Champagner-Tasting: Wie viel Prickel darf es sein?

Wichtig beim Champagner: der Blubber

Wenn nicht zu Silvester, wann dann? Das Ende des einen Jahres, der Anfang des anderen, das ist immer wieder mindestens eine Flasche Sekt, besser noch Champagner wert. Aber welche Marke soll man kaufen? Ich habe bei einem Champagner-Tasting auf der Aida prima einige wichtige Merkmale kennengelernt.

Champagner darf übrigens nur der Schaumwein genannt werden, der in der Champagne hergestellt wird, also in einer Region im Nordosten Frankreichs. Die Trauben werden dort mit Hand geerntet. Üblicherweise verwenden die Winzer Trauben der Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay.

Wie aus Trauben Champagner wird

Beim Champagner gibt es zwei Gärstufen. Nach der ersten hat man Wein. Dieser wird für die zweite Gärung mit Zucker und Hefe in Flaschen gefüllt und verschlossen. Dabei entsteht Kohlendioxid und Alkohol. Die Flaschen müssen während der zweiten Gärung, also über Wochen, regelmäßig ganz leicht gedreht werden, nur so kann sich die Hefe im Flaschenhals absetzen. Dieser wird schließlich am Ende der Gärung vereist. Öffnet man die Flaschen, kommt der Eiszapfen mit der Hefe heraus, der Champagner bleibt in der Flasche und wird verkorkt. Diese Art der Flaschengärung wird auch méthode champenoise oder traditionelle genannt.

In Deutschland gibt es Sekt, der auf diese Art und Weise hergestellt wird. Da die Trauben aber eben nicht aus der Champagne kommen, darf er nicht Champagner genannt werden. So ist es auch beim spanischen Cava oder beim Cremant aus dem Elsass. Allerdings gibt es eben auch Schaumweine, die nicht nach der méthode champenoise hergestellt werden.

Wie man eine Champagnerflasche richtig öffnet

Wer den Champagner an Silvester um Mitternacht professionell öffnen will, löst natürlich zunächst die metallene Kapsel über dem Korken, danach die so genannte Agraffe, das ist der Bügelverschluss. Jetzt hält man den Korken fest und dreht die Flasche. Dazu steckt man den Daumen in den Hohlraum am Flaschenboden. 

Welche Aromen man beim Champagner-Tasting finden kann

Champagner-Tasting: Wonach riecht das denn?

Bevor wir auf der Aida prima in der Spray Bar mit unserem Champagner-Tasting beginnen, gibt der Barkeeper kleine Riechfläschchen in die Runde. Darin sind die Aromen, die man auch im Champagner findet. Was soll ich sagen? Ich lag bei allen drei Fläschchen komplett daneben. Eine gute Sommelière würde ich wohl nicht abgeben. Mich erinnert das Brombeeraroma an Kaugummi, Erdbeere an Vanille und Pflaume an Grapefruit. Immerhin kann ich die Optik und den Geschmack des Champagners ganz gut beurteilen. Beim Champagner-Tasting geht man nämlich so vor, wie man es auch bei jeder Wein-, Bier– oder Ginverkostung macht: Man hält das Glas leicht gegen das Licht und bewertet die Farbe – sowie in diesem Fall natürlich die Bläschen: je mehr Blubber, desto besser. Dann riecht man, um das Aroma einzuschätzen. Und schließlich probiert man den Champagner.

Welcher Champagner soll’s zu Silvester sein?

Ich habe in diesem Jahr einen Cremant von Wolfberger bei einem Käse-Weißwein-Tasting kennengelernt. Und um ehrlich zu sein, würde ich diesem den Vorzug vor allen fünf auf der Aida prima getesteten Champagner geben:

  • Moet & Chandon Imperial Brut: hellgelb, sehr trocken. Meiner Meinung nach, so wie Champagner schmecken soll.
  • Moet & Chandon Imperial Rosé: hellrosa, ebenfalls trocken. Gut. Mir aber zu rosa
  • Moet & Chandon ICE Imperial: En Champagner, der in der weißen Flasche verkauft und auf Eis serviert wird, gerne mit Orangenzeste und Pfefferminzblatt. Schmeckt mir überhaupt nicht. Obwohl er deutlich teurer als der Brut ist, finde ich, dass er billig aussieht und auch billig schmeckt. Nicht meine Vorstellung von Champagner.
  • J.M. Gobillard et Fils Brut: deutlich lieblicher als der Moet & Chandon. Gut 10 bis 15 Euro günstiger, und ich finde, dass man das schmeckt.
  • J.M. Gobillard et Fils: ebenso.

Was reicht man zu Champagner?

Canapés auf der Aida prima

Aus Filmen weiß man: Erdbeeren und Champagner gelten als der Inbegriff der Verführung. Außerdem kann man das edle Getränk natürlich mit Kaviar reichen – und auch hier gibt es sehr viele Unterschiede. Beim Wolfberger-Tasting hatte ich Käse dazu – und war überrascht, wie gut das passen kann. Auf der Aida prima gab es Canapés, also Häppchen, die ich zunächst nicht mit Champagner zusammengebracht hätte, die aber sehr gut gepasst haben. So gab es beispielsweise Entenbrust mit Pflaumensoße, Mozzarella mit Kirschtomaten, Garnelen oder Tatar mit einem Parmesanchip. Letzterer war mir zu herb zu diesem Getränk.

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