Argentinien-Special: Reise ans Ende der Welt

Rund um Bariloche
Rund um Bariloche

Wo ist das Ende der Welt? Und gibt es das eigentlich, wenn die Erde eine Kugel ist? Die Frage hatte ich mir schon oft gestellt, ich konnte nur nie eine Antwort darauf finden. Bis ich irgendwann zufällig vom „Fin del Mundo“ hörte, eben dem „Ende der Welt“, und davon, dass selbiges in Ushuaia liegt. Ushuaia ist die letzte Stadt vor der Antarktis. Kritiker werden anmerken, dass das chilenische Puerto Williams noch näher an der Antarktis liegt, allerdings gilt der Ort zumindest heute noch nicht als Stadt. Außerdem ist Puerto Williams für Touristen noch etwas schwieriger zu erreichen als Ushuaia.

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Der Name Ushuaia geisterte also jahrelang durch meinen Kopf, und ich wollte einmal dorthin, nur, um am Ende der Welt gewesen zu sein. Im Mai 2011 bekamen wir, mein Mann Jörg und ich, dann die Chance. Lufthansa verkündete über Twitter, dass es Sonderangebote für Lateinamerika geben sollte – und wir haben sofort gebucht: Für knapp 600 Euro pro Person sind wir im Januar 2012 nach Buenos Aires geflogen. Das ist zwar näher an Ushuaia als Köln, aber noch immer recht weit weg. Denn Ushuaia liegt im argentinischen Feuerland, Tierra del Fuego. Heiß ist es dort allerdings nicht, sondern eher ziemlich kalt das ganze Jahr über. Wir waren im argentinischen Hochsommer dort und hatten maximal 9 Grad Celsius. Das ist nicht verwunderlich, denn zwischen Ushuaia und dem heißen Buenos Aires liegen gut 3.000 Kilometer. Diese Entfernung ist auch der Grund, warum viele Argentinier, die wir im Norden des Landes getroffen haben, noch nie am Ende der Welt waren, obwohl es im Prinzip vor ihrer Haustür liegt.

Unsere Reise im Detail

Um die Strecke zwischen Buenos Aires und Ushuaia zu überbücken, könnte man tagelang Bus fahren. Doch so viel Zeit hatten wir nicht: Wir wollten in den vier Wochen neben dem Ende der Welt möglichst viel vom Land mitnehmen. Darum haben wir uns für einen Airpass von Aerolineas Argentina entschieden. Zugegeben, die Webseite fordert ein wenig Geduld, und ganz billig war der Spaß nicht. Aber wir reisen auch nicht jedes Jahr nach Argentinien. Schließlich stand unsere Reiseroute: Wir würden bis ans Ende der Welt reisen – und wieder zurück. Was wir in den vier Wochen erlebt haben, können Argentinieninteressierte hier nachlesen.

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Jörgs Urlaubsstatistik

  • Wir hatten acht Inlandsflüge und sind somit knapp 10.000 Kilometer über das Land geflogen. Inklusive Rückflug waren wir also etwa 36.000 Kilometer in der Luft.
  • In Stunden ausgedrückt sind wir etwa 15 Stunden im Land geflogen. Wären wir Bus gefahren, hätten wir ein Vielfaches dieser Zeit auf der Straße verbracht. Pro Fahrt wäre dann etwa ein Urlaubstag draufgegangen.
  • Abgesehen davon haben wir trotzdem insgesamt 2.700 Kilometer fahrend zurückgelegt, davon 400 Kilometer auf Schotterstraße. Ich bin übrigens froh, nicht selbst gefahren zu sein: Auch nach vier Wochen habe ich die Vorfahrtsregeln noch nicht begriffen. Gilt hier beispielsweise rechts vor links oder links vor rechts?
  • Wir sind zusätzlich drei Mal Schiff und drei Mal Seilbahn gefahren, und wir haben uns zwischen Null und 4.000 Metern aufgehalten.
  • Die Temperatur schwankte während dieser Reise zwischen 5 und 35 Grad Celsius.
  • Auch bei den Unterkünften haben wir uns auf unterschiedlichen Niveaus bewegt: Von Matratze auf Boden über Pensionen bis zum 4-Sterne-Hotel. Die Pensionen waren netter, persönlicher, und vom Standard nicht schlechter als die Hotels. Im Gegenteil. Die Hotels, in denen wir übernachtet haben, müssten einmal überholt werden.
  • Meine Höhepunkte: Iguazu, Ushuaia, die Ruta 40. Bettina setzt andere Präferenzen: Sie zieht die Eisberge der Weite Patagoniens vor.
  • Essen: Die Steaks sind erwartungsgemäß hervorragend, es ist jedoch schwierig, gute Alternativen zu finden.
  • Letztendlich die Kosten. Es war definitiv nicht unser billigster Urlaub. Pi mal Daumen muss man mit etwa 80 Prozent der deutschen Preise rechnen. So einen Urlaub kann man nicht jedes Jahr machen: Unsere Urlaubskasse ist jetzt erstmal leer.

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