Friesenplatz in Köln – empfohlen von Baden-Württemberger*innen

Friesenplatz Köln – Nett hier!

Zugegeben: Das Foto des Aufklebers „Nett hier – aber waren Sie schon einmal in Baden-Württemberg“ ist schon etwas älter. Kölner*innen wissen, dass der Friesenplatz nicht mehr so aussieht, wie im Hintergrund des Laternenpfostens zu erahnen ist. Heute steht an dieser Stelle nämlich ein modernes Geschäftshaus mit großen Fenstern. Im Erdgeschoss ist eine Burgerkette.

Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Davon abgesehen haben die Baden-Württemberger*innen, die den Aufkleber dort um das Jahr 2016 angebracht haben, in der Tat einen Ort ausgewählt, der für Tourist*innen interessant ist. Denn zumindest an Wochenenden steppt „auf den Ringen“, wie das in Köln heißt, der Bär. Dort sind viele Restaurants – wie zum Beispiel das Spencer & Hill, Bars, Kinos, Büdchen und Clubs. Kölner*innen trifft man dort allerdings eher wenige – die feiern oft eher in der Zülpicher Straße, in Ehrenfeld oder im benachbarten Friesenviertel. Auf den Ringen sind viele Besucher*innen aus dem Umland unterwegs.

Was den Friesenplatz nicht nur für Baden-Württemberger*innen attraktiv macht

Auch tagsüber sind die Ringe rechts und links vom Friesenplatz einen Bummel wert. Hier gibt es Geschäfte mit Dekoartikeln, eine Grünanlage und die Möglichkeit, gemütlich einen Kaffee zu trinken. Dieser Teil der Stadt gehört noch zur Altstadt-Nord. Außerdem ist man natürlich schnell in den Fußgängerzonen. In der Nähe des Friesenviertels sind außerdem mindestens zwei Hotels, die ich ganz nett finde: Das Ruby Ella, das auch sehr gutes Frühstück hat, und das 25hours. In diesem Gebäude ist oben eine Bar mit Domblick.

Geht man vom Friesenplatz Richtung Rudolfplatz, kommt man außerdem an einem besonderen Kunstwerk im öffentlichen Raum vorbei. Zwar sieht es auf den ersten Blick aus wie ein Betonklotz. Tatsächlich kann man aber die Form eines Autos erahnen. Die Skulptur heißt „Ruhender Verkehr“ und ist von Wolf Vostell aus dem Jahr 1969. Unter der grauen Hülle ist übrigens ein echter Opel Kapitän, der zumindest noch fahrtüchtig war, als er einbetoniert wurde.

Rund um Friesenplatz trifft man sich auch gerne nach internationalen Fußballspielen, um den Gewinn eines Teams zu feiern. Außerdem zieht hier der Marathon vorbei, der CSD und auch der Rosenmontagszug.

Probleme am Friesenplatz

Der Friesenplatz in Köln ist aber nicht unproblematisch. Darum ist er ist zusammen mit den Ringen Waffenverbotszone. Dort dürfen also beispielsweise keine Schusswaffen und Messer mitgeführt werden. Ich finde es zwar traurig, dass das überhaupt so festgelegt werden muss – aber grundlos ist die Zone nicht eingerichtet worden. Außerdem gibt es rund um den Friesenplatz seit vielen Jahren eine Drogenszene. Dabei geht es um Alkohol – aber auch um illegale Drogen. Zusätzlich sitzen und liegen in diesem Teil der Stadt viele Menschen auf dem Bürgersteig. Manche schlagen dort ihr Nachtlager auf, andere fragen nach Geld.

Was sich am Friesenplatz tut

Trotzdem wird in den Friesenplatz weiterhin investiert. So soll eines der Eckhäuser bis 2026 durch ein modernes Büro- und Geschäftshaus mit Photovoltaik und begrünten Terrassen ersetzt werden. Außerdem will die Stadt die U-Bahn-Haltestelle umbauen.

Was du über die „Nett hier“-Aufkleber wissen musst

Die gelben, ovalen Aufkleber mit dem Spruch „Nett hier, aber waren Sie schon einmal in Baden-Württemberg?“ sind vom Referat Landesmarketing und Veranstaltungen des Staatsministeriums in Baden-Württemberg. Wie alle Sticker, die in Innenstädten kleben, sind sie erst einmal eine Form der Umweltverschmutzung. Gleichzeitig sind sie ein Zeichen dafür, dass bereits Baden-Württemberger hier waren. Und sie machen darauf aufmerksam, dass man im Umfeld des Stickers etwas Spannendes sehen kann, hier eben den Friesenplatz mit den Ringen.

„Nett hier“-Aufkleber habe ich beispielsweise auch schon in Kopenhagen und Oslo gesehen. Die neueren tragen nur noch den Aufdruck „The Länd“ und haben die Form des Bundeslandes Baden-Württemberg.

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