Im Schokoladenmuseum in Köln

Willkommen im Schokoladenmuseum Köln
Willkommen im Schokoladenmuseum Köln

Weiße Schokolade mit Vanille und Heidelbeere, Vollmilchschokolade mit Salzbrezeln. Und ein nie versiegender Strahl weißer Schokolade, Zartbitter- und Vollmilchschokolade, unter den man sich am liebsten mit geöffnetem Mund legen möchte. Das muss das Schlaraffenland sein, denke ich kurz, bevor Aiga mich in die Realität zurückholt. Aiga ist die Maitre Chocolatier im Kölner Schokoladenmuseum, und während eines Bloggerevents machen wir mit ihr Schokolade ganz nach unserem Gechmack. Meine Tafel hat ungefähr die Größe einer Untertasse, ist aus Vollmilchschokolade und hat einen dicken Rand aus weißer Schokolade. Dekoriert habe ich sie mit Erdbeerflocken, Smarties und Knusperperlen, darüber noch ein Hauch Vanillepulver.

Im Schokoladenmuseum experimentieren

Aiga zeigt uns auch, wie man Schokoladenlollis macht: Schokokugeln am Stil taucht sie tief in flüssige Schokolade, und dann kommen bunte Streusel obendrauf. Oder die Kakaokugeln: Dazu schmiert man sich dick flüssige Schokolade auf die Hand und wälzt darin die schon fertigen Kugeln. Jetzt, mit der neuen, feuchten Oberfläche, werden sie in Kakaopulver geworfen und gut gerüttelt. Und dann gibt es noch die Fruchttaler: Ein großer Fleck Zartbitterschokolade, belegt mit Physalis, Erdbeere oder Heidelbeere. „Salz und Chili passen zwar gut zur Schokolade“, sagt Aiga zu mir, „ aber du solltest diese Gewürze nie mit dem Obst kombinieren. Das passt nicht zusammen“. Na gut, dann nehme ich eben Vanillepulver.

Tipp: Workshops im Schokoladenmuseum findest du auf er Internetseite. Du solltest darauf achten, ein Seminar auszuwählen, das sich nicht an Kinder oder Eltern mit Nachwuchs richtet. Sonst kann es schwierig werden, deine Wünsche umzusetzen, weil sich viel um die Mini-Confiseure dreht.

Von der Kakaofrucht zur Conche: Schokoschule im Schokoladenmuseum

Bevor die Schokolade überhaupt in einem Zustand ist, den man verarbeiten kann, muss allerdings viel passieren. Da ist zunächst die Kakaofrucht, die ganzjährig am Stamm des zugehörigen Baums wächst. Sie kann bis zu 30 Zentimeter lang und ein Kilo schwer werden. Maximal 60 Bohnen sind in einer Frucht, und daraus lassen sich bis zu drei Tafeln Schokolade machen. „Es kommt darauf an, ob man Vollmilch- oder Zartbitterschokolade herstellt“, erklärt Eileen Schwarz aus der Kommunikationsabteilung. Schließlich ist in Vollmilchschokolade neben Milchpulver noch bis zu 50 Gramm Zucker – und natürlich Kakaobutter sowie Vanille. In Zartbitterschokolade ist der Kakaoanteil höher, demenstprechend braucht man mehr Bohnen für eine Tafel.

Der meiste Kakao stammt von der Elfenbeinküste: 2 Millionen Tonnen der insgesamt 4,7 Millionen Tonnen pro Jahr kommen aus diesem westafrikanischen Land. Ghana und Indonesien liegen auf den Plätzen 2 und 3 des Kakaoanbaus. In der Frucht ist die weiße Pulpa mit den Kakaobohnen. Nach der Fermentation bleiben nur noch die Bohnen übrig, die getrocknet werden. Das dauert je nach Wetter 10 Tage bis zu 3 Wochen, lerne ich in der Schoko-Schule. Danach werden die Kakaobohnen in Säcken à 60 bis 70 Kilo zur Schokoladenproduktion verschifft.

Tipp: Im Schokoladenmuseum gibt es verschiedene Führungen. Eine beinhaltet auch die Schokoschule, die sich eher an Kinder richtet, aber auch für Erwachsene nett ist. Dort probiert man Kakao und Schokolade aus den unterschiedlichen Stufen der Produktion.

In der Mini-Produktion

Dann müssen die Bohnen aufgebrochen werden. Im nächsten Schritt mischt man sie mit Zucker, Milchpulver und Lecitin, und dann wird die Masse auf bis zu 90 Grad Celsius erhitzt und gerührt, bis sie ganz cremig ist. Diese so genannte Conche füllt man in Formen, lässt sie bei 10 bis 12 Grad Celsius erkalten und verpackt sie schließlich. Alle diese Produktionsschritte könnt Ihr in klein bei einem Besuch des Schokoladenmuseums sehen. Dort werden pro Tag immerhin 400 Kilogramm Schokolade hergestellt.

