Im Geräuschtunnel und im Flugsimulator: zu Besuch in der DASA in Dortmund

Im Flugsimulator
Im Flugsimulator

Ich kann mir kaum einen langweiligeren Namen vorstellen: Deutsche Arbeitsschutz Ausstellung (DASA). Doch da das Buch „111 Museen in NRW, die man gesehen haben muss“ die Ausstellung lobt, beschließen wir, dort vorbeizugehen. Wir wollen sowieso in Dortmund auf eine Tortenbackmesse – warum nicht eine zweite Attraktion besuchen? Um das vorwegzunehmen: Wir sind begeistert.

Die Ausstellung in Dortmund ist an vielen Stellen interaktiv: Beispielsweise kann man in einem Flugsimulator von Düsseldorf nach Köln fliegen. Im Außengelände sind zwei Baustellen aufgebaut, in einer steht ein sehr alter Bauarbeiterwagen. Außerdem darf man hier zu bestimmten Zeiten mit dem Bagger fahren. Da fangen nicht nur die Augen von ganz jungen Besuchern an, zu leuchten. In der zweiten Baustelle besucht man einige Räume in einem Rohbau und erfährt, warum Fliesen- und Parkettleger oft kaputte Knie haben. Spätestens hier stellt man fest, wer eigentlich hinter der DASA steckt: Es ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Darum gibt es später auch einen Rückenparcours, bei dem Besucher schädigende Haltungen einnehmen. So bekommt man plötzlich ein Gefühl dafür, warum beispielsweise Friseure häufig Probleme mit ihren Handgelenken haben.

Auf der DASA verfolgt man außerdem die Geschichte des Zeitungsdrucks, kann durch ein Fabriklager fahren und lernen, welche Gefahren dort lauern. Besucher spazieren außerdem durch einen Lärmtunnel, in dem sie ein Gefühl dafür bekomme, welche Berufe besonders laut sind.

Selbsterkenntnisse

An einer Station kann man durch Reaktion sein biologisches Alter errechnen: Ich bin zwei Jahre jünger als auf dem Papier, hurra! Bei der BMI-Bestimmung liege ich gerade noch im grünen Bereich. Aber ich bin vier Zentimeter größer, als in meinem Pass steht. Und beim Mindball gewinne ich jede Runde. Mindball spielt man, indem zwei Spieler ein Stirnband mit Sensoren tragen, mit dem ihre Hirnströme gemessen werden. Wer entspannter ist, schafft es, eine Kugel in der Mitte des Tisches von sich wegzuschieben. Meine Hirnströme sind gleichmäßig tief auf dem Monitor, die meines Mitspielers dagegen sind auf sehr hohem Niveau.

Fazit: Die DASA lohnt sich, auch wenn die Ausstellungserklärer Erwachsene eher ignorieren und häufig auf Kinder fokussiert sind. An manchen Stellen habe ich auch weiterführende Informationen vermisst. Trotzdem ist die DASA eine tolle Ausstellung. Sie ist vom Hauptbahnhof aus übrigens in kurzer Zeit mit der S-Bahn zu erreichen. Allerdings fährt die Bahn leider nicht besonders oft – zumindest am Wochenende muss man häufig warten. Der Eintritt ist günstig: Für Erwachsene liegt er bei fünf Euro pro Person.

Kommentar verfassen