Landausflug in Saudi-Arabien: Dschidda, KAEC, Yanbu und Hegra

Urlaub in Saudi-Arabien? Das ist noch recht ungewöhnlich. Die MSC fährt erst seit 2021 in dieses Land. Die Route ist etwas eigenwillig, denn man fährt quasi vor und zurück, vor und zurück. Oder anders gesagt: Von Dschidda oder Jeddah nach King Abdullah Economic City (KAEC) und Yanbu. Dann zurück nach Dschidda und an den beiden Städten vorbei bis Aqaba in Jordanien. Und wieder zurück. Trotzdem bekommt man bei einem Landausflug in Saudi-Arabien einen spannenden Einblick in das Land. Wenn auch Riad, die Hauptstadt im Landesinneren, sicherlich fehlt. Und Medina und Mekka den muslimischen Reisenden vorbehalten sind.

Was Dschidda zu bieten hat

Von den eher einfachen Landausflügen hat mir Dschidda am besten gefallen. Das liegt sicherlich auch daran, dass in der Altstadt Al-Balad schon viel restauriert ist. Schließlich ist sie UNESCO Weltkulturerbe – und dem muss man gerecht werden. Es ist allerdings noch sehr viel dort zu tun. 

In Al-Balad ist das Nassif House, ein Museum für Lokalgeschichte. Rund um das Museum ist der typische Markt mit Lebensmitteln, Weihrauch, Kleidung. In der Nähe ist außerdem das Matbouli House Museum. Dort sieht man einige landestypische Räume. In diesem Museum ist auch eine kleine, private Moschee. Gegenüber ist ein weiteres Haus, in dem sich die Besucher*innen mehrere Räume ansehen können: eine Küche, die einige Jahrzehnte alt sein dürfte, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Grammophon. In beiden Häusern wurden uns Datteln und arabischer Kaffee mit Kardamom gereicht. Mag ich. 

Landausflug in Saudi-Arabien: Dschidda, KAEC, Yanbu und Hegra
Altstadt in Dschidda beim Landausflug in Saudi-Arabien

Typisch für die Stadt sind die Häuser mit den hölzernen Vorbauten. Sie sind im Prinzip geschlossene Balkone. Denn durch die Gitter kommt frische Luft herein. Die Bewohner stellen sich selbst aber nicht zur Schau. Dschidda hat außerdem zumindest am Abend eine lebhafte Corniche mit vielen Restaurants zu bieten, die angeblich größte Fahne der Welt am höchsten Fahnenmast und eine Fontäne, die so hoch ist, dass man sie sogar sieht, wenn man mit dem Flugzeug über die Stadt fliegt.

Tipp: Wir waren zum Sonnenuntergang in Dschidda unterwegs und sind von vielen Mücken gestochen worden. Antimückenspray und etwas gegen stark juckende Stiche mitzunehmen, ist also sinnvoll.

Modern und bunt: Landausflug in King Abdullah Economic City

Bei unserem Stopp in KAEC bot MSC beziehungsweise deren Kooperationspartner etwa alle 30 Minuten ein Shuttle zur Corniche. Auch wenn es dort nicht viel zu sehen gibt: Ich würde das Shuttle wieder nutzen. Denn allein die Fahrt durch die Wüste vom Hafen ist interessant. Die Stadt wird nämlich gerade noch gebaut. Und so sieht man riesige Neubaugebiete, in denen die Straßenlaternen und Hausanschlüsse schon bereit sind, sogar die Straßen samt Schildern sind fertig. Einzig die Häuser fehlen noch.

Landausflug in Saudi-Arabien: Dschidda, KAEC, Yanbu und Hegra
Strand in Saudi-Arabien

Amüsant: In der Mitte der meist vierspurigen Straße ist ein breiter Grünstreifen, durch den sich ein kurviger Fahrradweg zieht. Fahrradfahrer*innen habe ich dort allerdings keine gesehen. Dafür aber in KAEC einige E-Scooterfahrerinnen. Männer scheinen die Leihfahrzeuge eher seltener zu fahren. Das mag auch daran liegen, dass Frauen erst seit wenigen Jahren überhaupt den Autoführerschein machen dürfen.

In KAEC führt am Bay La Sun Beach ein Beach Walk am Strand entlang. Dort gibt es einige Geschäfte und Cafés – die meisten waren aber geschlossen, als wir mittags dort waren. Abends kann das ganz anders aussehen. Im Business Park auf der anderen Straßenseite beim The Views Hotel gibt es einen Starbucks – äußert beliebt bei den Einheimischen. Beeindruckend fand ich dort übrigens die Mülleimer, die eine Trennung nach Abfall und recycling-Müll auf der Straße ermöglichen.