Schließlich erfährt man noch eine ganze Menge über die Kulturgeschichte des Kakao, der in Mittelamerika schon seit 5000 Jahren getrunken wird – dort übrigens gerne herb und mit Chili gewürzt. In Mexiko gibt es übrigens auch Mole, eine würzigen Schokoladensoße, die man zum Huhn reicht.

Schließlich verkosten wir im Kolonialwarenladen noch verschiedene Schokoladen:

  • Weiße Schokolade mit Himbeersirup und Knallbrause, die im Mund knackt und brutzelt.
  • Original Beans Schokolade, die längst nicht süß ist wie andere Milchschokolade ist, und außerdem äußerst nachhaltig produziert wird.
  • Schokolade mit Zuckerstreuseln und Cornflakes, die sehr süß ist.
  • Schokolade mit Erbeeren, die nach Joghurt schmeckt. Eigentlich sollte der Geschmack aber Cheesecake sein.
  • Vollmilchschokolade, die beim Brechen kein Geräusch macht – ganz im Gegensatz zur Bitterschokolade mit 70 Prozent Kakao, die deutlich knackt, wenn man sie bricht, und deren Oberfläche glänzt wie poliert.

Tipp: Im Schokoladenmuseum gibt es Verkostungen, die sehr cool klingen: mit Craft Beer, Wein oder Whiskey.

Jubiläum: 25 Jahre Schokoladenmuseum

Das Schokoladenmuseum wird übrigens am 31. Oktober 25 Jahre alt. Zu diesem besonderen Anlass wird es viele Spezialangebote geben – eine Gala, Schokoladenskulpturen, eine Tour de Chocolat und einen Markt der Chocolatiers. Mehr darüber findet Ihr auf der Internetseite.

Jährlich kommen übrigens 550.000 Besucher ins Museum, davon sind mehr als 10 Prozent aus den Niederlanden. Insgesamt sind aber Gäste aus 163 Nationen vertreten, zum Beispiel auch aus Neuseeland. Seit 2006 kooperiert das Museum mit dem Schokoladenhersteller Lindt, nachdem es vorher lange Jahre zum Kölner Schokoladenproduzenten Stollwerck gehörte. Seine bekannteste Marke war Sarotti. Stollwerck gehört heute zum belgischen Schokoladenhersteller Baronie, der Standort Köln wurde in die Nähe von Hamburg verlagert.

Das Schokoladenmuseum ist nach eigenen Angaben aufgrund der Besucherzahl die zweitbeliebteste Attraktion in Köln nach dem Dom.

Tipp: Schulklassen sind am ehesten vormittags da. Wer das Schokoladenmuseum in Ruhe erkunden will, sollte versuchen, am späten Nachmittag dort zu sein, am besten kurz vor dem letzten Einlass.

Lecker Essen in Köln: Dreikönigstorte

Schokoladentorte
Meine Meinung: reicht für zwei!

Plant nach Eurem Besuch im Museum auf jeden Fall noch Zeit für das Chocolat Grand Café ein. Dort gibt es viele leckere Torten, aber Chocoholics sollten die Dreikönigstorte nehmen. Ich habe sie 2016 zuletzt gegessen, und kann Euch sagen, man hat Schokolade, Schokolade und nochmals Schokolade im Mund, wenn man ein Stück der Torte isst. Ich gebe es zu: Ich war bereits nach dem ersten Bissen voll, denn die Torte ist mächtig. Das bestätigte uns auch die Bedienung, und sie fügte hinzu: „Die Dreikönigstorte ist unsere ganz besondere Spezialität und sie verkauft sich am besten.“ Wer es tatsächlich schafft, das ganze Stück Dreikönigstorte zu essen, wird am Ende möglicherweise überrascht, vielleicht sogar enttäuscht sein, dass die goldfarbene Kugel, die jedes Stück Kuchen verziert, innen hohl ist.

In den sozialen Netzwerken wird die Torte übrigens gerne mit Begriffen wie „Völlerei“, „Dekadenz“ oder „Luxus“ in Verbindung gebracht. Einig sind sich jedoch alle, die sie gegessen haben: Sie schmeckt hervorragend. Der Name bezieht sich im Übrigen auf die Heiligen drei Könige, deren Gebeine im Kölner Dom in einem goldenen Schrein liegen sollen.

Als Journalistin halte ich mich an den Pressekodex des Presserats. Die Teilnahme am Bloggerevent war für mich und meinen Mann kostenlos. Die Torte bei unserem Besuch 2016 haben wir natürlich selbst bezahlt.

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