Restaurant Astrein in Köln: Die Geschmacksnerven verwöhnen

Puh, das hat echt lange gedauert, bis ich endlich im Restaurant Astrein gegessen habe. Eric Werner hat es im Sommer 2019 in der Krefelder Straße, ziemlich genau neben dem Zwei-Sterne-Restaurant Le Moissonnier eröffnet. Pünktlich zum ersten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bekam das Restaurant seinen Michelin-Stern. Als man wieder Restaurants besuchen konnte, habe ich mehrfach versucht, einen Tisch zu buchen, war aber zu spät dran. Das Astrein ist häufig ausgebucht.

Dieses Mal hat es geklappt. Mit einem Vorlauf von mehreren Monaten. Und es war gut: Wir wurden bestens umsorgt von der Servicekräften. Das Essen war liebevoll angerichtet. Und geschmeckt hat es auch. Wir hatten unter anderem Forelle mit Kaviar, Nagelrochen mit Pulpo oder Reh mit Mairübchen, Oliven und Pfifferlingen. Zum Schluss gab’s gegrilltes Erdbeereis. Dabei wird eigentlich die Erdbeere, nicht das Eis gegrillt. So bekommt das Ganze eine leichte Rauchnote. Ich mag sie, weil ich auch Rauchnoten in Gin oder Whisky mag. Aber das ist nicht jedermanns Sache.

Tolles Take away Weihnachtsmenü vom Restaurant Astrein – reicht für zwei Tage

Ganz neu war das Astrein für mich übrigens nicht. Denn ich hatte dort in den Lockdowns mehrfach die Take away Menüs abgeholt. Beispielsweise im zweiten Corona-Lockdown des Jahres 2020. Das Angebot wurde wohl gut angenommen, denn durchs Abholfenster habe ich damals überall Papiertaschen gesehen. Sie waren gefüllt mir den Zutaten fürs Fünf-Gang-Weihnachtsmenü.

Zuhause hatte ich ein bisschen Respekt vor den Gängen: Hummer und Reh bereite ich selten zu. Aber die Anleitungen waren sehr einfach zu befolgen, die vielen Beutelchen, Gläschen und Pakete ordentlich beschriftet. Außerdem hatte ich bereits ein wenig Erfahrung mit Take away Menüs aus Sternerestaurants, auch aus dem Astrein. Es konnte also nichts schief gehen. Und so gab es bei uns am ersten Weihnachtsfeiertag Entenleberterrine, Kastaniensuppe, Hummer auf Feldsalat, Rehbock mit Spinatspätzle und ein Küchlein auf Zitrussalat. Auch ans Brot vorab und das Gebäck zum Kaffee hatte das Team vom Astrein gedacht. Schön!

Zugegeben: Für uns war das zu viel. Ausgerechnet bei der Hauptspeise mussten wir passen. Wir schafften nur wenige Gabeln. Der Rest kam ins Eisfach – samt Soße. Das Weihnachtsmenü war unser zweites Take away im Restaurant Astrein.

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Wie Take away auf Sterneniveau funktioniert

Ehrlich gesagt war ich ein wenig skeptisch, als ich das erste Mal ein Take away Menü im Astrein abgeholt habe. Denn das war gleichzeitig mein erstes Abholmenü aus einem Sternerestaurant. Noch etwas skeptischer wurde ich, als ich die kleine Papiertüte sah, die mir durchs Fenster gereicht wurde. Sie war nämlich recht leicht. Ist da überhaupt was drin?

Sterneküche mit Bedienungsanleitung

Zuhause entrollte ich dann die Bedienungsanleitung für das Drei-Gang-Menü: „Öffnen Sie die Reispapierschachtel 1 und entnehmen Sie das Tütchen x und y … Schwenken Sie den Salat mit der Soße vorsichtig in einer Schüssel … Richten Sie ihn neben der Pastete an.“ Et voilà. Fertig ist unsere Vorspeise. Wir essen sie mit einer Mischung aus Weißwein und Cassis, eine in Frankreich beliebte Alternative zum Kir Royal, wie ich im Internet gelesen habe. Passt gut, der französische Aperitif, Musik von Beethoven und die Pastete vom Weidekalb mit den gerösteten Pistazien, dem Wildkräutersalat mit Rotweindressing und grünem Spargel.

Unsere Hauptspeise ist noch kalt, denn wenn man sein Täschchen abgeholt hat, hat man 24 Stunden Zeit, das Menü zu essen. Das ist ganz praktisch. Sonst hätte man eventuell ein auf den Punkt gegartes Essen, das zu Hause wieder kalt ist, oder dort zu lange im Backofen warmgehalten wird. Astrein macht es geschickt: Die Hauptspeise ist in drei Tüten verpackt, die in einem Topf mit heißem Wasser erwärmt werden. Danach haben wir Tafelspitz auf dem Teller, dazu ein Püree mit Kräutern und Spargel. Das Fleisch ist so zart, dass es auf der Zunge fast zerfällt. Der Spargel ist mir eine Spur zu knackig – vielleicht hätten wir ihn etwas länger erwärmen sollen. Das Püree ist würzig. Und weil von der Soße soviel übrig ist, haben wir sie eingefroren und werden sie demnächst zu einem Alltagsgericht servieren.

Menü aus dem Restaurant Astrein natürlich mit Dessert

Himbeertörtchen aus dem Restaurant Astrein
Himbeertörtchen aus dem Restaurant Astrein

Bleibt noch der Nachtisch, ein Himbeer-Cheesecake-Törtchen. Das hatten wir lustigerweise auch als Nachtisch im Ostermenü vom Restaurant Limbourg. Scheint derzeit als Take away angesagt zu sein. Interessanterweise schmeckten beide Kuchen komplett unterschiedlich, wobei es kein „besser“ oder „schlechter“ sondern nur „anders“ gibt. Im Törtchen vom Astrein war noch Rhabarber verarbeitet und es gab dazu Baiser mit tasmanischem Pfeffer. Wir waren uns nicht einig, ob das Baiser tatsächlich pfeffrig schmeckte. Oder eventuell nach Pfefferminz? Oder kam dieser Geschmack von unserem Dessert-Secco, der nach Pfefferminz schmeckte? Egal. Lecker war es so oder so. Übrigens lagen auch zwei Pralinen als Begleitung für den Kaffee nach dem Essen bei. Den Kaffee haben wir weggelassen. Die Praline war wunderbar.

Mein Fazit: Das Schöne im Restaurant Astrein ist ja, dass man sich dort verwöhnen lassen kann. Ich mag es, wenn das Essen ein bisschen wie ein Kunstwerk angerichtet auf den Tisch kommt. Das geht natürlich verloren, wenn ich das selbst zuhause mache. Aber ich fand auch die Take aways super umgesetzt. Natürlich hoffe ich nicht, dass wir wieder eine Situation wie 2020/2021 bekommen werden. Aber falls doch: Take away – ich bin dabei.

Der Artikel vom April 2020 wurde im Dezember 2020 und im Juli 2022 aktualisiert.

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Wer schreibt hier? Bettina Blass

Bettina Blaß ist Bloggerin, Buchautorin und Verbraucherjournalistin. Sie gibt Seminare und Workshops rund das Internet wie beispielsweise "Personal Branding" oder "Online publizieren". 2021 hat sie das Buch "Zu Fuß durch Köln" herausgebracht.

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