Köln: 4 Drinks mit Domblick

Links der Dom, rechts der Colonius – Blick vom Osman30

Besonders viele hohe Häuser gibt es in Köln nicht. Also nicht so richtig hohe Häuser, wie man sie aus New York oder London kennt. Dementsprechend wenige Rooftop-Bars haben wir in der Domstadt. Nach kurzem Nachdenken sind wir auf vier Locations gekommen, in denen man relativ weit oben ist – und natürlich Domblick hat. Gute Drinks gibt es in allen vier Bars – trotzdem sind sie ziemlich unterschiedlich

Ganz hoch hinaus: Osman30

Der Name ist Programm: Das Osman30 ist im Kölnturm im Mediapark – im 30. Stock. Um ins Osman30 zu kommen, muss man sich bei der Dependance im Untergeschoss anmelden. Dazu geht man am Empfang des Kölnturms vorbei Richtung Fahrstühle. Dort steht oft schon jemand an einem Pult und ruft oben an, falls nicht sicher ist, ob noch genügend Platz für Gäste ist. An heißen Sommerabenden, so erfahren wir, ist die große Dachterrasse beliebtes Ausflugsziel. Das ist kein Wunder: Der fast 360-Grad-Blick über die Stadt ist nahezu einzigartig. Ich kenne keinen anderen Ort in Köln, von dem man beispielsweise den Colonius so gut sieht. Aber auch den Dom hat man eben im Blick. Und bei gutem Wetter sieht man auch ins Siebengebirge und bis zur Leverkusener Brücke. Allerdings kann es im 30. Stock auch mal frisch werden: Ein Jäckchen ist also eine gute Idee, falls man schnell friert. Die Cocktailkarte ist eher klein, es gibt klassische Drinks wie den Gin Basil Smash oder einen Cuba Libre. Die Preise liegen bei etwa 10 Euro. (bbl)

Nicht ganz die halbe Höhe: Lab12 im Pullmann

Einen hervorragenden Blick auf den Dom hat man auch aus dem Lab12 im Pullmann Hotel in der Nähe des Friesenplatzes. Allerdings, und das ist der Wermutstropfen dieser Bar, gibt es dort keine Terrasse, sondern man sitzt hinter Glasscheiben. Dafür ist die Bar ausgesprochen schick – und die Drinks sind ziemlich fancy. Die Preise liegen etwas höher als im Osman30, dafür gibt es Wasser und Nüsschen dazu. Das Servicepersonal ist sowohl nett als auch schnell. Von ihm erfahren wir, dass unter der Woche im Wesentlichen Hotelgäste das Lab12 besuchen, am Wochenende die Bar aber bei den Kölnern sehr beliebt ist. Übrigens: Aus dem gläsernen Aufzug hat man auch einen tollen Blick Richtung Ehrenfeld. Und es lohnt sich, wegen des Blicks die Toiletten aufzusuchen. Wirklich. (bbl)

Noch etwas tiefer: Monkey Bar im 25Hours The Circle

Auch diese Bar ist eine Hotelbar. In den 8. Stock des Kölner 25Hours-Hotels im Gerling Quartier fährt ein sehr spaciger Aufzug. Dort angekommen ist links das Restaurant Neni und rechts die Monkey Bar. Hier ebenfalls: fancy Drinks, fancy people, die überwiegend Hotelgäste zu sein scheinen und sich in den bequemen Sesseln und Sofalandschaftenrecht wohl fühlen – Jogginghose inklusive. Allerdings ist auch der Kleidungsstil „wir fühlen uns reich“ anzutreffen. Jedenfalls hat man – während man auf die Bedienung, die Karte oder die Drinks wartet – viel zu schauen. Dabei muss man nicht mal auf der Terrasse sitzen, dank durchgängiger Fenster ist der Ausblick von innen auch grandios, vor allem wenn abends die Sonne untergeht, denn der überwiegende Teil ist nach Westen ausgerichtet. Den Dom sieht man jedoch nur von einer Ecke der Terrasse aus.

Die Drinks sind großartig und originell. Mein Liebling ist der Kölle-Kolada, quasi das Gleiche wie ein Pina Colada, nur statt mit Sahne mit Ayran und dadurch nicht so klebrig süß. Auf der Karte finden sich ein paar abgewandelte Klassiker und Adaptionen von Drinks anderer Bars in der Nachbarschaft. Man könnte jetzt auch boshaft sagen, die sind geklaut…(ts)

Etwa auf gleicher Höhe: Savoy am Hauptbahnhof

Es gibt bessere Lagen in Köln als direkt hinter dem Hauptbahnhof am Eigelstein, wo regelmäßig Sex für Geld angeboten wird. Dennoch gibt es hier seit Jahrzehnten eines der Luxushotelsder Stadt, das Savoy. Dummerweise war die „Skylounge“ auf der Dachterrasse bei unserem Besuch um 22.30 Uhr schon zu und auch die Terrasse selbst wollte man gerade schließen, erlaubte uns aber noch den Besuch für ein paar Fotos. Die Aussicht ist spitze, der Dom sehr nah und auch sonst wirkt es da oben recht chillig, vor allem wenn die Beleuchtung an ist.

Für die Drinks mussten wir allerdings ins Erdgeschoss, in die Divas Bar. Entsprechend dem Namen sind die Wände mit Portraits bekannter Diven geschmückt. Alles wirkt gleichzeitig edel und plüschig-verspielt. Die Cocktailkreationen sind teilweise sehr außergewöhnlich und wenn die Bezeichnung „Signature Drink“ irgendwo passt, dann hier. Mein Drink war der „Capulet & Montague“ mit zwei verschiedenen Gins, Wermut und Granatapfelsirup. Bei einem anderen Besuch hatte ich eine Kombination aus Gin und Sake, die mit einem kleinen Schälchen Wakame-Algen serviert wurden. 

Was in der Divas Bar stört

Drücken wir es mal so aus: Ich habe schon aufmerksameren Service genossen. Selbst wenn die Bar nur spärlich besetzt ist, dauert es sehr lange, bis sich mal jemand bequemt, die Karten zu bringen oder später die Bestellung aufzunehmen. Das habe ich zweimal kurz hintereinander im Abstand von wenigen Wochen erlebt, daher denke, dass das Ganze eher ein strukturelles Problem ist. Auch etwas daneben fanden Bettina und ich es bei unserem gemeinsamen Besuch, dass die sehr freundliche Bedienung alle Tische um uns herum abwischte, uns aber mit den Krümeln der Vorgänger sitzen ließ. Auf Bettinas Bitte hin wischte sie dann auch unseren Tisch ab. Wohlgemerkt, das ist die Bar eines der besten Hotels in Köln. 

Übrigens: Bei einem weiteren Besuch im Savoy ein paar Tage später am frühen Abend habe erfahren, dass es in der Skyloungegar keine Cocktail-Karte gibt. Dafür kredenzen die Barkeeper einen Drink nach persönlichen Vorlieben. Mein Rhabarber-Margherita war spitze und die Aussicht ist bei Tag ebenfalls lohnenswert. (ts)

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