Gut essen und trinken auf Jersey

Tasting Menu im Sirocco

Welche Speisen erwartet Ihr auf einer Insel? Genau – Fisch und Meeresfrüchte. Und in Großbritannien? Burger – klar! Kein Wunder also, dass man auf Jersey, der größten der Kanalinseln zwischen England und Frankreich genau das in Hülle und Fülle bekommt: Fisch und Burger. Grundsätzlich ist gut zu wissen, dass St. Helier nicht nur die Inselhauptstadt ist, sondern auch der Ort auf der Insel, an dem es die meisten Restaurants gibt. Trotzdem ist es nicht unbedingt einfach, dort einen freien Platz zu finden. Denn an Sonntagen haben viele Restaurants und Cafés gar nicht erst geöffnet. Montags sowieso nicht. Freitag und Samstag sind dafür so viele Menschen in der Stadt, dass alles ausgebucht ist. Und unter der Woche gibt es zumindest in den besseren Restaurants gerne mal Firmenevents. 

Einfaches, aber typisches Essen auf Jersey

An einem Tag hatten wir unser Glück in zwei Restaurants versucht, die beide voll waren. Der Hunger hat uns dann zum Italiener getrieben, Bella Italia – wie sonst? – heißt das Restaurant in der Innenstadt. Die Pizza war scharf und gut, alles in allem eben so, wie es in italienischen Restaurants üblicherweise ist. An einem Samstag war alles so voll, dass wir auf dem Volksfest gegessen haben: Der Burger sah etwas armselig aus im Vergleich zu dem, was man in den hippen Restaurants so bekommt. Die Bulette – neudeutsch: Patty – war aber gut. Frisches Fleisch vom Metzger der Stadt zubereitet. Und weil wir einmal mittags eine große Portion hatten, sind wir abends nur noch in den Imbiss gegangen, um Fish and Chips zu essen. Abgesehen davon, dass die Portion für zwei gereicht hat, ist das nicht vergleichbar, zu dem, was es bei uns unter dem Namen gibt. Auf den Fritten, yes, with vinegar, please, lag ein großes, festes Stück Fisch – und es war ziemlich lecker.

Nie ohne Gin Tonic – it’s England, studpid!

Ein sehr typisches Getränk auf Jersey ist wie in ganz England der Gin Tonic. Natürlich gibt es auch hier Bars mit sehr viel Auswahl an Gin und Tonic. Grundsätzlich ist dieser Drink aber deutlich günstiger als bei uns, dafür kostet das Essen etwas mehr. Super ist es natürlich, den Gin Tonic da zu trinken, wo auch die Einheimischen sind, beispielsweise im Cock and Bottle mitten in der Stadt. Dort ist Selbstbedienung, bezahlen kann man kontaktlos mit Karte, und Frauen, die an der Theke anstehen sind eher ungewöhnlich.

Für den süßen Zahn: Kaffee und Kuchen am Nachmittag auf Jersey

Ganz klar hat man auf Jersey einen süßen Zahn. So gibt es im Prinzip in nahezu jedem Ort einen Stand oder ein Café, in dem Jersey Ice Cream gereicht wird. Essen! Auf jeden Fall! Sie ist köstlich. Ich hatte Limone, Banoffee – das ist Banane und Toffe – Salted Caramel und Vanille. Bei den War Tunnels gibt es außerdem ein Café, in dem ein Victorian Sandwich Cake gereicht wird, weicher Boden mit süßer Füllung. Da die Busse bei den War Tunnels nicht so oft halten, ist der Abstecher ins Café auf jeden Fall nett. 

Außerdem sollte man natürlich einen Jersey Cream Tea oder besser gleich einen Afternoon Tea genießen. Wir hatten unseren in St. Aubin im Somerville Hotel auf dem Hügel mit Blick über den Hafen. Er war Teil unseres Paketes, das wir über Secret Escapes bei Maris Reisen gebucht hatten.

