Stadtwandern in Köln: Friedhöfe an der Venloer Straße

Auf dem Jüdischen Friedhof
Auf dem Jüdischen Friedhof

Natürlich: Melaten kennt in Köln jeder. Der Friedhof, der mehr einem Park gleicht, ist auch in Corona-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel. Wer es etwas ruhiger mag, fährt einfach mit den Linien 3 oder 4 bis zur Haltestelle Bocklemünd. Ja, das ist schon recht weit draußen. Dort hat man aber gleich zwei Friedhöfe zur Auswahl: Bei unserem Besuch war der Jüdische Friedhof sehr leer. Wir liefen ganz alleine durch die Reihen mit teilweise sehr schrägen Grabsteinen. Es macht traurig zu sehen, auf wie vielen ein Todesdatum zwischen 1939 und 1945 steht. Nur wenige Meter stadteinwärts ist der Westfriedhof, ebenfalls sehr groß und sehr grün. Hier findet man die typischen steinernen Kreuze eines Soldatenfriedhofs – viele davon, um es genau zu sagen.

Venloer Straße: von industriell bis hip

Typisch Venloer Straße - ein bisschen außerhalb
Typisch Venloer Straße – ein bisschen außerhalb

Eigentlich kann man auf den beiden Friedhöfen schon viel Zeit im Freien verbringen und immer wieder neue Ecken entdecken. Wer sich etwas mehr die Füße vertreten will, läuft aus Bocklemünd zurück ins Zentrum von Ehrenfeld. Das ist nicht besonders schön und idyllisch, sondern eher sehr urban. Schließlich fahren die ganze Zeit Autos an einem vorbei. Dafür kann man sehr gut beobachten, wie sich die Venloer Straße zur Schlagader Ehrenfelds entwickelt. Denn in Höhe der Friedhöfe hat man zunächst sehr viele Steinmetze, die Grabsteine anbieten. Dann kommen industrielle Gebäude, danach kommen viele Wohnhäuser. In Bickendorf mischen sich dann die ersten Friseure, kleine Läden, hier ein Café, dort mal eine Pizzeria unter. Am Rochusplatz trifft man dann auf ein Kuriosum: Mitten im Gewimmel von Autos, Fußgängern, Supermärkten und hohen Häusern steht nämlich die Rochuskapelle, als ob man sie dort falsch abgestellt hätte. Tatsächlich steht sie dort seit 1666, und ich frage mich, was sich Stadtplaner dabei gedacht haben, ihr nicht mehr Platz und Ruhe zu lassen.

Schamong Kaffee
Schamong Kaffee

Das Stück zwischen Äußerer Kanalstraße und Leyendecker Straße ist dann schon recht nah am Zentrum von Ehrenfeld. Das bemerkt man auch an der Schamong-Kaffeerösterei, die trotz ihrer langen Geschichte ziemlich hipp aussieht. Hier gibt es auch gleich zwei Burger-Läden, einer davon vegetarisch. Zwischen der Leyendecker Straße und dem Gürtel sind sehr viele Cafés, Bars und kleine Restaurants in den vergangenen Jahren entstanden: Die Braustelle ist längst etabliert, Madame Tartine, die Eisdielerin und gleich mehrere Cafés am Bürgeramt Ehrenfeld. Jetzt nur noch über den Gürtel – und schon ist man mitten drin im Trend-Viertel Ehrenfeld. Hier findet man auf jeden für jeden Geschmack etwas zu essen und zu trinken – und während der Corona-Krise auch viel auf die Hand.

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