Berlin: Historischer Hafen und Fischerinsel

Historische Schiffe und der Alex im Hintergrund
Historische Schiffe und der Alex im Hintergrund

Renate Angelika liegt eng neben Adonis, und Andreas streckt keck seinen Schornstein gen Himmel. Ich stelle mir vor, dass aus ihm eine dichte schwarze Rußwolke kam, als er damals auf dem Wasser entlangschipperte. Andreas ist nicht mehr der Jüngste, und auch Renate Angelika sieht man das Alter an: Die weiße Farbe blättert ab, und leichte Rostspuren – oder ist es Patina? – laufen von oben nach unten. Der Historische Hafen in Berlin, in dem die alten Schiffe liegen, ist also ein nostalgischer Platz – und ungewohnt ruhig. Hier vergisst man leicht, dass man mitten in Berlin ist, der coolsten und größten Stadt Deutschlands.

Der Historische Hafen gehört zur Fischerinsel mitten in der Spree. Sie war angeblich schon um 1200 besiedelt und gehörte zur Stadt Cölln, die 1709 mit Berlin vereinigt wurde. Heute kann man rund um die Insel laufen, die allerdings außer dem Historischen Hafen zumindest in diesem südlichen Teil der Spreeinsel nicht viele schöne Ecken hat. Allerdings geht die Fischerinsel im Norden in die Museumsinsel über – und dort gibt es jede Menge zu sehen: Wo zu Zeiten der DDR sich der Berliner Dom im Palast der Republik spiegelte, entsteht derzeit noch das Stadtschloss – eine große Baustelle, die aber schon erahnen lässt, wie schön dieser Teil der Hauptstadt einst sein wird.

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Von der Fischer- zur Museumsinsel

Der Dom selbst ist innen überwiegend weiß, und der Blick in die hohe Kuppel mit den Gemälden kann zu Genickschmerzen führen, weil man gar nicht aufhören möchte, mit nach hintem gelegten Kopf nach oben zu schauen. Der Besuch lohnt sich, auch wenn man dort Eintritt bezahlen muss. Auf jeden Fall sollte man auf die Kuppel steigen, denn von dort hat man einen guten Blick auf den nahe gelegenen Alex. Hinter dem Dom kommen übrigens die großen Museen: Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Pergamon- und Bode-Museum.

Laufen auf der Fischerinsel

Wenn man in der Nähe des Spittelmarkts untergekommen ist, läuft man schnell über den Spreekanal auf die Fischerinsel. Dann hält man sich am Kanal entlang links und läuft auf die Schlossbaustelle zu. Hier überquert man den Kanal und läuft weiter auf die Spitze der Museumsinsel zu. Dort gibt es eine Brücke, die über den Kanal, die Insel und die Spree führt. Hier, auf Höhe des Monbijouparks, sind übrigens auch ganz nette Cafés für diejenigen, die die Runde spazieren gehen und nicht laufen. Unter den Bahnbögen hindurch führt die Strecke bis ins Nikolaiviertel. Auch dort vergisst man in den engen Sträßchen und im Schatten der Nikolaikirche, dass man in Deutschlands Hauptstadt ist. Höchstens die vielen Touristen sind ein Zeichen dafür, dass dieses Viertel in vielen Reiseführern erwähnt wird. Rund um die Kirche gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, eine Pause einzulegen. Schließlich erreicht man eine vielbefahrene und breite Straße, die über die Spree zurück auf die Insel führt. Von hier ist es dann nicht mehr weit zurück zum Spittelmarkt. Alles in allem eine schöne Runde sowohl für Spaziergänger als auch für Läufer, weil man hier einen anderen Blick auf die sonst eher hektische Stadt bekommt. Die Strecke ist ungefähr fünf Kilometer lang, eben, aber man muss einige Treppen hoch und runter.

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