Wochenendtrip: Lieber nach Köln oder besser nach Düsseldorf?

Köln und Düsseldorf, das ist wie Äpfel und Birnen, Mainz und Wiesbaden oder Franken und Bayern. Dabei gibt es dafür eigentlich gar keinen Grund: Es liegt weder am Kölsch, noch an der Kirche oder am Karneval, habe ich bei einem Stadtrundgang zur gefühlten Rivalität zwischen den beiden großen NRW-Städten mit der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung und der Agentur Spurenlese gelernt. Mögliche Gründe für die etwas verfahrene Situation haben wir erst am Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm II auf dem Heumarkt erfahren: Vielleicht hat es mit Wirtschaft und Politik zu tun – wohlgemerkt mit Wirtschaft und Politik zur Preußenzeit. Die ist lange her. Aber manche Dinge halten sich eben langfristig.

So oder so gibt es jetzt ein Zeichen der Annäherung: Denn nächstes Wochenende ist der „Entdecke Düsseldorf Tag“ und Anfang September der „Entdecke Köln Tag“ – und so unfassbar es klingt: Die beiden Städte verweisen jeweils auf das Entdeckungswochenende in der anderen Stadt. Das Besondere an diesen Tagen: Es gibt neben dem üblichen Touristenprogramm weitere Veranstaltungen – beispielsweise kostenlose Stadtführungen. Außerdem bieten viele Hotels vergünstigte Übernachtungsmöglichkeiten. Ich wäre zwar auch gerne in Düsseldorf dabei gewesen – das passt aber zeitlich nicht. Aber in Köln habe ich uns zu einer Stadtführung angemeldet und wir werden im 25hours übernachten.

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Beim Bier muss es doch auch nicht Köln oder Düsseldorf sein

Ähnlich spektakulär wie die doppelte Vermarktung der Entdeckungswochenenden ist übrigens Költ, eine Mischung aus Kölsch und Alt, gebraut quasi in der Mitte zwischen den beiden Städten. Der Witz an der Sache: Beide Biere sind obergärig. Beim Alt wird nur das Malz länger geröstet, darum hat es eine dunklere Farbe als Kölsch. Und ja: die Gläser unterscheiden sich. Okay. Alles in allem glaube ich übrigens, dass die Düsseldorfer beim Bier toleranter sind als die Kölner. Denn im Medienhafen ist eine Kölschkneipe mit Namen Eigelstein. Nach Alt muss man in Köln schon länger suchen.

Köln oder Düsseldorf – oder beides?

Wer sich überlegt in die Region zu fahren, muss sich aber eigentlich gar nicht für eine der Städte entscheiden. Denn mit dem IC liegen sie nur knappe 20 Minuten auseinander. Man könnte also beispielsweise von Freitagmittag bis Samstagmittag in der einen Stadt bleiben, dann in den Zug springen und bis Sonntagmittag in der anderen Stadt bleiben. Das geht problemlos. Zumindest, wenn man sich auf maximal zwei Museen in beiden Städten beschränkt, denn sonst wird die Zeit zu knapp.

Was ich für ein kombiniertes Wochenende empfehlen würde

Köln

Düsseldorf

  • Ankunft gegen Mittag: Stadtspaziergang durch die Innenstadt. Kurzer Abstecher zur Champagner-Bar im The Crowne sowie Einkaufen unnötiger, aber leckerer Kleinigkeiten, Besuch des Kunstpalastes oder des K20. Bummel durch den Medienhafen.
  • Abendessen: Dr. Kosch, Setzkasten oder Nagaya
  • Kneipen: Die längste Theke der Welt ist in der Altstadt in Düsseldorf
  • Übernachten: In Düsseldorf gibt es einige stylishe Hotels mehr als in Köln, allerdings gehören viele auch zu den üblichen Ketten. Ich mag das 25hours, das Max Brown, aber auch das Friends hat einige nette Zimmer. Da muss man etwas Glück haben. Traditioneller, aber mit tollem Spa ist das Nikko.
  • Nächster Vormittag: Rheinuferspaziergang, Kunst im Tunnel, Fahrt auf den Rheinturm, vielleicht noch die Nachmittags-Show in Roncalli‘s Apollo Varieté und dann Heimfahrt.

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