Tag des offenen Weins in Köln

Weiß, Rosé oder Rotwein? Beim Tag des offenen Weins gibt es alles

Samstag noch nichts vor? Dann raus mit Euch in die Stadt. Zwischen ungefähr 14 und 18 Uhr findet nämlich das zweite Mal der Tag des offenen Weins statt. Dabei könnt Ihr in zwölf Vinotheken jeweils drei deutsche Weine verkosten. Die drei Weine haben die Vinotheken schon vorausgewählt, ihre Kombination nennt sich „Flight“. Ein Flight kostet pro Vinothek 5 Euro.

Welche Vinotheken sind beim Tag des offenen Weins dabei?

Ihr könnt den Samstag nutzen, um in Köln ganz neue Locations kennenzulernen. Mit dabei ist zum Beispiel die Winebank am Ebertplatz. Dort sind normalerweise nur Mitglieder zugelassen. Darum ist der Tag des offenen Weins eine gute Möglichkeit, mal einen Blick in die Kellerräume zu werfen. Ich finde, das lohnt sich. Auch das 12 Grad in der Südstadt ist einen Besuch wert – allerdings wurde mir dort ein bisschen übel, weil alle Regale um eben 12 Grad geneigt sind.

Vinotheken in Ehrenfeld

Ehrenfeld ist – natürlich – auch gut vertreten: In der Körnerstraße ist die IMI Winery dabei. Dahinter stehen die drei Gründer Kai, Jonathan und Svenja. Die IMI Winery ist jedoch viel mehr als nur ein Laden. „Wir wollen das erste urbane Weingut in Köln werden“, sagt Kai. Darum will man künftig auch die Trauben aus der Pfalz nach Köln bringen. In der Leyendecker Straße sollen sie dann hoffentlich ab 2020 zu Kölner Wein verarbeitet werden. „Wir wollen damit den Menschen zeigen, wie viel Arbeit hinter einem guten Wein steckt, und dass man den eben nicht für 2,99 Euro bekommen kann“, sagt Kai. Geplant ist für diese Erweiterung der IMI Winery ein Crowdfunding Ende des Jahres. Und ich weiß jetzt schon, dass ich mich daran beteiligen möchte.

Am Tag des offenen Weins in der IMI Winery

Am Samstag wird es in der IMI Winery einen Riesling von 2018 geben, den ich persönlich zwar sehr erfrischend fand, aber auch etwas geschmackslos. Kai erzählt jedoch, dass ihm dieser Wein am vergangenen Wochenende bei einer Veranstaltung in der Körnerstraße fast komplett weggetrunken wurde – so unterschiedlich sind eben die Geschmäcker. Der zweite Wein ist ein Rosé von 2018, der eigentlich ein Blanc de Noir wäre – aber seine Farbe ist für diesen Trend-Wein zu dunkel. Also musste aufs Namensschild „Rosé“ – „und schon verkauft er sich deutlich schlechter“, sagt Kai mit einem Schmunzeln. Der dritte Wein lagerte 18 Monate im Fass, es ist der Pinot Noir East Ridge, in ihm wurden nur Trauben vom Osthang der IMI Winery verarbeitet.

„Rotweine sind oft etwas teurer als Weißweine“, erklärt Kai, „denn sie müssen länger lagern, und Lagerfläche kostet nun einmal Geld“. Die Weine, die beim Tag des offenen Weins angeboten werden, liegen bei 9 beziehungsweise 18 Euro. „Das ist deutlich mehr, als der Deutsche durchschnittlich für Wein ausgibt“, sagt Kai. „Denn der Durchschnittspreis, der für eine Flasche Wein gezahlt wird, liegt bei 2,78 Euro.“ Der Tag des offenen Weins ist also auch eine gute Möglichkeit, einmal höherpreisige Weine zu probieren und – hoffentlich – die Unterschiede zu schmecken. Die IMI Winery produziert übrigens nur biologische beziehungsweise biologisch-dynamische Weine. „Wir spritzen zum Beispiel Schachtelhalmtee gegen Schädlinge“, sagt Kai. 

Im Laden in der Körnerstraße gibt es übrigens auch Käse und Hartwurst aus Österreich: Bergkäse, Hirsch- und Wildschweinwurst passen ganz gut zur Weinverkostung.

