Lecker Essen in Köln: L’Osteria im Gürzenich Quartier

Küche
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Menschen mögen Geschichten. Kein Wunder, dass die Gäste aufmerksam zuhören, als man ihnen erzählt, wie die Restaurantkette L’Osteria gegründet wurde: Da war ein unkonventionelles italienisches Restaurant in Nürnberg. Der Pizzaofen stand im Keller. Bestellte ein Gast Pizza, wurde der Bestellschein durchs Kellerfenster geworfen – und manchmal landete tatsächlich das Bestellte auf dem Tisch des Gastes. Als der Italiener der Liebe wegen auswanderte, griffen zwei Stammgäste zu: Friedemann Findeis und Klaus Rader übernahmen das Restaurant. Da sie am ersten Abend ohne Küchenhelfer waren, beschlossen sie, nur noch Pizza und Pasta zu kochen. Und fertig war das Konzept für die L’Osteria, die es in der Zwischenzeit 58 Mal in Deutschland gibt. Einige Restaurants sind auch in der Schweiz und in Österreich.

Der Mann, der diese Geschichte erzählt, ist Kent Hahne. Er hat am Vorabend auf dem Hohenzollernring das Restaurant GinYuu eröffnet. Kleiner Unterschied: GinYuu ist sein Baby. L’Osteria hat er zwar von Anfang an mit entwickelt und aufgebaut, er ist hier jedoch Lizenznehmer der Franchisekette, nicht Inhaber. Hahne, Findeis und Rader kennen sich übrigens noch aus Vapiano-Zeiten: Sie waren Mitgründer dieser Kette.

Bald vier Filialen in Köln

Ich gebe es zu: Ich bin kein Freund davon, in jeder Stadt dieselbe Gastronomie zu finden. Alex, Starbucks, Vapiano, Subway, Hans im Glück, L’Osteria. Obwohl ich Ketten meide, und immer auf der Suche nach lokalen Spezialitäten und dem Restaurant mit dem individuellen Etwas bin, muss ich zugeben, dass ich beispielsweise den Frühstücksbrunch in der Kölner All Bar One hervorragend finde. Und tatsächlich auch Pasta und Pizza in der L’Osteria mag. Zufällig war ich nämlich neulich in der Hannoveraner Filiale: Das Konzept, riesige Pizza für wenig Geld zu verkaufen, verstehe ich zwar noch immer nicht. Denn für einen alleine ist sie einfach zu groß. Das ändert aber nichts daran, dass sie mir schmeckt – genau wie die Pasta. Hahne betonte außerdem, dass jede L’Osteria sich von den anderen unterscheide, kein Restaurant sähe genau so aus wie das andere. Für das Gasthaus in Hannover und das im Gürzenich Quartier trifft dies auf jeden Fall zu. Außerdem bekomme man das Brot jeweils von einem lokalen Bäcker vor Ort, sagt Hahne.

Die neue L’Osteria im Gürzenich Quartier am Heumarkt hat 220 Quadratmeter und 169 Plätze. „Das ist eher ein kleines Restaurant“, sagt mir Udo Hänold, Geschäftsführer der MCH 3 Betriebsgesellschaft, die hinter den L’Osteria-Restaurants steht. Normal seien eher Gasthäuser mit 200 Plätzen. In Köln gibt es übrigens schon eine L’Osteria am Hahnentor. Und in etwa sechs Wochen kommt die dritte dazu: Am Ebertplatz wird ein weiteres Haus der Kette eröffnen, das soll allerdings eher Kneipencharakter haben.

Gute Nachrichten für Ehrenfeld

Damit ist jedoch noch nicht Schluss mit der Expansion in Köln. Eine vierte L’Osteria soll es im Frühsommer in unserer Domstadt geben. Und um ganz ehrlich zu sein: Darauf freue ich mich wirklich! Sie soll nämlich in Ehrenfeld die Tore öffnen, und zwar am Barthoniaforum. Die Einkaufspassage dort solle umgebaut werden, erzählt mir Hänold. Und das ist nicht nur eine gute Idee, sondern auch überaus wichtig: Der Leerstand dort seit so langer Zeit ist frustrierend. Die Billigläden, die sich dort jeweils nur wenige Wochen oder Monate hielten, haben die ansonsten eher positive Entwicklung des Viertels nicht unterstützt. Cafés, Kneipen und Cocktailbars hat Ehrenfeld in der Zwischenzeit genug. Jetzt wäre es schön, wenn sich auch auf gastronomischer Ebene etwas im Viertel täte. Eine L’Osteria könnte zumindest ein Anfang sein.

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