Lecker essen in Köln: Take away vom Restaurant Astrein

Restaurant Astrein: Sterneküche für zuhause
Restaurant Astrein: Sterneküche für zuhause

Ich gehe auf das geöffnete Fenster des Restaurants Astrein in der Krefelder Straße zu – und schon schallt es mir entgegen: Guten Tag! Wen darf ich begrüßen? Fast, als ob alles normal wäre. Ist es aber natürlich nicht: Denn wie alle Restaurants darf auch das Astrein wegen der Gefahr, sich mit dem Corona-Virus anzustecken derzeit nicht öffnen.

Dafür bietet es ein Drei-Gang-Menü als Take away an. Das ist erst einmal nicht ungewöhnlich, denn das machen derzeit sehr viele Restaurants genauso. Kleiner Unterschied: Eric Werner, der Koch, hat mit seinem Team zusammen im März gerade erst einen Michelin-Stern bekommen. Er hat das Astrein im August 2019 eröffnet. 

Sterneküche zum Mitnehmen – im Restaurant Astrein und anderswo

Aperitif nach Rezept aus dem Internet
Aperitif nach Rezept aus dem Internet

Werner ist nicht der einzige Sternekoch, der derzeit Take away anbietet: Auch Julia Komp macht das bei gutem Wetter, das MaiBeck hat sich mit der Pastabar Caruso zusammengetan, um ein italienisches Picknickkörbchen anzubieten – selbst die Zwei-Sterne-Restaurants in Köln sind dabei: Le Moissonnier, das nur einige Häuser vom Astrein entfernt ist, bietet eine Art Take away an, ebenso das Ox & Klee im Rheinauhafen. Für mich ist es aber das erste Mal, dass ich mir Sterneküche nach Hause hole – und ich bin ehrlich gesagt ein wenig skeptisch. Noch etwas skeptischer werde ich, als ich die kleine Papiertüte sehe, die mir durchs Fenster gereicht wird. Sie ist zusätzlich auch noch recht leicht. Ist da überhaupt was drin?

Sterneküche mit Bedienungsanleitung

Zuhause entrolle ich die Bedienungsanleitung für das Drei-Gang-Menü aus dem Restaurant Astrein: „Öffnen Sie die Reispapierschachtel 1 und entnehmen Sie das Tütchen x und y … Schwenken Sie den Salat mit der Soße vorsichtig in einer Schüssel … Richten Sie ihn neben der Pastete an.“ Et voilà. Fertig ist unsere Vorspeise. Wir essen sie mit einer Mischung aus Weißwein und Cassis, eine in Frankreich beliebte Alternative zum Kir Royal, wie ich im Internet gelesen habe. Außerdem haben wir uns für Beethoven als Begleitmusik entschieden, weil es mir so leidtut, dass das Beethovenjahr in Bonn durch die Corona-Krise derzeit ausfällt. Passt gut, der französische Aperitif, Beethoven und die Pastete vom Weidekalb mit den gerösteten Pistazien, dem Wildkräutersalat mit Rotweindressing und grünem Spargel.

Unsere Hauptspeise ist noch kalt, denn wenn man sein Täschchen abgeholt hat, hat man 24 Stunden Zeit, das Menü zu essen. Das ist ganz praktisch. Sonst hätte man eventuell ein auf den Punkt gegartes Essen, das zu Hause wieder kalt ist, oder dort zu lange im Backofen warmgehalten wird. Astrein macht es geschickt: Die Hauptspeise ist in drei Tüten verpackt, die in einem Topf mit heißem Wasser erwärmt werden. Danach haben wir Tafelspitz auf dem Teller, dazu ein Püree mit Kräutern und Spargel. Das Fleisch ist so zart, dass es auf der Zunge fast zerfällt. Der Spargel ist mir eine Spur zu knackig – vielleicht hätten wir ihn etwas länger erwärmen sollen. Das Püree ist würzig. Und weil von der Soße soviel übrig ist, haben wir sie eingefroren und werden sie demnächst zu einem Alltagsgericht servieren.

Astrein-Menü natürlich auch mit Dessert

Himbeertörtchen
Himbeertörtchen

Bleibt noch der Nachtisch, ein Himbeer-Cheesecake-Törtchen. Das hatten wir lustigerweise auch als Nachtisch im Ostermenü vom Restaurant Limbourg. Scheint derzeit als Take away angesagt zu sein. Interessanterweise schmeckten beide Kuchen komplett unterschiedlich, wobei es kein „besser“ oder „schlechter“ sondern nur „anders“ gibt. Im Törtchen vom Astrein war noch Rhabarber verarbeitet und es gab dazu Baiser mit tasmanischem Pfeffer. Wir waren uns nicht einig, ob das Baiser tatsächlich pfeffrig schmeckte. Oder eventuell nach Pfefferminz? Oder kam dieser Geschmack von unserem Dessert-Secco, der nach Pfefferminz schmeckte? Egal. Lecker war es so oder so. Übrigens lagen auch zwei Pralinen als Begleitung für den Kaffee nach dem Essen bei. Den Kaffee haben wir weggelassen. Die Praline war wunderbar.

Mein Fazit: Natürlich ist es viel schöner, wenn man im Restaurant sitzt und sich ein bisschen verwöhnen lassen kann. Ich mag es außerdem, wenn das Essen ein bisschen wie ein Kunstwerk angerichtet auf den Tisch kommt – das geht natürlich verloren, wenn ich das selbst mache. Aber ich bin äußerst positiv überrascht davon, wie gut Sterneküche zum Abholen funktioniert. Ich bin gespannt, ob Kunden diese Option auch nach Corona erhalten bleibt. Und freue mich davon abgesehen sehr darauf, hoffentlich bald im Astrein an einem Tisch zu sitzen und dort einen wunderbaren Abend zu verbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: