein Becken, in das Wasser von Menschenhand geleitet wurde. „Aus dem Liborius-Kump verteilte es sich dann automatisch in die tiefergelegenen Kümpe“, erklärt Schäfer. Und so hatte man über das Stadtgebiet Paderborn verteilt jederzeit eine ganze Menge Löschwasser für den Fall eines Brandes.

Landschaftsgestaltung durch den Fluss
Landschaftsgestaltung durch den Fluss

Paderborn: Wasser fördert Wirtschaft

Es hat also durchaus Vorteile, eine Stadt am Wasser zu bauen. In Paderborn wird das an vielen Stellen deutlich: Das Quellgebiet mit den 200 Quellen der Pader liegt nämlich mitten in der Stadt. Das ist heutzutage einfach nett, schließlich gibt es so Wasserflächen im Zentrum, die die Bebauung auflockern und kleine Naherholungsoasen schaffen. Erst neulich hat man begonnen, die Pader aus dem Kanalkorsett zu befreien und sie zu renaturieren. An einigen Stellen umfließt sie jetzt nach Lust und Laune Steine und bietet so den Bewohnern eine Möglichkeit, sich an warmen Tagen die Füße zu kühlen.

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Tatsächlich hat und hatte das Wasser der Pader jedoch auch wirtschaftlichen Nutzen:

  • Wo Wasser ist, kann man Bier brauen und Getreide anbauen. Kein Wunder also, dass es Paderborner Bier und Paderborner Landbrot gibt.
  • Früher gab es mehr als 20 Mühlen, die mit der Wasserkraft der Pader Getreide gemahlen haben. Heute ist noch eine davon übrig.
  • Früher wurde in der Pader die Wäsche gewaschen – und gleichzeitig war sie der Ort, an dem man sich über die Neuigkeiten in der Stadt austauschte. Heute erinnert daran eine Figurengruppe.
  • Seit 2014 wird die Pader innovativ genutzt: An der Stümpelschen Mühle erzeugt man damit Strom.
  • Freizeitangebote locken Touristen: Entlang der Pader lässt sich wunderbar wandern: Es sind Strecken zwischen etwa vier und zwölf Kilometern möglich, je nachdem, wie fit man ist. Der Wanderweg ist vom Deutschen Wanderverband zertifiziert, und es gibt ein Buch (Werbe-Link) dazu, das die einzelnen Stationen beschreibt.

Paderborn: Der Verlauf der Pader

Wassergraben ums Schloss
Wassergraben ums Schloss

Von den Quellen fließen die Paderarme durch die Stadt und dann zusammen zum eigentlich Fluss, der nur 4,5 Kilometer lang ist. Er zieht sich durch die Paderwiesen, am Heinz Nixdorf Museumsforum vorbei zum Padersee und weiter bis in den Graben rund um Schloss Neuhaus. Um die Ecke des Schlosses fließt er dann mit der Lippe zusammen. Der Zusammenfluss selbst zeigt, dass die beiden Flüsse ungleicher kaum sein könnten: Während das Wasser der Lippe so gemächlich daher plätschert, dass es fast zu stehen scheint, kommt die Pader nahezu brodelnd hineingeschossen.

Was man in Paderborn noch sehen sollte

Das Zentrum von Paderborn sieht alt aus. Das ist im Prinzip kein Wunder, denn die Stadt gibt es seit 1200 Jahren. Allerdings wurde sie im zweiten Weltkrieg zu gut 80 Prozent zerstört, doch man hat sie wieder aufgebaut. Heute sind in der Innenstadt gut 20 historische Bauwerke erhalten, dazu gehören beispielsweise das Rathaus, der Dom und die barocke Jesuitenkirche mit dem rekonstruierten Hochaltar. Dazu kam neue Architektur wie das Diözesanmuseum, das jährlich gut 60.000 Besucher mit seinen Ausstellungen anlockt. Geplant wurde es vom Kölner Architekten Gottfried Böhm, der in Köln die Kirche Christi Auferstehung in Lindenthal und die Moschee in Ehrenfeld geplant hat.

Direkt daneben ist der Paderborner Dom, in dessen Kreuzgang sich das Drei-Hasen-Fenster, das Wahrzeichen der Stadt befindet. Die Zahl der Ohren ist irritierend, denn eigentlich sollte man sechs davon sehen, doch obwohl es nur die Hälfte ist, scheint keines zu fehlen. Wem das zu viel Geschichte und Kultur ist: In Paderborn kann man ganz gut einkaufen. Und nicht weit entfernt von der Stadt steht außerdem die Wewelsburg, einzige geschlossene Dreiecksburg in Deutschland. Dort ist ein spannendes Geschichtsmuseum und ein NS-Dokumentationszentrum untergebracht.

Als Journalistin halte ich mich an den Pressekodex des Presserats. Ich war entlang der Pader während der #TeutoBloggerWG von Teutoburger Wald Tourismus. Die Kosten für die Anreise, die Unterbringung, Verpflegung und die Führung wurden vom Veranstalter und seinen Kooperationspartnern getragen.

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