Mit der Heinzel-Briefmarke die Römermauer retten

Die Heinzel-Briefmarke, vorgestellt vom Förderverein vor der Stadtmauer

Den Römerturm habt Ihr sicher alle schon einmal gesehen: Er war Teil der römischen Stadtbefestigung und steht heute in der Zeughausstraße, ganz in der Nähe vom Stadtmuseum. Von der Römermauer ist in Köln aber noch mehr erhalten geblieben. „Sie ist das Denkmal Nummer eins in Köln“, sagt Barbara Schock-Werner, ehemals Dombaumeisterin, heute Vorsitzende des Fördervereins Römische Stadtmauer Köln, bei einem Pressetermin zur Sanierung der Mauer. Aber leider hat die Zeit an ihr ihre Spuren hinterlassen: Graffiti und Löcher, die mit wilden Balkenkonstruktionen abgestützt werden, sieht man beispielsweise an dem langen Stück Mauer im Mühlenbach.

Römischer Turm
Römischer Turm

Sanierung der Römermauer wird etwa 1,4 Millionen Euro kosten

Deshalb soll genau dieses Stück Mauer quasi parallel zum Römerturm in den kommenden Jahren saniert werden. Das wird jedoch rund 1,4 Millionen Euro kosten – auch, weil man einen Teil des ehemaligen Stadtmauerturms wieder aufbauen möchte. „Da, wo der Turm einst stand, ist die Mauer besonders dünn“, erfahren wir. Schließlich war er eine Stütze. Darum ist die Sanierung ein guter Anlass, zumindest teilweise das ursprüngliche Aussehen der Stadtmauer mit Turm wiederherzustellen. 

Der Förderverein Römische Stadtmauer Köln wurde 2017 gegründet. Aus eigenen Mitteln hat er in weniger als einem Jahr die Römermauer am Zeughaus saniert. Ein Steinrestaurator schaut dort seither zweimal im Jahr vorbei, behebt kleinere Schäden sofort und nimmt größere auf.

Heinzel-Briefmarke unterstützt Sanierung der römischen Stadtmauer

Um die große Summe zusammenzubekommen, hat der Förderverein Fördergelder beantragt. Und an dieser Stelle kommen die berühmten Kölner Heinzelmännchen ins Spiel: Der Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt hat nämlich ein eigenes Weihnachtspostamt. Und dort wird seit zehn Jahren die Heinzel-Briefmarke verkauft. Vom Erlös spendet Heinzels Wintermärchen, der Initiator und Betreiber des Weihnachtsmarkts auf dem Alter Markt,  jährlich etwa 4000 bis 5000 Euro – mal für die KEC-Jugend, mal fürs Reiterdenkmal – und jetzt eben für die Römermauer. Der Wert der Heinzel-Briefmarke liegt bei 80 Cent. Verkauft wird sie für einen Euro – dementsprechend gehen pro Briefmarke 20 Cent an die Stadtmauer. Die sich daraus ergebende Summe verdoppelt Heinzels Wintermärchen. In den vergangenen Jahren sind 8000 bis 14.000 Stück verkauft worden. Der Verkauf startet mit der Eröffnung des Weihnachtsmarkts am heutigen 25. November. Übrigens: 2018 haben wir beim Weihnachtsmarkt auf dem Rudolfplatz hinter die Kulissen geschaut.

Übrigens: Wer am Mühlenbach vorbeikommt, sieht auf einer Baumwurzel und an den Mauer selbst pinkfarbene Streifen: Das sind die Dimensionen, die der Turm künftig wieder haben soll. Wie hoch er wird, steht jedoch noch nicht fest. „Er war einmal etwa 13 Meter hoch“, so Barbara Schock-Werner. „Das wird er sicherlich nicht mehr – alleine aus finanziellen Gründen.“ Und wer denkt, man könnte doch wenigstens schon einmal das Graffiti entfernen, täuscht sich: Dabei würden nämlich die Fugen zerstört – und das wäre für die Mauer richtig schlecht. 

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