Traumhaft: ein Wochenende in Disneyland Paris

Mickey Mouse

Ich glaube, niemand in meinem Bekanntenkreis konnte verstehen, warum wir ein Wochenende ins Disneyland Paris gefahren sind. Wir haben keine Kinder, wir sind über 50, ich fahre nicht gerne Karussell, weil mir davon oft schlecht wird. Ich kann auch gar nicht erklären, warum ich dorthin wollte. Aber wir waren da. Und wir werden in zwei, drei Jahren sicherlich nochmals hinfahren. Denn es ist großartig!

Voraussichtliche Lesedauer: 10 Minuten

Fangen wir trotzdem mit dem Negativen an: Wenn du ins Disneyland Paris fahren möchtest, solltest du dich darauf einstellen, dass …

  • … es voll sein wird
  • … super viele kleine und schreiende Kinder um dich herum sind
  • … du lange Wartezeiten an den einzelnen Attraktionen haben wirst. Für uns war alles über 20 Minuten ein No Go.
  • … es in den beiden Parks und im Village im Wesentlichen ungesundes und teures Fastfood gibt. Ausnahme: In der Ratatouille-Ecke im Walt Disney Studios Park gibt es Stände mit französischen Spezialitäten: Flammkuchen, Quiche, Käse, Wein. Das ist ziemlich nett dort.

Was du über Disneyland Paris wissen musst

Disneyland Paris liegt in Frankreich, nicht sehr weit von Paris entfernt. Ich würde trotzdem entweder Paris oder Disneyland machen. Denn wenn du Paris noch nicht kennst, bist du in der Hauptstadt besser aufgehoben. Kennst du Paris dagegen schon, verbringst du viel unnötige Zeit mit der Fahrerei von A nach B. Und es ist abends schwieriger das Feuerwerk zu sehen, das man auf keinen Fall verpassen sollte.

Feuerwerk abends in Disneyland Paris

Hinzu kommt: Ein Tag ist ganz schön kurz. Denn in Disneyland Paris gibt es zwei Parks: der Walt Disney Studios Park und der Disneyland Park. Welcher besser ist, lässt sich schwer sagen: Im Walt Disney Studios Park sind die eher krasseren Fahrgeschäfte. Entsprechend denke ich, dass die Zielgruppe dort etwas älter ist. Im Disneyland Park gibt es dagegen Fahrgeschäfte zu Pinocchio oder den sieben Zwergen.

Die unterschiedlichen Erlebniswelten

Dafür steht im Disneyland Park das berühmte Schloss. Dort ist auch das Feuerwerk. Und es gibt vier Erlebniswelten: Frontier Land, Discovery Land, Fantasy Land und Adventure Land. In der letzten ist die Bahn durch den Indiana Jones Tempel. So sehr ich mich darauf gefreut hatte, das fand ich schrecklich. Erstens wurde ich ständig mit den Ohren gegen die Sitze geknallt, was schmerzhaft war. Zweitens verbirgt sich hinter der spielerischen Fassade eine Bahn mit Looping, und das war gar nicht gut für mich.

Danach hatte ich aber verstanden, wie ich die Warnschilder lesen muss: Alles, was beispielsweise nicht gut für Menschen mit Bluthochdruck ist, ist eher wilder, und darum nicht für mich geeignet. Nach dieser Lehre kam ich gut zurecht.

Was ich mir angeschaut habe

Letztlich habe ich viel nicht gemacht, was andere großartig finden. Aber ich war mit meinem Programm sehr zufrieden. Im Discovery Land waren wir in einen Krieg der Sterne verwickelt, im Adventure Land besuchte ich Indiana Jones und die Piraten der Karibik, was total schön ist. Im Frontier Land bin ich in der Geisterbahn gewesen und mit einem Raddampfer gefahren, im Fantasy Land war ich im bezaubernden Labyrinth von Alice im Wunderland. Wir sind mit dem Zug einmal um das Gelände gefahren, haben in einem historisch aussehenden Café Kaffee getrunken, ein blaues Eisköniginneneis gegessen und uns viele Souvenir Shops angeschaut, ohne etwas zu kaufen. Wir waren in einem Baumhaus – entzückend – und auf einer Hängebrücke – eher anstrengend.

Im Walt Disney Studios Park bin ich letztendlich nichts gefahren, aber das ist mir erst später aufgefallen. Ich fand es trotzdem schön dort, es gibt viel zu sehen. Heißt: ich würde auf jeden Fall wieder beide Parks besuchen. Davon abgesehen ist mein Mann einige Dinge dort gefahren und kam jeweils mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht dort heraus.

Tipp: Will jemand alleine, also ohne seine Begleitung, in ein Fahrgeschäft, ist er oder sie ein so genannter Single Raider und kann in die entsprechende Schlange stehen. Das kann dann sehr schnell gehen.

Wo übernachten?

