Noch viel zu sehen, bevor ich sterbe

Es ist ein Abend mit vielen „Ahs“ und „Ohs“, den ich mit einem Glas Rotwein an einem der letzten warmen Abende des Jahres auf dem Balkon verbringe. Ich blättere nämlich, wären ich am Glas nippe, in dem 1200-seitigen Buch „1000 Places to see before you die – die neue Lebensliste für den Weltreisenden(Werbe-Link zu Amazon). Der Verlag hat mir das Buch zur Rezension überlassen, und speziell die Seiten 947 bis 1056 befördern mich zurück in längst vergangene Zeiten. Auf diesen Seiten geht es nämlich um die lateinamerikanischen Länder – und was soll ich sagen? Ich habe einen Großteil von dem gesehen, was man gesehen haben soll: Palenque, die Ruinenstadt in Mexiko, genauso wie die Kupferschlucht, in die man mit dem Zug fährt. Im Nationalpark Corcovado in Osa, Costa Rica, habe ich vor langer Zeit die Silvesternacht verbracht. In Antigua, Guatemala, war ich, in Tikal und auf dem Markt in Chichicastenango, in Buenos Aires und an den Iguazu-Wasserfällen zwischen Brasilien und Argentinien. Auch an den Titicacasee zwischen Peru und Bolivien kann ich mich gut erinnern: In Puno, auf der peruanischen Seite, wurde mein Rucksack gestohlen, so dass ich früher als geplant zurück nach Deutschland musste. Und von Copacabana kommend haben wir uns bei einer späteren Reise auf einer Insel verlaufen und mussten einen Fischer anheuern, der uns in seinem Bötchen über den See zu unserer Ablegestelle brachte. Wir waren viel zu spät, und die anderen Touristen waren mächtig sauer auf uns.

Lateinamerika, Europa, Asien – ich habe schon recht viel von meiner Reiseliste gesehen

Auch an den Colca Canyon in Ekuador erinnere ich mich, und natürlich an Cusco und den Weg nach Machu Picchu, auf dem ich so unfassbar höhenkrank war. In Vinales auf Kuba habe ich einem illegalen Hahnenkampf zugesehen, und in Trinidad Silvester gefeiert – gleich zweimal. Und ach! Lateinamerika. Ich war viel zu lange nicht mehr auf diesem wunderbaren Kontinent mit seinen lebenslustigen Menschen und der großen Geschichte. Das Buch weckt das Fernweh in mir.

Hahnenkampf auf Kuba

Natürlich kann ich auch in Westeuropa viel abhaken: Stratford-upon-Avon, die Heimatstadt von William Shakespeare, die bei unserem Besuch völlig überlaufen war. Bordeaux, wo ich mir eine üble Lebensmittelvergiftung eingefangen hatte. Der Mont St. Michel – in dieser Nacht hat es so geschüttet, und wir haben im Zelt unfassbar gefroren. Mitten im Sommer wohlgemerkt. Die Highlands in Schottland, Kreta oder Sintra in Portugal – ich komme gar nicht mehr aus dem „Weißt du noch“-Modus heraus.

Bald zwei Häkchen mehr auf der Reiseliste

Auch viele der Orte im Buch, die stellvertretend für die USA, die arabische Halbinsel oder Asien genannt werden, habe ich gesehen. Aber speziell auf den großen Kontinenten ist auch noch viel, was ich noch entdecken möchte: Kanada, Brasilien, der Osten Indiens zum Beispiel. Und der afrikanische und der australische Kontinent sind sogar ziemlich weiße Flecken. Bei Australien ist es kein Wunder: Ich war einfach noch nie da. In Afrika ist es schwieriger: ein Flüchtlingslager und ein armes Dorf in den Usambarabergen sind nicht so die Top-Spots für Touristen. Obwohl vielleicht gerade sie jeder einmal erlebt haben sollte, um zu wissen, wie verdammt gut es uns eigentlich geht. Trotzdem tauchen weder Yamba noch Kakuma im Buch auf. Dafür aber Sansibar. Und Essaouira in Marokko sowie der Platz Djemaa El-Fna in Marrakesch. Über die letzten beiden freue ich mich ganz besonders. Denn ich werde sie ganz bald besuchen, dieses Jahr noch – und natürlich werde ich auch darüber berichten, nachdem ich zwei Häkchen mehr auf meiner Reiseliste gesetzt habe.

Als Journalistin halte ich mich an den Pressekodex des Presserats. “1000 places to See before I die” wurde mir vom Vista Point Verlag kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt.

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