Mahlzeit! In der Kantine der Deutschen Bahn in Köln

Mittagessen bei der Bahn in Köln
Mittagessen bei der Bahn in Köln

Wir fühlen uns schuldig. Dabei haben wir überhaupt nichts falsch gemacht. Trotzdem rufen ein Herr und eine Dame hinter der Theke entsetzt „Nein!“, als wir unseren Bon vorzeigen. „Hätten Sie uns doch zuerst gefragt“, sagt der Herr vorwurfsvoll. Aber wie hätten wir auf diese Idee kommen sollen? Eigentlich ist nämlich alles ganz toll geregelt, wenn man in die Kantine der Deutschen Bahn in Köln kommt. Die ist ziemlich am Ende von Gleis 1. Dort, wo kaum Reisende vorbeikommen, geht es links weg in einen Glasbau. Links im Gebäude hängt dann der Speiseplan.

In Kantinen ist ja immer die große Frage, wie man eigentlich bezahlt, doch direkt am Eingang steht auch ein Gerät, an dem die Mitarbeiter ihre Karte aufladen können. Einmal-Besucher wählen ihr Gericht, zahlen mit der Girokarte, und bekommen besagten Bon. Ich hatte mir das Job & Fit Essen ausgesucht, Putenbrust mit Bohnen, Reis und Sößchen. Das genau konnte ich als Gast jedoch nicht an der Bezahlstation auswählen, und ja, vielleicht hätte mich das wundern sollen. Hat es aber nicht. Ich habe mich dann für das Menü für Gäste für rund 10 Euro entschieden: Suppe, Getränk, Hauptspeise und Dessert.

Den Bon, den ich ausgespuckt bekam, zeigte ich an der Theke vor, und daraufhin kam der laute Nein-Ruf. Allerdings waren die Mitarbeiter super-nett: Das Problem sei, dass man mit dem Bon Anspruch auf ein 0,3 Liter Getränk habe, in der Kantine gäbe es aber nur 0,5 Liter-Flaschen. Die Software gelte eben bundesweit, obwohl gar nicht alle Kantinen das Menü wie beschrieben ausgeben könnten. Wir einigten uns darauf, dass wir uns ein Schüsselchen Spargelcrèmesuppe nehmen durften und einen kleinen Pudding. Außerdem teilten wir uns eine Halbliter-Flasche Fanta. Von unserem Platz aus sahen wir, dass man an der Kasse ganz einfach mit Bargeld zahlen kann. Wir hätten also gar nicht so viel ausgeben müssen, wenn wir direkt in die Kantine gegangen wären. Aber das konnten wir nicht riechen, und ein Schild am Eingang, das das mit einem Satz klärt, fehlt leider.

Davon abgesehen war das Essen ausgesprochen liebevoll angerichtet und schmeckte erstaunlich gut. Ich würde sagen, von allen Kölner Kantinen, die ich bis jetzt besucht habe, ist die der Deutschen Bahn die beste.

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