Rheinromantik und Wochenendausflug nach Königswinter

Blick von der Dachterrasse des Siebengebirgsmuseums
Blick von der Dachterrasse des Siebengebirgsmuseums

Wer auf dem LVR-Turm in Köln steht, hat es gut im Blick, das Siebengebirge. Dort, so hört man sagen, könnten einst die sieben Zwerge gelebt haben – klar: Sieben Berge, sieben Zwerge. Und damit ist man schon mitten drin in dem, was man Rheinromantik nennt. Aber eigentlich geht es dabei um das Mittelrheintal zwischen Bingen und Bonn, also um die Landschaft, durch die man heute von Köln kommend auf dem Weg nach Mainz fährt. Dort, wo auf jedem Hügel eine mehr oder weniger gut erhaltene Burg steht. Kein Wunder, dass man in Koblenz darum das Romanticum findet, ein interaktives und multimediales Museum, in dem es um eben diese Landschaft und die Leidenschaft der Reisenden für sie geht.

Rheinromantik auf dem Petersberg

Der Rhein und vielleicht auch Romantik
Der Rhein und vielleicht auch Romantik

Das Siebengebirge ist also quasi der nördliche Abschluss dieser Region, und auch wenn man so gerne an die sieben Zwerge denken möchte: Sie haben damit herzlich wenig zu tun. “Sieben kommt eigentlich von ‘sieven'”, erklärt Heinz Hönig, Touristenführer der Stadt Bonn. “Und ‘sieven’ steht für regen oder rinnendes Wasser”. Ob es im Siebengebirge tatsächlich viel regnet, sei dahingestellt. Sicher ist jedoch, dass es dort 42 Erhebungen gibt, die bekannteste dürfte wohl der Petersberg sein. Dort steht das Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland. Dort kann man ganz nett Kaffee auf der Terrasse trinken, mit dem Blick über den Rhein, und dazu muss man auch gar kein Hotelgast sein.

Wenn man sowieso schon in der Ecke ist, kann man gleich auch noch den Drachenfels in seinen Ausflug miteinbeziehen:

Rheinromantik: Der Bonner Hausberg Drachenfels

Während der Petersberg nur mit dem Auto über eine Privatstraße zu erreichen ist, wird der Besuch des Drachenfels ein echter Wochenendausflug: Es gibt eine Zahnradbahn, die Besucher bequem nach oben bringt. Dort genießt man einen weiten Blick über das Rheintal und Bonn und bei gutem Wetter bis nach Köln. Ein großes Ausflugslokal mit Panoramafenstern sorgt vor allem dann für eine Stärkung, wenn man eine gute Stunde zu Fuß auf den Drachenfels gestiegen ist. Das ist wirklich kein Spaziergang. Obgleich der Weg durchweg ausgebaut ist, verlangt er einiges an Kondition. Der Aufstieg zum Drachenfels beginnt in Königswinter und ist von Bonn aus mit der Stadtbahnlinie 66 zu erreichen. Dort befindet sich auch die Talstation der Drachenfelsbahn.

Auf halbem Weg nach oben und praktischerweise an der Mittelstation der Zahnradbahn liegt das Schloss Drachenburg. Dieses zum Ende des 19. Jahrhundert erbaute Herrenhaus hat eine wechselvolle Geschichte mit verschiedenen Nutzungen hinter sich. Schloss und Park zeugen von der leichten Exzentrik ihres Erbauers, der tatsächlich dort nie selbst gewohnt hat. Und auch hier gibt es eine tolle Aussicht über Bonn und das Rheintal. Im Februar wird mit „Schlossleuchten“ das Ganze im Dunkeln übrigens farbenfroh angestrahlt. (Timo Stoppacher)

Königswinter als Ausflugsziel für Rheinromantiker

Wer findet, dass Siebengebirge, Rheinromantik oder Ressource Stein nach verstaubten Schaukästen und vielen langweiligen Bildern klingt, sollte nach Königswinter weiterfahren. Dort kann man nämlich in der Kellerstraße, einer schmalen Gasse mit hübsch renovierten Häuschen, das Siebengebirgsmuseum besuchen. Im ersten Stock steht beispielsweise allerlei Nippes mit Bildern vom Drachenfels verziert. Einiges ist so hässlich, dass es fast wieder schön ist. Nebenan erfährt man einiges über Tourismus in der Region: ein gepackter Reisekoffer aus früheren Jahren, ein Besteckschrank aus einem Hotel, Bilder mit Reisemotiven. Sie zu analysieren wird ganz spannend, wenn man die Klappen unter dem Bild öffnet und dort nähere Informationen zum Bild bekommt. Auch der Schnellfotograf stellt sich vor: In einem Video zeigt er, wie vor vielen Jahren und ganz ohne Digitalkamera und Photoshop innerhalb von zwei Stunden Fotosouvenirs für die Touristen gemacht wurden.

Die Siebengebirgsregion erkundet man am besten am Bildschirm: jüdisches Leben, Klöster oder Burgen interessieren euch? Wählt die entsprechende Taste, und seht, was dazu auf dem Monitor erscheint. Wem das zu lange dauert, der schaut sich Exponate in den Schaukästen an. Das Thema Stein wird ganz ähnlich präsentiert: Es gibt Videos und Schubladen zum Öffnen, Schaustücke und sogar einen Königswinterer Ofen gibt es zu sehen, gebaut aus den Steinen aus der Gegend.

In Königswinter kann man auch das Boot besteigen, und mit der Linie der KD beispielsweise nach Bonn, Köln, Koblenz oder Mainz fahren. Direkt an der Rheinpromenade ist außerdem Sea Life, ein Aquarium. Bei meinem Besuch dort vor Jahren war ich enttäuscht: In dem Moment, als ich dachte, jetzt beginnt die richtige Ausstellung, war ich schon wieder am Ausgang.

Weitere Ausflugsziele in der Nähe

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Nicht weit entfernt von Königswinter ist außerdem Bad Honnef. Dort kann man das Wohnhaus von Konrad Adenauer besichtigen. Auf der anderen Rheinseite in Bad Neuenahr-Ahrweiler kann der ehemalige Regierungsbunker besichtigt werden. Zwischen Bonn – Königswinter und Bad Honnef führt außerdem eine Rheinsteig-Wanderetappe entlang.

Dieser Artikel ist ursprünglich aus dem Mai 2015. Er wurde im Juni 2019 aktualisiert.

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