Der eher verborgende Reiz von Yanbu

Ich gebe zu, dass ich mit der geführten Tour durch Yanbu nicht viel anfangen konnte. Wir sind erst eine gute Stunde durch einen neuen Teil der Stadt gefahren. Dort stehen große neue Einfamilienhäuser, am Strand entstehen Spielplätze und Sporteinrichtungen sowie Parks. Hotelbaustellen und Wohnmobilstellplätze ohne Anschlüsse und sanitäre Einrichtungen runden das Bild ab. Dann fuhren wir weiter durch die industrielle Zone mit Ölfabriken. Schließlich waren wir wieder am Hafen. 

Altstadt in Yanbu - muss noch aufgebaut werden
Altstadt in Yanbu – muss noch aufgebaut werden

Dort ist auch die Altstadt, die in einem ähnlichen Zustand wie Dschidda ist: Es gibt renovierte Häuser. Aber es muss noch viel Zeit und Geld investiert werden. Unterschied zu Dschidda: Dort macht der Markt am Nachmittag auf, in Yanbu erst am Abend. Also dann, wenn die Touristen schon wieder an Bord sind und auf die Weiterfahrt warten. Das ist weder für die Gäste noch für die Verkäufer*innen besonders befriedigend. Gibt es schon in Dschidda nicht viele Cafés, so habe ich in Yanbu keine einzige Gastronomie gesehen, die geöffnet gewesen war. Wir hätten gerne Geld ausgegeben – aber wir haben keine Möglichkeit gefunden.

Mit dem Flieger beim Landausflug nach Saudi-Arabien nach Alula und Hegra

Beim zweiten Stopp in Dschidda haben wir uns für einen Tagesausflug in den Norden zu den heiligen Stätten von Alula und Hegra entschlossen. Ich gebe zu, dass ich die Tour im Bus nicht gemacht hätte. Darum war ich froh, dass wir einen Inlandsflug buchen konnten. Natürlich hat dieser Landausflug auch seinen Preis. Und trotz Flug ist es ein langer Tag: eine Stunde mit dem Bus zum Flughafen, eine Stunde Flug, eine Stunde Busfahrt bis Alula, kurzer Aufenthalt, etwa 30 Minuten bis zu einem Restaurant in der Wüste. Langer Aufenthalt, kurze Busfahrt, kurzer Stopp. Längere Busfahrt, sehr kurzer Stopp, schnell zum Flughafen. Eine Stunde zurück, eine Stunde im Bus. Trotzdem war dieser Tag mein absolutes Highlight. Denn

  1. ist die trockene Landschaft mit den schroffen Bergen von oben gesehen absolut spektakulär.
  2. hat man in Alula von einer Anhöhe einen tollen Blick auf die Wüste mit ihren trockenen Büschen und natürlich den Grabstätten.
  3. ist Elephant Rock, eine Steinformation, die wie ein Elefant aussieht, sehr nett zu sehen.
  4. ist Hegra heute schon so, wie Dschidda und Yanbu eines Tages sein könnten: Hübsch restaurierte Altstadtstraße mit vielen Läden und Cafés. Hier war allerdings leider die Zeit viel zu kurz.

Davon abgesehen war das arabische Mittagsessen mitten in der Wüste in einem Resort äußerst schmackhaft: Fatouch, Tabouleh, Lammspießchen und Hühnchen.

Reizvoll, weil noch authentisch

Mein Fazit: Jeder Landausflug in Saudi-Arabien war anders. Jeder hatte irgendwie seinen Reiz. Allerdings glaube ich, dass das Land noch viel investieren muss, um Touristen, die schon viel von der Welt gesehen haben, wirklich zu begeistern. Es kann sein, dass das noch einige Jahre dauern wird. Ich persönlich finde es allerdings gerade spannend, dass es noch keine ausgetretenen Touristenpfade gibt. Denn so ist Saudi-Arabien eben noch sehr authentisch.

Die CO2-Kompensation der Flüge und der Kreuzfahrt über Atmosfair und MyClimate lag bei rund 220 Euro.

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Wer schreibt hier? Bettina Blass

Bettina Blaß ist Bloggerin, Buchautorin und Verbraucherjournalistin. Sie gibt Seminare und Workshops rund das Internet wie beispielsweise "Personal Branding" oder "Online publizieren". 2021 hat sie das Buch "Zu Fuß durch Köln" herausgebracht.

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