KVB: Kurzstrecke in Köln in den vier größten Städten Deutschlands am teuersten

Kurzstreckenpreise
Kurzstreckenpreise

Die gute Nachricht: Obwohl die KVB die Preise zum 1. Januar 2016 erhöht hat, bleibt der Tarif für die Kurzstrecke gleich hoch. Ab Einstieg vier Stationen kosten nach wie vor 1,90 Euro. Allerdings führt Köln damit im Vergleich zu den anderen Millionen-Städten Berlin, München und Hamburg, denn dort sind Kurzstrecken günstiger. Andere Tickets sind aber mit dem Jahreswechsel durchaus teurer geworden, das Vierer-Ticket beispielsweise. Das wäre ja alles noch in Ordnung, wenn die Qualität, die die KVB für diese Preise liefert, auch überdurchschnittlich gut wäre. Aber das ist leider nicht so. In Hamburg beispielsweise gibt es WIFI im Bus, in Köln kann man nicht einmal mit Geldscheinen am Automaten bezahlen.

Zwar gibt es in der Zwischenzeit Informationstafeln zur Abfahrt der nächsten Bahn an vielen Haltestellen – aber die KVB-Minuten scheinen sich nicht immer daran zu halten, dass eine Minute 60 Sekunden hat. Manchmal kann eine KVB-Minute sehr, sehr lang werden. Darum sagen Spötter auch, KVB stehe für „kommt vielleicht bald“. Hinzu kommt, dass die Bahnen zumindest zu den Stoßzeiten immer voller werden, der Fahrtakt sich aber nicht erhöht. Davon abgesehen gibt es einige Linien, auf denen es in den Wagen unfassbar stinkt – die 5 gehört leider dazu.

Was verteuert die Fahrpreise?

Was man als Kunde oft nicht sieht, sind die Kosten, die ein Unternehmen stemmen muss. Dazu gehören neben den Energiepreisen natürlich auch die Kosten für die Mitarbeiter, für die Erweiterung und für die Instandhaltung des Streckennetzes und der Bahnen. Speziell in Köln passiert in diesem Bereich durchaus etwas: Die Linie 17 fährt seit Mitte Dezember, und es gibt neue Haltestellen – Bonner Wall, Chlodwigplatz, Karthäuserhof und Severinstraße.

Aber: Wird der Preis zu teuer, fahren, die Leute eher mit dem Auto und zahlen für den Parkplatz. Ich kann zwar niemandem empfehlen, in Köln Auto zu fahren, da die Stadt so oft verstopft ist und die Parkplatzsuche häufig einem Glücksspiel gleich kommt. Trotzdem gibt es viele Mitbürger die abwägen: Zahle ich 1,90 oder sogar 2,80 pro Person und Fahrt oder 2,10 Euro pro Stunde im Parkhaus – beispielsweise am Dom – plus Benzinkosten natürlich? Speziell, wenn man nicht alleine unterwegs ist, kann es günstiger sein, mit dem Auto zu fahren. Auch darum ist es schwierig, die richtige Preishöhe festzulegen.

Ich persönlich wundere mich zwar darüber, dass ausgerechnet die kleinste der Millionenstädte in Deutschland den höchsten Kurzstreckenpreis hat. Aber ich gebe gerne den KVB-Tipp weiter: Künftig besser ein Handyticket kaufen. Da wird jede vierte Fahrt in einer Preisstufe automatisch billiger. Das so entstehende Vierer-Ticket bleibt beim alten Preis und ist somit günstiger als am Automaten.

DRadioWissen hatte eine spannende Sendung zum Thema „Was kostet die Stadt?“

Und auch die Wirtschaftswoche hat bereits über das Thema geschrieben.

Die Grafik zeigt die Kurzstrecken-Preise in Cent.

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