Anzeige * Im botanischen Garten und Stadtpark in Gütersloh

Um 1900 war das eine kleine Revolution: Betreten der Grünflächen ausdrücklich erwünscht! Diese neue Denkweise in Bezug auf städtische Parks galt von da an auch für den Stadtpark in Gütersloh. Er ist im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt. Das Interessante daran: Obwohl ein solcher Landschaftspark natürlich aussieht, ist er sehr detailliert geplant. So gibt es beispielsweise lange Sichtachsen. In Gütersloh ist diese parallel zur Badstraße.

Die Sichtachsen sind üblicherweise begrenzt von Bäumen und Büschen rechts und links, die versetzt angeordnet sind. „Kulissenartig gestellt“, nennt das Daniela Toman, Landschaftsarchitektin und -planerin. Sie ist auch Vorsitzende des Förderkreis‘ Stadtpark-Botanischer Garten und arbeitet im Fachbereich Grünflächen bei der Stadt Gütersloh.

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Sichtachse im Stadtpark in Gütersloh

Englischer Stil versus französischer Stil

Was im Prinzip wie auf einer Theaterbühne gestellt wirkt, soll die Besucher*innen neugierig machen: Was könnte dort sein, hinter dem großen Rhododendron, der großgewachsenen Linde oder der Eiche rechts vorne? Und natürlich ist der englische Landschaftsgarten das genaue Gegenteil des strengen, französischen Barockgartens. Mit ihm wollte der König zeigen, dass er in der Lage war, die Natur zu bändigen, zu beherrschen. Der Landschaftsgartenstil scheint der Natur dagegen freie Hand zu gewähren – ist aber ebenfalls geplant.

Der Gütersloher Stadtpark bietet aber neben der langen Sichtachse, die auf der großen Wiese mit dem Findling endet, noch mehr: Da ist beispielsweise ein Apothekengarten und eine Obstwiese. Dort wachsen 65 Bäume, darunter 25 alte Apfel- und sieben Kirschsorten. „Die Besucher*innen dürfen das Obst pflücken“, sagt Daniela Toman. „Wir bitten aber darum, sich eine Leiter mitzubringen. Denn wenn die Äste beim Herunterziehen abgerissen werden, ist der Schaden für alle groß.“

Kunst im Park

Außerdem gibt es einen Fabelpfad mit Metallskulpturen. Acht Werke des Bildhauers Manfred Billinger stehen entlang der Dalke. „Ihr Ziel ist es, dass die Besucher*innen sich eigene Gedanken darüber machen, was sie ausdrücken sollen“, so Daniela Toman. Eine freie und unterschiedliche Assoziation ist also erwünscht. 

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Kunst im Stadtpark

Apropos Dalke: Der Fluss ist 22 Kilometer lang, 15 Kilometer davon fließen in Gütersloh. Und weil der eigentlich friedlich dahinfließende Wasserstrom auch ganz schön gewaltig werden kann, hat man ihn in 2008/2009 renaturiert. Darum gibt es jetzt die Dalkeauen als Überflutungsbecken. Auf und über sie führen Holzstege. Der Ausblick von dort ändert sich mit der Wetterlage und bietet entsprechend immer wieder neue Bilder.

Der botanische Garten im Stadtpark in Gütersloh

Außerdem gibt es im Park natürlich den Botanischen Garten. Weil er nicht alle Weltregionen abbildet, ist er streng genommen kein echter Botanischer Garten, sondern nur ein Schaugarten. „Er ist im Prinzip wie mehrere Zimmer in einer Wohnung aufgebaut“, erklärt die Gartenexpertin. „Hinter jedem Busch gibt es eine neue Überraschung.“ Die Beete im Zentrum des Parks werden zweimal im Jahr neu bepflanzt, und zwar im Mai und Oktober. Ziel ist, dass sie in jedem Jahr anders aussehen. „Im Sommer hat man bei der Gestaltung natürlich mehr Auswahl“, sagt Daniela Toman. Wofür sich die Gartenexperten schließlich entscheiden, hängt von vielen Faktoren ab: Welche Farben sollen es sein? Was blüht wie lange? Wie hoch wächst welche Pflanze? Nach welchem Muster sollen die Samen und Blumenzwiebeln ausgelegt werden? „Uns ist außerdem wichtig, dass wir auch Insekten mit unserer Bepflanzung anlocken“, sagt Daniela Toman.

Die in den Stadtpark und botanischen Garten in Gütersloh investierte Zeit, Liebe und Mühe hat sich übrigens schon gelohnt: Er wurde mehrfach mit dem britischen Green Flag Award ausgezeichnet. Außerdem ist er Teil des European Garden Heritage Network, das von England über Frankreich und die Benelux-Staaten bis in den Teutoburger Wald reicht.

Die TeutoBloggerWG 2021 fand im Rahmen des EFRE-Projekts „Zukunftsfit Digitalisierung“ statt. Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land NRW. Als Journalistin halt ich mich an den Pressekodex des Presserats. Ich war während der #TeutoBloggerWG von Teutoburger Wald Tourismus in der Glashütte Gernheim. Die Kosten für die Anreise, die Unterbringung und Verpflegung sowie der Eintritt wurden vom Veranstalter und seinen Kooperationspartnern getragen. Der Artikel ist als „Anzeige“ gekennzeichnet, weil ich ein Honorar für die Teilnahme an der TeutoBlogger-WG bekommen haben.

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