Köln: Take away vom Restaurant Maximilian Lorenz

Weihnachtsmenü Take away vom Restaurant Maximilian Lorenz: Die Zutaten für die Vorspeise und das Ergebnis
Weihnachtsmenü Take away vom Restaurant Maximilian Lorenz: Die Zutaten für die Vorspeise und das Ergebnis

Das Wein am Rhein habe ich einfach mal verpasst. Aber so ist es in Köln ja oft: Die Fluktuation ist hoch. Bevor man ein Restaurant für sich entdeckt hat, ist es schon wieder weg. Praktischerweise wurde das Wein am Rhein in extrem geschickte Hände übergeben: Sternekoch Maximilian Lorenz bereitet dort seit einiger Zeit die Speisen zu. Übrigens in einer Lage, die ich persönlich fürs Fine Dining ungewöhnlich finde. Wer den Hauptbahnhof am Breslauer Platz verlässt und in die Johannisstraße geht, findet dort rechts nach wenigen Metern das Restaurant Maximilian Lorenz. Schräg gegenüber ist das Weinlokal Heinzhermann, das auch zu Lorenz gehört.

Das Restaurant Maximilian Lorenz sieht im Internet wie ein typischer Fine Dining Anbieter aus: weiße Tischdecken, kleine Kunstwerke serviert auf großen Tellern. Wäre Corona nicht dazwischen gekommen, wäre ich sicherlich schon einmal dort gewesen. So musste ich bisher gleich zweimal auf das Take away ausweichen.

Das Weihnachtsmenü zum Zuhause fertig machen

Beide Male hätten unterschiedlicher nicht sein können. Großes Kino war das Weihnachtsmenü zum Abholen. Wir seien eine der Letzten gewesen, die noch eine Box bekommen haben, sagt mir die nette Dame an der Ausgabe. Dabei hatten wir schon gut zwei Wochen vor Heiligabend bestellt. Aber offensichtlich waren Take-away-Weihnachtsmenüs in diesem Jahr der Renner. Ich halte das übrigens für einen geschickten Schachzug der Gastronomen – ähnlich wie den der Köche im Neobiota, die ein eigenes Frühstückskochbuch herausgegeben haben. Der Kunde lernt dabei nämlich eine ganze Menge über die Arbeit der Sterneköche: Zum Beispiel, wie viel Arbeit es macht, einen Teller schön anzurichten. Und wie viele unterschiedliche Zutaten in einem Gang stecken.

Im Fall des Weihnachtsmenüs war die Zubereitung Zuhause aber wirklich super-einfach: Es gab eine Anleitung auf Papier mit farbigen Bildern, die zeigten, wie das Gericht am Ende aussehen soll. Und im Internet ein Video mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Was aus einer Spritztülle gespritzt werden sollte, war schon in einer entsprechenden dreieckigen Tülle. Top! Lediglich mit der Soße zur Hauptspeise und der Schokoladen-Ganache für den Nachtisch hatten wir aufgrund der Farbe kurzfristig falsch gedacht. Trotzdem: Mit der Vorspeise, der Suppe und der Nachspeise hatte ich überhaupt keine Probleme. Nur beim Hauptgang hat sich gezeigt, dass die Zutaten alleine eben noch nicht die Sterneköchin machen – selbst dann nicht, wenn sie bestens zubereitet sind.

Herausforderungen gemeistert. Zumindest überwiegend

Das Kürbispüree sollte man nämlich aus dem Plastikbeutel spiralförmig auf den Teller spritzen. Nun war der Beutel aber sehr heiß, da das Püree vorher im Wasserbad war. Das war unangenehm! Bis ich aber diese Spirale und die Kirschmarkspirale auf dem Teller hatte, Spitzkohlsalat angerichtet, die Entenbrust darauf arrangiert, das Ganze mit Soße begossen und mit Spekulatiusbrösel bestäubt hatte, war der Hauptgang leider etwas zu kalt. Da fehlen zuhause die wärmenden Lampen, die in guten Küchen über den Teller gezogen werden. Oder anders gesagt: Ich als Laie war zu langsam. Trotzdem war das Weihnachtsmenü super. Und jetzt freue ich mich wirklich sehr, 2021 irgendwann den Service vor Ort genießen zu können, ohne zwischen den Gängen mit dem Weinglas in die Küche zu müssen, um mein Essen weiter zuzubereiten.

Das Restaurant Maximilian Lorenz hat übrigens auch eine Silvesterbox im Angebot.

Rustikales Take away im Herbst zu fairem Preis aus dem Restaurant Maximilian Lorenz

Ganz anders war das Take away Menü, das wir einige Wochen vorher im Restaurant Maximilian Lorenz abgeholt hatten: Grundsätzlich passend zum Motto des Restaurants „Wir lieben deutsche Küche!“ gab es Consommé vom Eifeler Rind mit Flädle und Gemüse, Ragout vom Eifeler Wildschwein mit Rotkohl und Spätzle, Käseplatte und Schokokuchen.

Keine Frage: Das Essen war gut, der Preis war fair. 30 Euro für eine Vor- und eine Hauptspeise sind nicht zu viel. Und gerade die Abholgerichte sind natürlich auch ein bisschen schwierig: Der Kunde soll zuhause nicht mehr viel Arbeit mit dem Essen haben, es soll sich halten, und schmecken soll es auch. Da ist eben üblicherweise nicht ganz so viel Finesse möglich, wie wenn man die Gäste im Restaurant am Tisch bewirtet – oder wenn man ein Weihnachtsmenü anbietet.

Suppe, Rotkohl, Spätzle und Fleisch aufwärmen – das schafft eben jeder. Doch schon beim Schokoküchlein, das wir mit einer Käsevariation noch dazu gebucht hatten, gab es Probleme. Das Küchlein war zwar mega-lecker, aber frisch aus dem Ofen und gestürzt sah es eben nicht wie ein Küchlein aus. Sondern, nunja, wie ein Haufen. Was genau ich falsch gemacht habe, weiß ich nicht.

Käsevariation von Maximilian Lorenz
Käsevariation von Maximilian Lorenz

Meine Pläne für 2021

Neben einem besuch im Restaurant Maximilian Lorenz steht auch das Weinlokal Heinzhermann für 2021 auf meiner To do Liste: Es ist nicht ganz so fein wie das Restaurant Maximilian Lorenz. So bekommt man dort beispielsweise auch Burger und Pasta – aber auch Entenbrust oder Tunfisch. Tatsächlich dreht sich dort jedoch mehr um den Wein: 1400 verschiedene Weine aus allen Ländern stehen zur Auswahl. Übrigens gibt es auch einen Business-Lunch für 20 Euro. Maximilian Lorenz beteiligt sich außerdem an den Fine Food Days Cologne, die für den April 2021 geplant sind.

Der Artikel von Mitte Dezember wurde Ende Dezember aktualisiert.

Köln: Take away vom Restaurant Maximilian Lorenz

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