Kreuzfahrt: Mein erstes Mal auf der Aida

Unsere Kabine auf der Aida
Unsere Kabine auf der Aida

Zugegeben, ich war etwas nervös, als ich morgens, kurz nach 7 Uhr, an Bord der Aida prima in Dubai ging: Wie würde es mir gefallen? Oder besser gesagt: Würde es mir gefallen? Ich hatte im Voraus so viele unterschiedliche Dinge gehört: Da ist Timo, der bevorzugt mit der Aida über die Meere fährt, ebenso ein älteres, auch sehr kreuzfahrterfahrenes Paar. Und da sind Freunde, die nie mehr auf die Aida wollen, weil: „Unterstes Niveau“. Hinzu kommen Fernsehdokumentationen, die grölende, besoffene Menschen an Bord zeigen und Menschenmassen am Buffet. Kein Wunder also, dass ich etwas aufgeregt war.

Da ich im Laufe der Woche an Bord immer und immer wieder von anderen Gästen und Mitarbeitern gefragt wurde, was mir an der Aida besser und was nicht ganz so gut gefallen hat wie bei der Royal Caribbean oder der MSC, dachte ich, schreib ich’s doch einfach mal auf:

Die drei wesentlichen Unterschiede auf der Aida

Es gibt drei Dinge, die mir bei der Kreuzfahrt auf der Aida prima vom ersten Moment an sehr anders waren als auf anderen Schiffen:

  1. Es sind viel mehr Deutsche an Bord und Bordsprache ist deutsch. Das finden viele toll, vor allem die, die kein Englisch sprechen. Um ehrlich zu sein: Mich nervt es eher. Denn so verstehe ich ganz sicher so ziemlich alles, was um mich herum gesprochen wird. Und das muss ich im Urlaub nicht immer haben.
  2. Das Design ist bei der Aida prima ein absoluter Pluspunkt. Es ist modern, ohne unnötige Gold- und Plüschdekorationen. Und es gibt keine hässliche Swarovski-Treppe mitten im Schiff. Ein deutlicher Pluspunkt.
  3. Einen sehr großen Unterschied gibt es beim Essen: Auf der MSC und der Royal Caribbean ist es üblich, dass man zu einer festen Zeit an einem festgelegten Tisch neben Zufallsnachbarn sein Menü am Tisch serviert bekommt. Wer das nicht will, geht ins Buffetrestaurant. Auf der Aida ist das Buffetrestaurant Standard. Wer das nicht will, kann sich in Restaurants einen Tisch reservieren. In manchen Restaurants zahlt man dann extra fürs Essen, in anderen nur für die Getränke. Diese Variante mag ich deutlich lieber, denn so kann ich sitzen wo ich will, ich muss den Abend nicht mit langweiligen oder dummen Menschen verbringen und ich gehe Essen, wenn ich Hunger habe, und nicht, wenn der Plan es vorsieht. Hinzu kommt: Das Essen auf der Aida ist wirklich sehr gut. Es gibt viele Buffetrestaurants, die sich beim Angebot unterscheiden, so ist für jeden etwas dabei – und die Gäste verlaufen sich ganz gut. Also ein dickes Plus für die Aida.

Noch ein Unterschied: das Kulturprogramm

Ein weiterer großer Unterschied ist das Abendprogramm: Sowohl auf der MSC Splendida beziehungsweise der Royal Caribbean Serenade of the Seas gab es ein spezielles Theater. Dort wurde Ballet getanzt, Opern gesungen, es gab Pantomime oder Akrobatik. Auf der Aida prima ist das Theater nicht in einem abgeschlossenen Raum, sondern in der Mitte des Schiffes. Das führt erstens dazu, dass dort ein ständiges Kommen und Gehen ist, was mir persönlich nicht so gefällt. Außerdem war das Kulturprogramm dort sehr anders: Es wurden zum Beispiel Gemälde versteigert, es gab ein Beatles-Konzert oder Rock: Smoke on the Water, Friday on my Mind oder Thunder Strike erfreute das Publikum. Das war alles auch nicht schlecht. Letztlich ist es eben ein bisschen Geschmacksache, was man mag oder nicht. Am häufigsten habe ich mir das Kulturprogramm auf der MSC angesehen.

Was mir auf der Aida überhaupt nicht gefallen hat

Obwohl ich jederzeit wieder mit der Aida fahren würde, gibt es auch einige Punkte, über die ich mich zumindest gewundert habe:

  • Es gibt ein Raucherdeck. Weil aber fast überall in den Außenbereichen und selbst auf den Balkontischen Aschenbecher stehen, wurde dieses Raucherdeck kaum genutzt. Dafür war an vielen anderen Stellen Zigarettenqualm – für Nichtraucher eher unerfreulich.
  • Sowohl am Currywurststand als auch in der Magnum-Eis-Bar oder im Restaurant Casa Nova fand ich die Mitarbeiter ausgesprochen gelangweilt bis mürrisch, wenn nicht sogar unhöflich. Das habe ich so nie auf den anderen Booten erlebt. Ein Beispiel: Für das Magnum-Eis gibt es unterschiedliche Toppings: Classic, Special oder Experimental. Weil nirgendwo stand, welche Toppings in die Kategorie Experimental fallen, habe ich nachgefragt. Der Herr unterbrach mich rüde und meinte, das könne ich auf der Vorderseite sehen. Also ging ich dorthin: Da war jedoch nur ein Bruchteil der Toppings ausgestellt, den es tatsächlich gab. Also habe ich nochmals nachgefragt. Da war der Gute aber ziemlich genervt. Ich habe nach dieser Erfahrung dort kein weiteres – kostenpflichtiges – Eis bestellt. Im Casa Nova bekamen wir das falsche Getränk – kann passieren. Dafür könnte man sich aber auch entschuldigen.
  • Sehr oft fehlten Servietten auf den Tischen im Buffetrestaurant oder gebrauchtes Geschirr wurde nicht abgeräumt.
  • Genervt hat mich die Sache mit dem Cappuccino: Nicht alle Frühstücksrestaurants können den kostenpflichtigen Cappuccino machen. Bestellt ihn ein Gast, muss also eine Bedienung erst loslaufen, um ihn zu besorgen. Das ist sicherlich unbequem für das Personal. Ich habe dafür immer ein ordentliches Trinkgeld gegeben, das nicht im Verhältnis zum Preis des Cappuccinos stand. Einmal sagte mir ein Herr jedoch: Ich solle mir meinen Cappuccino doch draußen an der Bar holen. Als ich ihn dort bestellte, fuhr mich der Herr hinter Theke an, dass man erst in etwa 45 Minuten öffnen würde. So ging ich also ohne Cappuccino zurück und habe mir schließlich einen Tee gemacht. Auf den anderen Schiffen gibt es überall Cappuccino, der natürlich im Preis enthalten ist.
  • Unsere Kabine war zwar ganz hübsch, aber sehr klein. Wir hatten dafür einen riesigen Balkon. So richtig nutzen konnten wir den jedoch nicht. Ich würde zwar nie eine Kreuzfahrt ohne Balkon machen, aber er muss nicht so groß wie das Zimmer sein. Dann lieber etwas kleiner, dafür aber mehr Platz in der Kabine. Hinzu kam: Die Bettwäsche war schon ziemlich abgenutzt. Bei mir zuhause hätte ich sie bereits weggeworfen. 
Kreuzfahrt: Mein erstes Mal auf der Aida
Handtuchtier auf der Serenade of the Seas

Merkwürdig fand ich übrigens auch am Ende der Reise den Hinweis, dass man ein Buch kaufen könne, in dem man lernt, wie Handtuchtiere gefaltet werden. Dabei habe ich während der ganzen Reise nicht ein einziges Handtuchtier gesehen – wohl aber auf den anderen Schiffen. Nicht falsch verstehen: Ich brauche keine Handtuchtiere. Ich verstehe nur nicht, warum ich mir aus dem Zusammenhang gerissen das Buch kaufen sollte. 

Was mir auf der Aida gut gefallen hat

Das klingt jetzt so, als ob alles schrecklich gewesen wäre. Das ist sicher nicht so. Es gab einige Dinge auf der Aida prima, die toll waren. Dazu gehörte ganz sicher die Spray Bar: Der Barkeeper dort war super-nett und hilfreich. Wir haben mit ihm eine Tour de Bar und ein Champagnertasting gemacht. Beides war top, der Preis dafür mehr als fair. Und in Muscat waren wir mit einer jungen Fotografin auf einem Fotowalk. Wenn man davon absieht, dass sie mich komplett unterschätzt hat, war das toll. Denn wir waren zu viert zu Fuß unterwegs, also nicht in einem unterkühlten Bus mit vielen anderen Touristen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Das Fitnessstudio sah super aus – ich habe es zugegebenermaßen aber nicht genutzt, weil ich auf dem riesigen Balkon Gymnastik gemacht habe.

Jetzt interessiert mich Eure Meinung: Mit welcher Kreuzfahrtlinie seid Ihr warum besonders gerne unterwegs? Und welche werdet Ihr eher nicht mehr buchen?

Kreuzfahrt: Mein erstes Mal auf der Aida

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