Lecker Essen in Köln: L’Osteria am Ebertplatz

Hübscher Einblick
Hübscher Einblick
Il Cancello, Rossini, La dolce Vita, so heißen die Cafés und Restaurants im Schatten der Eigelsteintorburg. Der umgebende Platz wird im Sommer an lauen Abenden voll, einen Hauch von mediterraner Atmosphäre meint man auch mitten im Januar bei einem Grad plus zu verspüren. Dreht man sich Richtung Ebertplatz, sieht Köln ganz anders aus. Aus allen Richtungen führen Treppen nach unten, quasi in ein Loch mitten in der Stadt. Umfahren wird das von vielen Autos auf mehrspurigen Straßen.

Brennpunkt Ebertplatz

Durchgang
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Dieses Loch sorgt in Köln schon lange und immer wieder für heftige Diskussionen: Erst in dieser Woche setzten sich FDP und SPD wieder dafür ein, eine Tiefgarage dort zu bauen. Auch der Masterplan für die Stadt Köln sieht vor, dass der Ebertplatz umgestaltet werden soll: Das Loch als solches könnte dabei verschwinden. Ob jedoch die geforderte Tiefgarage gebaut wird, hängt von vielen Dingen ab. Von der Pressestelle der Stadt Köln bekam ich diese Antwort auf meine Frage: „Für eine Tiefgarage ist eine erhebliche Investition nötig Außerdem soll sie betriebswirtschaftlich effizient betrieben werden. Darum hat sich bisher die Politik schwer getan mit einer Entscheidung“. 2016 sei erneut ein Auftrag für eine Machbarkeitsstudie und Wirtschaftlichkeitsberechnung erteilt worden. „Dieses Gutachten müsste in diesem Jahr vorliegen“, heißt es bei der Pressestelle weiter. „Dann wird es ausgewertet und mit einem Entscheidungsvorschlag in die Politik gegeben. Wann dies genau sein wird, steht derzeit noch nicht fest“. Sicher ist jedoch: „Vor einer endgültigen Entscheidung darüber wird sich am Ebertplatz nichts verändern. Denn mal will einer Realisierung einer Tiefgarage nicht durch einen vorgezogenen Umbau/einer Neugestaltung des Ebertplatzes vorgreifen. Einen Zeitplan für Beginn, Bauzeit und Fertigstellung gibt es daher derzeit noch nicht.“ Solange bleibt der Ebertplatz ein Problem. Wer danach im Internet sucht, findet Meldungen zu Überfällen, Drogenkriminalität und Polizei-Razzien.

Pizza und Pasta auf der Ecke

L wie L'Osteria
L wie L’Osteria
Kent Hahne hat das jedoch nicht abgeschreckt. Ganz im Gegenteil hat er gut sieben Jahre lang versucht, in dieser Gegend einen passenden Platz für ein Restaurant der L’Osteria-Kette zu bekommen. Der Grund ist ein emotionaler: Hahne ist als Jugendlicher vor vielen Jahren besonders oft und gerne rund um den Ebertplatz ausgegangen. Jetzt hat er sich seinen Wunsch erfüllt: Gestern hat die dritte L’Osteria in Köln aufgemacht. Die erste gibt es seit 2013 am Hahnentor, die zweite hat im Dezember im Gürzenich-Quartier eröffnet, und wurde überraschend gut angenommen: An manchen Samstagen liege der Umsatz bei 12.000 Euro. Eine ordentliche Summe, wenn man bedenkt, dass eine Pizza um etwa 12 Euro kostet und so groß ist, dass oft zwei davon satt werden.

Jetzt gibt es Pizza und Pasta aus der Systemgastronomie auch auf der Ecke zur Greesbergstraße, in unmittelbarer Nähe also zum Eigelstein. Im Sommer, so hofft Hahne, werden sie die Genehmigung bekommen, draußen Tische aufzustellen. Ihr Wunsch ist es, mit Zitronen- und Orangebäumchen in Terrakottatöpfen das Umfeld zu gestalten. Natürlich ohne die Fußgänger, Fahrradfahrer und die Feuerwehrzufahrten zu behindern. Bodentiefe Türen, die komplett aufgemacht werden können, gibt es schon. Selbst wenn also der Bürgersteig nicht benutzt werden kann, wird es im Sommer luftig hier werden – und zumindest ansatzweise an das Lebensgefühl rund um die Eigelsteintorburg um die Ecke anschließen.

Was die Zukunft bringt

Doch bis dahin vergehen noch einige Monate. „Eine Zeit, in der die Nachbarn die L’Osteria hoffentlich zu einer Art Veedelstreffpunkt machen werden“, sagt Hahne. Mit nur 120 Plätzen und ihren rustikalen Tischen ist es gut möglich, dass die Akzeptanz im Viertel hoch ist: Die L’Osteria sieht gemütlich aus. Bis es soweit war, hat Hahnes Team gut ein halbes Jahr Arbeit in den Altbau gesteckt: Im Keller gab es Feuchtigkeit und Mäuselöcher. Doch das meiste Geld und der größte Aufwand stecken in der Lüftung: Schließlich will niemand, dass die Gäste trotz offener Küche nach ihrem Besuch nach Essen riechen. 1,6 Millionen Euro netto habe er investiert, sagt Hahne, und 40 Mitarbeiter wurden eingestellt.

Für 2017 ist noch ein L’Osteria in Lövenich vorgesehen. Sie soll in ein freistehendes Gebäude kommen. „Das hat den Vorteil, dass es Parkplätze gibt“, sagt Hahne. Somit vergrößert sich der Umkreis, aus dem mögliche Gäste kommen, auf 25 Kilometer. Auch für Deutz ist eine L’Osteria angedacht, doch das kann gut noch einige Jahre dauern. Insgesamt gibt es 70 Restaurants der Kette in Deutschland und Österreich sowie eines im Schweizerischen Biel und ganz neu auch eines in Bristol.

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