In den Berliner Unterwelten: Fichtebunker

Eintrittskarte für den Fichtebunker
Eintrittskarte für den Fichtebunker – Fotografieren ist drinnen verboten

Immer wieder überrascht mich Berlin mit Sehenswürdigkeiten, die ich noch nicht kenne. In unserer Berlin Welcome Card gab es beispielsweise Rabatt für die Führung im Fichtebunker. Etwas unpraktisch finde ich zwar, an die Karten zu kommen: Auf der Internetseite lese ich, dass kein Vorverkauf möglich ist, vor Ort erfahre ich, dass die Kasse erst eine Viertel Stunde vor Führungsbeginn öffnet, man aber im Internet einen Platz hätte reservieren können. Egal, es klappt. Zusammen mit rund 50 Besuchern warten wir in der Herbstsonne, bis Günter B. die Gruppe teilt, und uns durch das Gebäude führt.

Tipp: Ob sich ein Städtepass wie die Berlin Welcome Card rechnet, könnt Ihr im Vorfeld ausrechnen.

Vom Gasometer zum Fichtebunker

Der 81-Jährige hat einen tragbaren Beamer dabei und erklärt mit vielen Karten und historischen Fotos, wie der runde Turm erst als Gasometer genutzt, und dann umgebaut wurde zum Bunker. Er zeigt uns die Krankenstation mit der noch phosphoreszierenden Wandfarbe im Dunkeln, zeigt uns die Schlafräume, die Waschküche, die Toiletten und einige alte Maschinen zur Be- und Entlüftung.

Konzipiert war der ehemalige Vorzeigebunker der Nazis, der sogar Fliesen auf dem Boden hat, für 6500 Frauen mit ihren Kindern, genutzt wurde er am Kriegsende von bis zu 35.000 Menschen. Günter B. hat den Krieg selbst in Berlin als Kind erlebt, und seine Erlebnisse machen die Führung eigenartig bedrückend – besonders in Zeiten in denen so viele Menschen aus Krisengebieten vor der Zerstörung in ihrem Land, vor dem Tod auf der Flucht sind.

Die Berliner Unterwelten bieten aber noch viel mehr Führungen an – und ich bin sicher, dass das nicht meine letzte war.

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