Kreuzfahrt: Landausflug nach Rom

Altstadt in Rom
Altstadt

Natürlich. Über die Länge unseres Aufenthalts in Italiens Hauptstadt muss man nicht diskutieren: Ein halber Tag ist definitiv für alle Sehenswürdigkeiten in Rom zu kurz. Schließlich gibt es an jeder Ecke im Zentrum Geschichte zu erleben. Davon abgesehen ist die Altstadt so schön, dass ich dort Stunden bummeln könnte. Und es gibt viele Cafés mit kleinen Leckereien. Das alles änderte aber nichts daran, dass wir nur knapp fünf Stunden Zeit hatten für Rom, denn wir waren auf einer Kreuzfahrt. Das Schiff legte in Civitavecchia an, der Bus fuhr uns eineinhalb Stunden bis zum Kolosseum.

Gut informiert in Rom unterwegs

Der Michael Müller Verlag hatte mir seinen Reiseführer Rom (Werbe-Link zu Amazon) und die zugehörige App kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt. Etwas zu viel des Guten, so ein dickes Buch für fünf Stunden. Trotzdem: ich blätterte es zuhause durch und blieb an einigen Stellen hängen. Die Übersichtskarten und die Fotos fand ich super, weil sie neugierig auf die Stadt machen, und gleichzeitig Orientierung geben. So sah ich auf der Karte fürs Forum Romanum, dass ich am Kolosseum hineingehen kann, und es auf der anderen Seite in Richtung Pantheon wieder verlassen kann. Besonders gut fand ich auch die Hinweise, dass man fürs Kolosseum und Forum Romanum sowie für den Vatikan besser online und vorab Tickets kauft, um die langen Warteschlangen zu umgehen.

Eintrittskarten online kaufen

Allerdings war es gar nicht so einfach, die Tickets im Internet zu kaufen, weil ich nicht sicher war, welche Adressen die richtigen sind. Zeitweise waren außerdem die Erklärtexte nur auf italienisch, so dass ich eher erraten habe, was genau ich da mache. Fürs Forum Romanum kauft man übrigens ein Ticket, das man an zwei beliebigen Tagen hintereinander einsetzen kann, und das eben auch fürs Kolosseum gilt. Beim Vatikan kauft man das Ticket für einen bestimmten Tag und sogar für eine bestimmte Uhrzeit. Das macht natürlich unflexibel. Wir hätten rückblickend beide Tickets nicht gebraucht, weil an keiner der drei Attraktionen eine lange Warteschlange war. Das mag am Datum gelegen haben: möglicherweise ist ein Donnerstag Anfang Dezember kein sehr beliebter Besuchstag.

Vom Forum Romanum zum Vatikan

Glück für uns, denn wir waren innerhalb von Sekunden durch den Eingang beim Kolosseum auf dem Gelände des Forum Romanum. Es gibt Rom-Touristen, die dort einen Tag verbringen. Ich gebe zu: So beeindruckend ich es finde, dass man so alte Hausfragmente gefunden hat – letztlich kann ich wenig damit anfangen. Darum sind wir auch mit dem Handy in der Hand und geführt von der App des Michael Müller Verlags über das Gelände spaziert, ohne uns ausführlich mit seiner Geschichte und den entsprechenden Erklärtexten auseinanderzusetzen. Der in der App eingezeichnete Ausgang war allerdings gerade geschlossen, also nahmen wir einen anderen, der möglichst nah lag, und ließen uns weiter führen von Tour 1 zu Tour 4, die rund ums Pantheon leitet, und weiter zu Tour 10, dem Vatikan.

Mit der App unterwegs in Rom
Mit der App unterwegs

Diese Routenfunktion hat mir an der App übrigens am besten gefallen: Die Daten sind auch offline zur Verfügung, die Software hat mich völlig problemlos durch eine Stadt geleitet, die ich bisher nicht kannte. Optisch finde ich die App allerdings weniger ansprechend. So muss man auf jede Tour klicken, um zunächst herauszufinden, welche sich eigentlich dahinter verbirgt. Die beschreibenden Texte sind mir zu wenig strukturiert, reiner Fließtext macht mir keinen Spaß. Trotzdem: Ich bin noch nie so zielstrebig und das auch noch auf besonders schönen Spazierrouten durch eine mir fremde Stadt gegangen. Das war ein wirklich gutes Erlebnis.