Jersey: Fisch, Hummer und vom Grill 

Gorey, ein Dorf im Osten der Insel, ist bekannt für Restaurants, die Hummer und Meeresfrüchte servieren. In unserem Paket war ein Hummer-Lunch im Dolphin-Restaurant. Da hatte ich also einen halben Hummer vor mir liegen, unerwartet festes Fleisch und köstlich. Mit der Hummer-Zange den Panzer der Arme aufzubrechen war allerdings Schwerstarbeit. Gelohnt hat sich das aber: Ich war überrascht, wie viel Fleisch man dort noch finden konnte.

Hummer-Lunch auf Jersey

Frisch gefangen vor Jerseys Küste – really?

Lecker, aber etwas desillusionierend war das Krabben-Sandwich in L’Etacq. Wir kamen dort bei unserer Wanderung aus dem Norden die Küste entlang vorbei. Faulkner’s Fisheries ist in einem ehemaligen Verteidigungsbau aus dem Krieg. Davor steht ein Stand mit frisch aussehendem Seegetier und ein Grill. Man sitzt auf einfachen Bänken an Holztischen und eigentlich ist alles nett. Bis zwei Dinge passierten:

  • Unser Sandwich kam in einer Plastikverpackung. Da wir 20 Minuten darauf gewartet haben, glaube ich schon, dass es frisch zubereitet war. Aber dann wäre es einfach schöner, es käme auf einem wiederverwertbaren Teller. So steckte es für vielleicht fünf Minuten in Plastik, das direkt danach in der Mülltonne landete. Unnötig.
  • Als wir gerade gehen wollten, kam ein Transporter mit eisgekühlter Ware: Fische und Muscheln aus Vietnam und China. Ein Schuft, der Böses dabei denkt.

Restaurants in St. Helier

Das Wildfire Restaurant in St. Helier, der Inselhauptstadt, sieht von außen nicht ganz einladend aus. Im Erdgeschoss gibt es ein Restaurant, in dem Fernsehsender für Unterhaltung sorgen. Oben ist ein zweites Restaurant, in dem es deutlich angenehmer und ruhiger ist. Dort gibt es auch andere Gerichte als unten. Ich hatte einen Surf and Turf Salat, also mit Rind und Garnele, der sehr gut war. Die Menge an Fleisch und Garnele war jedoch eher übersichtlich.

Das Quayside Restaurant ganz in der Nähe hat einen ebenso merkwürdigen Zugang. Auf den ersten Blick ist es allerdings ziemlich fancy. Nur wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die Möbel schon bessere Zeiten erlebt haben. Das Essen war trotzdem sehr gut dort. Allerdings konnten wir spontan nur noch direkt um 18 Uhr einen Tisch bekommen, ab 20 Uhr war alles ausgebucht.

Fine Dining auf Jersey

In unserem Paket war auch ein Essen im Candlelight Restaurant im The Revere Hotel in St. Helier. Das Hotel ist alt, aber witzig gestaltet. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dort zu hinzugehen, aber das Essen war prima: Fishcake als Vorspeise, gegrillter Lachs als Hauptspeise, eine fruchtige Crème brulée zum Abschluss.

Im The Royal Yacht Hotel, in dem wir auch untergekommen waren, hatten wir an einem Abend das Tasting Menu mit Weinbegleitung im Restaurant Sirocco. Als Hausgäste bekamen wir 20 Prozent Rabatt auf die Rechnung. Das Menü war eine gelungene Kombination aus Fisch und Fleisch, zum Abschluss gab es sowohl eine Dessertvariation als auch eine Käseplatte, und der Sommelier, ein Portugiese von Madeira, erklärte uns ausführlich zu jedem Gang, warum er sich genau für diesen Wein entschieden hatte. Sehr nett! Da das Restaurant Sirocco sehr oft ausgebucht ist, solltet Ihr reservieren, falls Ihr dort essen wollt.

  • Vorspeise im Sirocco
  • Fine Dining auf Jersey
  • Tasting Menu im The Royal Yacht
  • Lecker Essen
  • Dessertvariation für zwei
  • Käseplatte zum Abschluss

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