Mit dem Tag des offenen Weins will das Deutsche Weininstitut die Weine aus Deutschland und ihre 13 Weinanbaugebiete bekannter machen. Er findet in München und Frankfurt am Main in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt, in Köln, Düsseldorf, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Dortmund und Leipzig zum zweiten Mal. 35 Vinotheken haben sich in diesem Jahr in Berlin beteiligt, jede hatte etwa 50 bis 70 Gäste. In Nürnberg haben sich sehr viel weniger Locations beteiligt – dafür waren dort jeweils deutlich mehr Gäste.

Wein und Wort ist beim Tag des offenen Weins 2019 dabei

Gar nicht weit von der IMI Winery ist etwas versteckt in einem Hof in der Sömmeringstraße das Atelier Wein und Wort. Falls Ihr Zeit habt: Schaut Euch das mal an. Denn Wein und Wort ist kein typischer Weinladen, sondern eigentlich eine Kombination aus Kunst, Agentur und Weinschule. Man hat dort üblicherweise auch keine festen Öffnungszeiten: Entweder, es ist offen, dann könnt Ihr reingehen und Wein kaufen, oder Ihr ruft morgens an, und fragt, wann die Agentur besetzt ist. Am Tag des offenen Weins hat man aber natürlich zu den festgelegten Zeiten geöffnet. Hier erwartet Euch zu Beginn eine Mischung aus Riesling und Sauvignon Blanc, der Znäg Secco. Nett prickelnd und für mich so lecker, dass ich sofort eine Flasche für 8,50 Euro gekauft habe. Dann gibt es ein Schlückchen Znäg Rosé – ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. Und den Znäg White, eine fruchtige Mischung. Die drei Weine kommen vom Weingut Dr. Gänz. Gänz und Znäg – merkt Ihr was?

Bei Wein und Wort könnte Ihr auch Kunst kaufen – der Verkaufs-Hit ist „Domblick für alle“. Vom Preis gehen zehn Prozent an gemeinnützige Einrichtungen in Köln. Oder Ihr besucht eben eines der Weinseminare. Sie dauern etwa vier Stunden. In dieser Zeit verkostet man sieben Weine und zahlt dafür 55 Euro. Am 7. Dezember wird es dort übrigens Open Doors & Bottles geben. Könnt Ihr Euch ja vielleicht schon einmal vormerken.

Ungewöhnliche Weine in der Bar Rix zwischen Friesen- und Rudolfsplatz

Vor etwa eineinhalb Jahren hat die Bar Rix im Friesenwall aufgemacht. Valentine verkauft dort überwiegen biologische und biodynamische Weine. Am Tag des offenen Weines sind in ihrem Wein Flight dabei

  • Sekt von der hessischen Bergstraße, also aus dem kleinsten deutschen Anbaugebiet. Sein Name: Griesel & Compagnie Rosé brut. – und das ist Programm: Der Spätburgunder Sekt ist sehr trocken, finde ich.
  • Dann gibt es den Weißwein Eymann, Gönnheimer Alter Satz von 2018. Das Erstaunliche an diesem Wein: Er riecht kaum, schmeckt aber ziemlich fruchtig-frisch. Die Mischung aus Riesling, Muskateller und Gewürztraminer wurde in einem Fass vergoren – es ist also kein Cuvée, der im Gegensatz dazu aus fertigen Weinen gemischt wird. Der Eymann kommt aus der Pfalz. 
  • Der Melsheimer Lentum war für mich eine echte Herausforderung. Für einen Weißwein fand ich den ersten Schluck nämlich unfassbar streng und herb. Der Naturwein hat drei Jahre im Holzfass gelagert – und schmeckt ab dem zweiten Schluck deutlich weicher. Naturweine sind übrigens immer etwas teurer, weil erstens der Ertrag niedriger ist und zweitens jeder Wein ganz individuell ist – er kann also im zweiten Jahr ganz anders als im ersten schmecken. Das Risiko für den Winzer ist also hoch, und das muss über den Preis ausbalanciert werden.

Auf Weinentdecker werden könnt Ihr Euch ansehen, welche anderen Vinotheken in Köln am Samstag mit dabei sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: