Rund um die Freusburg: Wald und Bergwerk

Freusburg
Freusburg

Man sieht sie schon von weitem: Mächtig thront sie über der kleinen Stadt Kirchen, ganz im Norden von Rheinland-Pfalz, fast schon in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Auto fährt man von Köln aus etwas über eine Stunde, um sie zu erreichen, und die letzten Kilometer sind abenteuerlich steil und eng. Hinter einem ersten Torbogen sind Parkplätze, hinter dem zweiten geht man direkt an der dicken Schlossmauer entlang bis in den Innenhof. Hier fühlt man sich um viele Jahrhunderte zurückversetzt, so authentisch ist die Burg mit den Wänden aus groben Steinen und dem Wohntrakt aus Fachwerk, zu dem eine dunkle Holztreppe hinaufführt.

Übernachten auf der Freusburg

Das Beste an der Burg ist jedoch, dass man dort übernachten kann. Denn in der Freusburg ist eine Jugendherberge. Allerdings ist sie innen deutlich funktionaler gestaltet als von außen. Trotzdem gibt es auch hier das Burgfeeling – zumindest in einigen Gruppenarbeitsräumen und in den Unterkünften im Altbau. Dort gibt es eigentlich auch die Zimmer für Paare, in denen zwei Betten nebeneinander stehen. Allerdings gab es im Frühjahr einen Wasserschaden, und bis die Räume wieder hergestellt sind, wird es wohl Herbst werden.

Die Geschichte der Freusburg

So lang die Geschichte der Burg ist, so vielfältig war auch ihre Nutzung über die Jahrhunderte hinweg: „Gebaut wurde sie um 1100“, sagt Jürgen Hof, der derzeit die Jugendherberge leitet. „Doch sie war auch einmal Gerichtssitz, Försterwohnung oder Reservelazarett“. Ich sag’s ja: Wenn die alten Mauern reden könnten, hätten sie viele Geschichten zu erzählen.

Erfahrt hier, warum sich Bettina wie ein Burgfräulein fühlte – das Wochenende zusammengefasst im Gespräch mit Timo

Damit sie heute als Jugendherberge genutzt werden kann, musste beispielsweise der Brandschutz erneuert werden – eine aufwändige und teure Maßnahme. „Außerdem erwarten speziell die Tagungsgäste W-LAN“, sagt Hof – das ist bei bis zu zweieinhalb Metern dicken Mauern eine echte Herausforderung. „Um die Kabel zu verlegen, muss man Löcher in die Wände bohren, aber es gibt keine Bohrer, die lang genug sind“, sagt Hof. Gut 500 Meter Kabel habe man trotzdem in der Zwischenzeit verlegt.

Was Paare auf der Freusburg erwarten dürfen – und was nicht

Seit der letzten Komplettrenovierung 1986 gibt es in der Burg viele Zwei- und Vier-Bett-Zimmer. Paare, die dort übernachten wollen, müssen also nicht in Schlafsälen nächtigen, wie das früher oft der Fall war. Außerdem haben seit 2012 alle Zimmer ein eigenes Bad.

Trotzdem ist die Freusburg eine Jugendherberge: „Durch unser Haus flitzen Kinder und Jugendliche“, sagt Jürgen Hof. „Aber Kinderlärm ist auch Zukunftsmusik“. Wer sich daran nicht stört, ist willkommen. Und spürt nicht nur das Burggefühl, sondern kann auch das Umfeld der Freusburg genießen. Das Team der Jugendherberge hat nämlich viele gute Tipps parat, um das Wochenende abwechslungsreich zu gestalten. So sind wir am Sonntagmorgen eine Runde durch den Wald rund um die Burg gewandert. Die Strecke ist eigentlich für Nachtwanderungen gedacht, ist aber auch bei Tageslicht toll. Dann nämlich sieht man das satte Grün der Bäume, das dichte Moos und die vielen Farne im Wald. Wer genau hinschaut, kann je nach Jahreszeit sogar kleine Frösche über den Weg hüpfen sehen. Verlaufen kann man sich auf der Runde, die eine gute Stunde dauert, eigentlich nicht, denn die Strecke ist mit einem weißen Ring gekennzeichnet. Es geht manchmal recht steil den Berg hinauf und wieder hinunter.

Rund um die Freusburg: Bergwerk Bindweide und Wildpark

Mit dem Auto ist man auch in einer guten halben Stunde in Bindweide. Dort gibt es ein altes Bergwerk, das man im Rahmen einer Führung besichtigen kann. Zu Beginn fahren die Besucher mit der alten Bahn in den Stollen, gut 700 Meter geht es auf den Schienen hinein, dann steigt man 62 Meter unter der Erde aus und lernt eine ganze Menge darüber, wie hier früher gearbeitet wurde. Ohrschützer gegen den Lärm der Geräte oder ein Helm gegen herabfallende Steine gab es damals übrigens nicht.

Tipp: Wenn Ihr das Bergwerk besichtigen wollt, zieht nicht Eure beste Kleidung an. Meine Hosen und Schuhe waren nach dem Besuch ziemlich schmutzig. Nehmt auch bei hohen Temperaturen eine Jacke mit – unter Tage ist es kalt.

Nicht weit vom Bergwerk entfernt ist auch ein Kletterwald. Dort wollten wir an einem Sonntagvormittag Zeit verbringen. Allerdings war der Kletterwald um halb elf so voll, dass wir uns dagegen entschieden haben. Stattdessen haben wir einen kurzen Abstecher in den benachbarten Tierpark gemacht. Der richtet sich natürlich eher an Kinder. Aber mit den Alpakas hatten auch wir Spaß, und vom Hedwigsturm hat man einen tollen Blick über die Landschaft.

Alpaka
Alpaka

Wissenswertes zur Freusburg

  • Pro Jahr hat die Jugendherberge etwa 27.000 bis 28.000 Übernachtungen.
  • Wer dort übernachten will, muss Mitglied im Deutschen Jugendherbergswerk werden.
  • In der Burg gibt es keine Altertümer, kein Museum und keine Ausstellung – auch wenn sich das viele Besucher nicht vorstellen können.
  • Burgführungen sind nicht möglich, weil die Jugendherbergsmitarbeiter den ganzen Tag beschäftigt sind. Abgesehen davon wären sie auch nicht sinnvoll, da die Burg innen eher eine funktionale Unterkunft denn eine historische Stätte ist.
  • Jugendherbergsgäste bekommen Frühstück und ein einfaches Abendessen in der Burg.
    Die Burg ist nicht barrierefrei.

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Dieser Beitrag passt wunderbar zur Blogparade von Katja Wegener auf dem WellSpaPortal zum Thema #AusflugszielefürsWochenende.

Als Journalistin halte ich mich an den Pressekodex des Presserats. Mein Mann und ich haben eine kostenlose Schnuppermitgliedschaft von den Jugendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland bekommen und eine Nacht kostenlos in der Freusburg übernachtet, gefrühstückt und zu Abend gegessen. Die Benzinkosten, die Eintrittsgebühr ins Bergwerk, die zusätzlichen Ausgaben für Snacks und weitere Getränke haben wir selbstverständlich selbst getragen.

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