11 Museen in Berlin jenseits der Klassiker

Im Museum für Kommunikation in Berlin
Im Museum für Kommunikation

Pergamonmuseum, Jüdisches Museum, DDR-Museum – das sind Touristenmagnete für Berlin. Aber sie sind längst nicht die einzigen Museen in der Hauptstadt, die einen Besuch wert sind. Ich habe mir einige Häuser angeschaut, in denen weniger Andrang herrscht – und in denen man auch wunderbar Zeit verbringen kann:

  1. Street Art Museum: Noch relativ neu ist das Street Art Museum Urban Nation. Wie es der Name erwarten lässt, findet man dort eben Street Art – und zwar aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Der Eintritt ist kostenlos.
  2. The Gate: Auch dieser Ort ist noch recht neu – und der Eintritt mit 9 Euro (Stand 11/2017) nicht ganz billig. The Gate ist kein typisches Museum, sondern vielmehr eine Filmvorführung, bei der man auf drei wandgroßen Leinwänden die Geschichte Berlins erzählt bekommt. Eine Vorführung dauert gut 20 Minuten, man darf aber so lange bleiben, wie man möchte. Wir haben den Film gleich zweimal gesehen. Der Eingang ist direkt am Brandenburger Tor: Rechts ist die französische Botschaft, auf der Ecke der Starbucks – und genau zwischen beidem liegt etwas versteckt die Eingangstür.
  3. Museum für Kommunikation: Welche Rolle die Kommunikation im Alltag spielt, und wie sich von Zeiten der Postkutsche bis zum Internet entwickelt hat, das kann man sich hier ansehen. Zusätzlich gibt es in dem schönen Haus auch Wechselausstellungen. Auf keinen Fall sollte man die Schatzkammer im Keller verpassen! In dem dunklen Raum stehen gläserne Vitrinen. Sie werden beleuchtet, sobald ein Besucher davor steht. Ihm wird dann die Geschichte zum Ausstellungsstück über Lautsprecher erzählt.
  4. Tränenpalast: Der Tränenpalast gehört zum Haus der Geschichte in Bonn. Als es die DDR noch gab, war dieses Gebäude ein Teil der innerstädtischen Grenze. Hier passierten Besucher von West nach Ost und andersherum. Alles in allem ein emotionaler Ort. In der interaktiven Ausstellung lässt sich nachempfinden, wie der Alltag im geteilten Berlin war. Der Eintritt ist frei. Es gibt eine App zur Ausstellung.
  5. Medizinhistorisches Museum in der Charité: Nicht nur für Medizininteressierte spannend. Im Prinzip werden in dem Haus auf der Gelände der Charité konservierte Krankheiten ausgestellt: Nierensteine oder Karzinome beispielsweise. Zusätzlich gibt es wechselnde Ausstellungen, und im oberen Stockwerk verbildlichte Informationen über Krankheitsverläufe in früheren Jahren. Ich fand’s faszinierend, aber auch ganz schön hart an manchen Stellen.
  6. The Story of Berlin: Eines meiner Lieblingsmuseen überhaupt! Man schlendert durch eine interaktive, deutsche Geschichte. Und bekommt außerdem die Gelegenheit, bei der Führung durch einen Atombunker dabei zu sein.
  7. Mauermuseum am Checkpoint Charly: Hier kann es schon ziemlich voll werden, denn dieses Museum zählt zu den meistbesuchten in der Hauptstadt. Außerdem sind die Räume eher eng. In diesem Museum erfährt man viel über die Geschichte der DDR und der Berliner Mauer, und auch darüber, wie Ostdeutsche in den Westen geflohen sind.
  8. Parlamentshistorische Ausstellung des Bundestags: Von außen ist es ein unfassbar schönes Gebäude: der deutsche Dom am Gendarmenmarkt. Innen ist aber schon lange keine Kirche mehr, sondern Politik. Auf fünf Ebenen geht es um Demokratie und Parlamentarismus in Deutschland, angefangen im Jahr 1848. Es gibt viel zu sehen, zu lesen und zu hören. Der Besuch kostet nichts.
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  9. Spionage-Museum: Dieses Haus ist zugegebenermaßen nicht mein Favorit. Als ich dort war, hat viel einfach nicht funktioniert. Trotzdem gab es auch interessante Abschnitte.
  10. Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfeld: Wer aus der DDR geflohen war oder ausreisen durfte, kam zunächst in eines der westdeutschen Aufnahmelage. In Marienfeld kann man sich in den vielen Zeitzeugnissen und Hörstücken Geflohener verlieren. Exemplarisch durchläuft der Besucher außerdem einmal den Gang, den Flüchtlinge aus der DDR nehmen musste, um im Westen anerkannt zu werden. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass in den zugehörigen Gebäuden heute wieder Flüchtlinge untergebracht sind – wenn auch aus ganz anderen Ländern. Der Eintritt ist kostenlos.
  11. Kennedy-Museum. Man muss gar kein Fan der Kennedys oder der US-amerikanischen Geschichte sein, um dieses kleine Museum zu besuchen. Dort gibt es sehr viele Fotografien aus dem Leben der Familie zu sehen sowie Alltagsgegenstände wie ein Hemd oder eine Aktentasche. In Endlosschlaufe wiederholt John F. Kennedy auf Video seine berühmte Berliner Rede, und in Vitrinen hängen ganze reden in Lautschrift verfasst. Das ist selbst dann spannend, wenn man sonst wenig Interesse an den Menschen hat, denen das Museum gewidmet wurde.

Nicht wirklich ein Museum, aber eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Karl-Marx-Allee gibt es im Café Sibylle. Den Besuch dort kann man beispielsweise mit einem Frühstück verbinden.

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