Panoramapunkt: Über den Dächern von Berlin

Weiter Blick über die Hauptstadt
Weiter Blick über die Hauptstadt

Ich habe Druck auf den Ohren, bevor sich die Aufzugstür öffnet. Kein Wunder, denn ich bin am Potsdamer Platz mit dem nach eigenen Angaben schnellsten Aufzug Europas in die Höhe geschossen: 90 Meter legt er in 20 Sekunden zurück. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Oben auf dem Kollhoff Tower, dem roten Backsteinturm mit den goldenen Verzierungen, gibt es gleich zwei Plattformen, die einen Rundumblick über die Hauptstadt ermöglichen. Wie Spielzeugbauten in einer Modelleisenbahnlandschaft steht der Fernsehturm auf dem Alex da, der Berliner Dom oder das Tempodrom. Nah, aber aus ungewohnter Perspektive, sieht man das ehemalige Debis-Center, heute der Atrium Tower, das Sony Center oder den gläsernen Turm der Deutschen Bahn. Ich bin hier oben in luftiger Höhe auf Einladung der Marketingabteilung des Panormapunktes im Rahmen der ITB 2017, der Internationalen Tourismusbörse.

An den Wänden der unteren Aussichtsplattform lohnt sich nicht nur der Blick in die Ferne: An den Wänden lernt man durch große Info-Tafeln einiges über die Geschichte des Potsdamer Platzes. Er war vor der Teilung Berlins einer der meistbefahrenen Plätze in Europa, denn hier trafen schon damals Züge, Busse, Bahnen, Autos und Fußgänger aufeinander. Nach der Wiedervereinigung war er die größte Baustelle Europas – ich habe dazu in meinen analogen Erinnerungen gesucht:

Zeit für Kaffee und Kuchen einplanen

Und heute? Nicht mehr so steril, wie vor 20 Jahren, angenommen von Berlinern und Touristen. Mein lustigstes Erlebnis in diesem Zusammenhang: Ich war mit einer Gruppe US-amerikanischer Studierenden und ihrem Dozenten von der University of Memphis in der Stadt und gab Ihnen einen Crashkurs Berlin. Die Stadt fanden sie schrecklich, sie fühlten sich unsicher in der Nähe des Ostbahnhofs, hatten keine Ahnung von deutsch-deutscher Geschichte. Aber den Potsdamer Platz fanden sie großartig wegen der hohen Häuser. Das fanden sie innovativ und modern.

Nun ja, über Geschmack lässt sich streiten. Nicht aber über den Blick vom Panoramapunkt: Der ist wirklich klasse. Besonders, wenn man ihn im Café hoch über den Straßen mit einem Stück Torte und einem Kaffee genießen kann.

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