Wer nicht in Paris übernachten möchte, hat vor Ort viele Möglichkeiten. Denn teils in Fußnähe, teils in einer Entfernung, die ein Shuttle-Bus zurücklegt, gibt es viele Hotels. Die Unterkünfte, die direkt bei Disneyland Paris sind, sind alles andere als günstig. Wir haben im Cheyenne Hotel übernachtet, das im Stil einer Westernstadt gebaut ist. Statt einem großen Klotz gibt es also viele niedrige Gebäude, was ganz schön ist. Die Zimmer sind nicht mehr richtig frisch, und ich finde sie auch nicht besonders hochwertig eingerichtet, aber sie sind sauber und vollkommen okay für ein Wochenende. Wir hatten ohne Frühstück gebucht, denn das gibt es auch in den Restaurants, die vor Disneyland im Disney Village sind. Abends haben wir aber im Cheyenne Hotels im Saloon Cocktails getrunken. Und im Drugstore haben wir unsere Disney-Souvenirs kurz vor der Abfahrt gekauft.

Ein Besuch im Disneyland Paris – ganz praktisch

Gebucht haben wir unseren Aufenthalt direkt bei Disneyland Paris. Denn wenn man das Hotel bucht, sind die Eintrittskarten direkt dabei. Wir hatten auch bei hotels.com geschaut, dort gab es aber keinen Hinweis darauf, dass die Eintrittskarten im Preis inkludiert sind. Und so war der Kauf über die offizielle Seite einen Hauch günstiger.

Wir sind am Vortag unserer Anreise bis Metz gefahren und haben dort übernachtet. Von dort sind es nochmals etwa drei Stunden mit dem Auto, so dass wir gegen Mittag am Disneyland Paris ankamen. Um aufs Hotelgelände zu kommen, muss man durch eine kurze Sicherheitsüberprüfung am Tor. Dort zeigt man auch seine Reservierung vor. Wir haben direkt am Hotel eingecheckt, die Zimmer waren aber natürlich noch nicht fertig. Das Gepäck kann man aber abgeben, das Auto parkt man direkt auf dem genannten Parkplatz, und dann sind wir zu Fuß losgegangen.

Am Eingang gibt es einen Sicherheitscheck der Taschen, dann einen Pre-Check der Eintrittskarte, dann scannt man seine Karte – und dann ist man drinnen. Nach etwa drei Stunden waren wir platt. In Annettes Dinner im Disney Village gab’s dann noch Abendessen. In der Zwischenzeit kam die Info aufs Handy, welches Zimmer in welchem Gebäude wir mit unseren Park-Eintrittskarten öffnen können, so dass man sich ein weiteres Anstehen an der Rezeption spart.

Tipp: Über die Internetseite kann man den Preis auch in monatlichen Raten bezahlen – ohne Aufpreis. Wir haben das leider erst sehr spät gesehen, denn zugegebenermaßen wäre das bei der Gesamtsumme eigentlich ganz angenehm gewesen.

Höhepunkt des Tages im Disneyland Paris: das Feuerwerk

Den nächsten Vormittag haben wir im Walt Disney Studios Parks verbracht, waren dann noch einige Zeit im Disneyland Park – und haben eine lange Nachmittagspause gemacht. Zum Abendessen gab’s dieses Mal Burger von 5 Guys, und dann sind wir wieder in die Parks gegangen, denn wir wollten um 23 Uhr das Feuerwerk sehen. Das ist ein großes Spektakel!

Allerdings wird schon über eine Stunde vor Beginn der Zugang zu Fantasy Land eingeschränkt. Die Besucher*innen sammeln sich schon sehr, sehr früh vor dem Schloss. Wir hatten schließlich einen tollen Blick, saßen dafür aber auch 70 Minuten ausgesprochen unbequem auf einem schmalen Geländer. Das war allerdings sofort vergessen, nachdem Drohnen und Feuerwerkskörper den Himmel erleuchteten. Zugegeben: Umweltfreundlich ist das eher nicht. Schön war’s aber trotzdem. Danach ist es erstaunlich, wie problemlos diese Menschenmasse den Park verlässt.

Wir hätten am nächsten Morgen nochmals die Parks besuchen können und hatten auch einen Parkschein bekommen, um näher am Gelände zu parken. Aber erstens hat es geregnet, zweitens hatten wir das Gefühl, alles gesehen zu haben – und drittens mussten wir noch gute fünf Stunden nach Hause fahren. Also haben wir eigentlich für den dritten Tag unnötig bezahlt. Bereut haben wir das aber nicht. Es war einfach zu schön. Und ich freue mich heute noch darüber, dass wir diesen Wochenendausflug gemacht haben.

Kurz gefragt, schnell geantwortet

Wie viele Tage sollte man für Disneyland Paris einplanen?

Ich finde einen Tag etwas knapp, weil ich immer das Feuerwerk mitnehmen würde. Zwei Tage finde ich sinnvoll. Denn dritten haben wir nicht gebraucht.

Muss man sich die Disneyland App herunterladen?

Ich fand die Disneyland App nicht besonders hilfreich und kompliziert zu navigieren. Allerdings sieht man dort auf einen Blick, wo die Wartezeiten am kürzesten sind. Und eben, in welche Richtung man gehen muss, um sein Ziel zu erreichen. Insofern ist sie eben schon sinnvoll. Über die App könnte man auch einen Fast Pass kaufen, wenn man Zeit sparen möchte. Das kostet aber zusätzlich eine ganze Stange Geld.

Wo kann man in Disneyland Paris essen?

Im Disneyland Paris Park gibt es einige Restaurants. Sie sind aber oft schon Wochen und Monate vorher ausgebucht. Einfacher bekommt man etwas zu essen im Disney Village direkt am Ausgang. Fine Dining sollte man dort aber nicht erwarten. Und günstig ist das Essen auch nicht.

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