Argentinien: Nationalgetränk Mate

Immer alles dabei für den Mate
Immer alles dabei für den Mate

Der Mate. Klar hat man schon oft gehört, dass Argentinier nicht ohne ihn leben können. Allerdings dachte ich nach den ersten Tagen in Buenos Aires, das sei ein Gerücht. Wohl hatte ich auf der Fähre nach Montevideo einige Leute mit den zugehörigen Utensilien gesehen, aber das waren eher wenige. Jetzt, nach vier Wochen, weiß ich allerdings, dass es kein Gerücht ist, dass der Argentinier ohne Mate nicht leben kann.

Was ist Mate?

Mate Tee zubereiten
Mate Tee zubereiten

Mate ist ein Busch, aus dessen Blätter ein Tee gemacht wird. Dieser soll sehr gesund sein, weil er viele Vitamine und Mineralien enthält. In deutschen Frauenzeitschriften liest man gerne, dass er beim Abnehmen hilft, weil er sättigt. Hier sagt man, er rege den Darm an. In Deutschland kauft man ihn in der Regel im Beutel.

Der Tee wird in Argentinien jedoch nicht in der Kanne aufgegossen und aus der Tasse getrunken. Es gibt vielmehr ein spezielles Gefäß, ursprünglich aus Kürbissen hergestellt. Dorthinein schüttet man die getrockneten und zerkleinerten Blätter, so lange, bis das Gefäß etwa zu zwei Dritteln voll ist. In das Gefäß steckt man eine Art Strohhalm aus Metall, an dem unten ein kleines Sieb befestigt ist. Gießt man nun das heiße Wasser aus der Thermoskanne ein, kann man es durch den Strohhalm trinken, ohne das Pulver im Mund zu haben. Merke: das Wasser muss heiß sein, darf aber nicht kochen, sonst geht der Geschmack verloren. Darum hat der Wasserkocher in Argentinien auch zwei Stufen: Mate-heiß oder kochendheiß.

Mate ist überall

Treffen sich Argentinier, hat einer ein Gefäß, den Strohhalm und die Thermoskanne dabei. Er ist quasi der Zeremonienmeister, und gießt das Gefäß immer wieder voll. Das wird dann von einem zum anderen gereicht. Das heißt, alle trinken aus einem Gefäß mit dem selben Strohhalm. Und das machen alle so. Dirk, der uns durch Patagonien führte, trank ihn bei der Autofahrt, der Tourguide in Mendoza genau so wie die Polizei oder Jugendliche im Park. Immer kreist ein Mate.

Dabei ist der Tee nicht jedermanns Sache, denn er schmeckt ziemlich bitter. Ich mag ihn jedoch schon, seit ich ihn kenne – und das ist lange. Anfang der 1990er Jahre hatte ein Kommilitone aus Argentinien den typischen Trinkhalm und das Gefäß sowie ein großes Paket Tee mitgebracht. Und seitdem trinke ich ihn mehr oder weniger regelmäßig.

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