Vom Pantheon zur Engelsburg

Den Pantheon hatte ich übrigens erst neulich im WDR gesehen. In echt ist diese Kirche noch viel beeindruckender als im Film: eine so große Halle von einer Kuppel überspannt, das ist Architektur, von der man nicht begreifen kann, wie sie möglich ist. Von dort ging es weiter über die Piazza Navona und dann Richtung Engelsburg. Dann ist man schon fast am Vatikan. Obwohl ich aufgrund eines Tipps von fernwehblog.net extra im Internet geschaut hatte, ob der Petersdom an unserem Besuchstag geöffnet sein würde, hatten wir Pech: Von 10 bis 12 war er geschlossen, obwohl das nicht im Netz stand, gerade dann hätten wir hinein gehen wollen. Auch den Friedhof der Deutschen konnten wir uns nicht anschauen. Den Tipp hat mir ein Kollege gegeben, und eigentlich sollte es kein Problem sein, ihn als Deutscher zu besichtigen – aber eben just an unserem Tag vor Ort war er geschlossen. Immerhin waren wir in den vatikanischen Museen. Wir nahmen allerdings den kurzen Weg zur Sixtinischen Kapelle, der aber immer noch so lang ist, dass man durch viele Räume mit prunkvollen Zimmerdecken kommt.

Menschenmassen im Vatikan

Auch wer ein Eintrittsticket online gekauft hat, sollte genügend Zeit einplanen, um rechtzeitig am Eingang anzukommen, denn

Rom
Rom
  1. ist der Eingang einen guten Kilometer entfernt vom Petersplatz.
  2. sind hier sehr viele Menschen unterwegs, so dass man nur langsam vorankommt.
  3. muss man durch die Sicherheitskontrolle am Eingang, und da hilft das Onlineticket erst einmal nicht weiter.
  4. muss man das Onlineticket links nach der Kontrolle am entsprechenden Schalter noch umtauschen. Und dazu steht man wieder in einer Schlange.

Wir waren letztlich eine halbe Stunde früher da als vorgesehen, das war aber kein Problem. Was jedoch wirklich schlimm war, sind die Menschenmassen, die sich durch die Museen drücken. Bleiben dann auch noch drei oder vier Besucher gleichzeitig im Türdurchgang stehen, um einen der bunt und opulent gestalteten Räume zu fotografieren, staut sich hinter ihnen der Besucherstrom. Obwohl mich die Museen eigentlich nicht besonders interessiert haben, war ich ziemlich geflasht von der Pracht der Räume. Die Sixtinische Kapelle, wegen der ich eigentlich da war, hat mir dagegen gar nicht so gut gefallen, weil die Menschen sich dort dicht an dicht wie in einer Sardinendose quetschten.

Gerne hätte ich den Tipp von Viel unterwegs umgesetzt und wäre in der Kapelle hinten durch die rechte Tür gegangen, um doch noch auf den Petersdom zu kommen. Allerdings war die Tür zu, und die Sicherheitsmänner und das Drängelgitter ließen mir nicht einmal ansatzweise die Möglichkeit, in deren Nähe zu kommen. Also gingen wir weiter durch die Vatikanischen Museen, bei jedem Raum erneut in ungläubiges Staunen verfallend, dass eine solche Pracht möglich ist.

Zurück zum Koloseum

Im Kolosseum in Rom
Im Kolosseum

Unsere App führte uns zurück zum Kolosseum, der früheren Allzweck-Arena. Dort gibt es für Besucher zwei Besichtigungsebenen. Die Treppen, die nach oben führen, sind unangenehm steil, aber der Blick nach unten ist den Aufstieg natürlich wert. Wie auf dem Forum Romanum ist es auch hier ein merkwürdiges Gefühl, mitten in der Geschichte zu stehen. Könnten die Steine des Kolosseums reden, würden sie von Gladiatoren-Kämpfen berichten, von Seeschlachten, von einem Kaiser, der sich die Spektakel ansah, und vom Volk, das seinen Spaß daran hatte. Das ist schon ziemlich verrückt.

Mein Fazit: Für Rom an einem Tag hatten wir das Maximale aus unserem Rom-Besuch herausgeholt. Ich verstehe diese Zeit als Aperitif: Ganz klar hat der halbe Tag Lust darauf gemacht, bald einmal ein langes Wochenende hier zu verbringen. Schließlich ist Rom von Köln aus nicht wirklich weit weg. Und bekanntlich führen ja alle Wege dorthin.



4 Kommentare auch kommentieren

  1. Tanja sagt:

    Ich weiß was du meinst. Wir waren 5 Tage in Rom und hatten das Gefühl, selbst die Zeit hat nicht gereicht. Ansonsten Hut ab, was ihr wirklich schon in der kurzen Zeit geschafft habt.
    Viele Grüße, Tanja

    1. BettinaBlass sagt:

      Danke, liebe Tanja. Wir sind auch ganz stolz, freuen uns aber schon aufs nächste Mal in Rom!

  2. Dagmar sagt:

    Danke für die vielen Tipps. Da hast du viel in die paar Stunden Rom reingepackt. Im Frühjahr bin ich ebenfalls ein paar Stunden in Rom. Da speichere ich mir deinen Beitrag gleich mal ab.
    Lg Dagmar von Bestager-Reiseblog

    1. BettinaBlass sagt:

      Oh, das freut mich, liebe Dagmar! Bin gespannt, wie es dir gefallen wird!

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