Wanderungen in der Eifel: Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Leckerschmecker

Wanderungen in der Eifel: Moos an den Bäumen in der Schönecker Schweiz
Wanderungen in der Eifel: Moos an den Bäumen in der Schönecker Schweiz

Die Eifel ist nicht nur im Corona-Sommer 2020 bei den Kölnern beliebt. Das ist kein Wunder – schließlich ist man in unter einer Stunde mit dem Auto mitten drin in der Natur, in dichten Wäldern und durchaus auch in einer bergigen Landschaft. Los kann es also gehen mit den Wanderungen in der Eifel! Fährt man nicht unbedingt in den Nationalpark auf nordrhein-westfälischer Seite, findet man auch ausreichend Platz. An den Hotspots in NRW kann es zumindest an den sonnigen Wochenenden schnell voll werden.

Tipp: Keine Lust auf Wandern? In der Eifel gibt es auch Ziele für einen anderen Tagesausflug: Einkaufen, Geschichte oder Kultur – kein Problem!

Deutlich ruhiger ist es beispielsweise in Schönecken in Rheinland-Pfalz. Der Ort hat nur knapp 1500 Einwohner, es gibt einen Bäcker, einen Supermarkt, kleine Pensionen und Ferienwohnungen, und auch Gastronomie, die ich aber ehrlich gesagt nicht verlockend fand. Außerdem stehen in Schönecken viele Häuser und Läden leer, manche verfallen, andere werden renoviert – und einige sind bereits sehr schön herausgeputzt. So beispielsweise auch die Burgruine Schönecken, die über dem Dorf thront. Von dort oben hat man einen weiten Blick über die Region.

Rund um Schönecken gibt es gleich zwei empfehlenswerte Wanderstrecken. Beide können im Ortskern am Alten Forum starten. Dort gibt es Parkplätze und großformatige Wanderkarten samt Beschreibungen der Strecken. Wenn die Restauration dort einen neuen Pächter hat, kann man sich vor oder nach der Wanderung auch nett stärken. Bei meinem Besuch war sie allerdings noch geschlossen.

Für Einsteiger: Rund um Wetteldorf

Etwa acht Kilometer lang ist die Runde um Wetteldorf. Sie ist damit eine der kürzeren Wanderungen in der Eifel. Die Tour wird als mittelschwierig beschrieben – ich finde sie eigentlich leicht, allerdings muss man sich zu Beginn ganz schön nach oben quälen. Theoretisch kann man sich auf der Runde nicht verlaufen, obwohl sie nicht ausgeschildert ist. Allerdings ist die Beschreibung auf der Wandertafel, die ich abfotografiert hatte, nicht optimal: „auf der Straße nach Hersdorf“ beispielsweise kann ich nur gehen, wenn ich weiß, wo Hersdorf liegt, oder wenn Hersdorf am entsprechenden Punkt angeschrieben wäre. Ist es aber nicht.

Insofern muss man sich ein bisschen auf seinen Instinkt verlassen, das klappt aber ganz gut. Nicht verzweifeln, wenn sehr lange die beschriebene Schutzhütte nicht kommt: Der Weg vom Abbiegen auf die Teerstraße bis zur Schutzhütte zieht sich einfach. A propos Teerstraße: In der Tat geht man meistens auf Asphalt. Das hat auch zur Folge, dass man sich die Straße häufig mit Autos, Motorrädern oder Traktoren teilen muss. Dafür hat man einen echt beeindruckenden Blick über die Landschaft.

Durch die Schönecker Schweiz

Die Prümer Land Route 2 ist anstrengender als die Wetteldorf-Runde. Allerdings finde ich sie längst nicht so anspruchsvoll wie den Wittgensteiner Schieferpfad im Siegerland. Es geht eben zumindest im ersten Teil kontinuierlich leicht bergauf. Teil 2 ist dann oben auf der Höhe und gut zu gehen. Dann kommt Teil 3, der mir am besten gefallen hat: Dabei schlängelt sich ein schmaler Pfad durch den Wald, vorbei an Felsen, sehr naturbelassen. Teil 4 führt nochmals richtig steil in die Höhe und zwar zur Burgruine. Diesen Abzweig kurz vorm Ende der Tour könnte man fast übersehen. Der Rest der Tour ist gut ausgezeichnet, man folgt den rot-weiß-roten Schildern.

Wanderungen in der Eifel: Im Nationalpark rund um Abtei Mariawald

Etwa eine Autostunde von Schönecken entfernt ist die Abtei Mariawald. Sie liegt mitten im Nationalpark Eifel und somit in NRW. Wer früh dran ist, findet an der Abtei einen Parkplatz, um die Runde zu gehen, die Karl-Georg Müller in seinem Buch Wanderungen für die Seele (Werbelink zu Amazon) beschrieben hat. Mir ist schon kurz nach dem Kriegerdenkmal klar, dass diese Wanderung kein Zuckerschlecken wird, denn es geht sehr lange und sehr steil den Berg hinunter. Heißt im Umkehrschluss: Irgendwann muss man auch wieder hoch. 

Auf dem Weg Richtung Feriendorf gelangt man außerdem durch einen Teil des Waldes, der nicht so schön ist: Trockenheit und der Borkenkäfer haben hier offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Dieser Teil der Wanderung ist mit großen Schildern als „gefährlich“ bezeichnet, denn auch ohne Wind besteht hier immer die Gefahr brechender Äste oder gar fallender Bäume. Leider hört man auch das Donnern der Motorräder, die an einem Sommerwochenende in Vielzahl hier unterwegs sind, recht bald, nachdem man in diesen Teil des Waldes gekommen ist. Dieses Hintergrundgeräusch bleibt im Prinzip bis Heimbach ein ständiger und auch nerviger Begleiter.

Nach Heimbach kommt man übrigens, weil man den ausgeschilderten Wanderweg T5 am Wasserwerk verlässt. Dort geht man über die Brücke und am Campingplatz vorbei und folgt dann bald den Holzpfaden am See nach Heimbach. Der Ort hat einige nette Fachwerkhäuser und unterhalb der Kirche eine öffentliche Toilette. Sie war zumindest an dem Sonntag, an dem ich dort war, geöffnet. In Heimbach sind wir Georgs Tipp gefolgt, im Burgrestaurant Flammkuchen zu essen. Ich hatte die Monschau-Variante mit Senfsoße. Und dann ging es frisch gestärkt den sehr steilen Pfad wieder hoch zur Abtei. Dort könnte man nochmals einkehren, oder sich zumindest im Klosterladen eindecken mit Likör, Bonbons, Marmelade oder tiefgefrorenem Wild.

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