Unterwegs auf Gran Canaria: Mietwagen, Leifahrrad oder Bus

Tejeda
Tejeda

Im Urlaub nur an einem Ort bleiben? Langweilig! Das gilt natürlich auch für Gran Canaria, die drittgrößte Kanareninsel vor der Küste Afrikas. Sie hat fast die Form eines Kreises und einen Durchmesser von ungefähr 50 Kilometern. Heißt: Eigentlich kann man sie in einer Woche ganz gut erkunden: Es gibt eine Autobahn, die in einem Halbkreis die Insel entlang der Ostküste umfährt. An ihr liegen Las Palmas, der Flughafen und sämtliche wichtigen Orte für Pauschal- und All-inclusive-Touristen im Süden. In den letzten Jahren wurde die Autobahn vor allem im Süden mit Hilfe dutzender Tunnel bis nach Puerto de Mogan verlängert. Vorher war dieser Ort nur über die kurvenreiche Küstenstraße erreichbar. Wer es gemütlich mag und die Aussicht genießen möchte, fährt natürlich weiterhin am Wasser entlang.

Unterwegs auf Gran Canaria mit dem Mietwagen

Gerade in den Touristenorten findet sich ein Mietwagenverleih neben dem nächsten. Der Preisvergleich lohnt sich. „Wir haben für einen Renault Megane Cabrio inklusive Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung in Maspalomas für drei Tage 120 Euro bezahlt“, sagt Timo. „Andere Anbieter wollten mehr als das Doppelte.“ Wer selbst ins Innere der Insel fahren möchte, sollte übrigens besser keine Scheu vor Serpentinen und engen Passstraßen haben, auf denen einem auch gerne LKW und Busse entgegenkommen. Lies hier mehr über die Rundfahrt, die Timo mit dem Mietwagen gemacht hat.

Unterwegs auf Gran Canaria

Bettina und Jörg holten ihren Mietwagen in Las Palmas ab:“Uns war es wichtig, ihn in der Stadt, und nicht schon am Flughafen zu übernehmen, weil wir sehr spät ankamen“, sagt Bettina. „Wir haben wie immer über billiger-mietwagen.de gebucht, etwa eine Woche vor Abflug“. Dort bekam das Paar einen Citroen über Avis mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung für unter 90 Euro für vier Tage.

Den Mietwagen in Las Palmas im Hafen abholen

Avis sitzt in Las Palmas allerdings im Hafen, und zwar im Kreuzfahrtterminal. Das ist an Tagen, an denen kein Kreuzfahrtschiff anlegt, kein Problem. Ist aber ein Schiff da, ist der Zutritt zum Hafen nicht so einfach möglich. „Die Hafenpolizei fragte uns, ob wir eine Telefonnummer von Avis hätten. Die hatten wir natürlich nicht“, erzählt Bettina. Daraufhin fuhr ein Polizeiwagen zu Avis, holte die Telefonnummer und brachte sie zurück zum Kontrollhäuschen. Von dort rief man die Autovermietung an, die nach etwa 20 Minuten unseren Wagen nach draußen brachte. Dort haben wir dann auch den Vertrag unterschrieben und sind losgedüst.“

Die Abgabe des Mietwagens war im Prinzip unproblematischer, denn es war kein Kreuzfahrtschiff da. Allerdings war der Schalter trotz eingehaltener Öffnungszeiten nicht besetzt. An der Tür im zweiten Stock des Parkhauses hing ein Zettel, auf dem stand, dass die Mitarbeiter gleich zurück sein. Bettina rief nach 20 Minuten Warten an:“Der Mitarbeiter riet mir, den Schlüssel einfach in den Abgabesafe zu werfen. Andernfalls sei er aber auch in fünf Minuten zurück.“ Das war dann auch tatsächlich der Fall.

Parken in Las Palmas

„Wir hatten vorher im Internet gelesen, dass viele andere Touristen nicht wussten, wo sie ihren Mietwagen parken sollten. Das Problem hatten wir nicht“, sagt Bettina. In der Innenstadt gibt es viele Parkhäuser. Das Hotel der beiden lag so, dass sie zu Fuß in zehn Minuten die beiden Parkhhäuser am Centro Commercial del Muelle erreichen konnten. Dort lag der Nachttarif bei etwa 16 Euro. Etwas weiter, am Aquarium Poema del Mar, parkt man sogar für nur 2,50 Euro pro Nacht (Stand 8/2018). „Diesen Tipp hatte uns der Vertreter des Reiseveranstalters gegeben, über den wir gebucht haben“, sagt Bettina.

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Mit dem Fahrrad durch Las Palmas

Wer überwiegend in Las Palmas bleiben möchte, kommt auch gut mit dem Leihfarrad voran: „Überall in der Stadt gibt es Stationen von Sitycleta“, sagt Bettina. Das System ist denkbar einfach: Den QR-Code scannen, die App herunterladen, anmelden, Kreditkartendaten hinterlegen. Dann an der Station die Nummer des Fahrrads und am Bordcomputer am hinteren Teil des Fahrrads den Code eingeben, der auf dem Handy angezeigt wird, das Schloss öffnen und los geht’s. Die Rückgabe verläuft entsprechend, nur dass man dann nach Schließen des Schlosses noch mit OK bestätigen muss, dass das Fahrrad wieder frei ist. Entlang der Uferstraße an der Playa de las Alcaravaneras und bis zur Altstadt in Vegueta gibt es eine zweispurige Fahrradstraße.

Die Leihfahrräder sind etwas schwierig zu lenken, weil sie vorne durch das angebaute Metallkörbchen so schwer sind, lassen sich aber sonst gut fahren. „Allerdings hatten wir einmal ein Problem“, sagt Bettina. „Der Bordcomputer an dem Rad, das ich gerade geliehen hatte, ist ausgefallen. So wurde die Zeit angerechnet, aber ich konnte das Rad nicht benutzen.“ In der App ist für diese Fälle eine Telefonnummer hinterlegt, die mit 010 Ähnlichkeit mit dem Notruf bei der Polizei hat. „Ich habe mich darum erst nicht getraut, sie zu wählen“, sagt Bettina. „Weil die Uhr aber immer weiterlief, habe ich es doch getan, und bin in der automatischen Ansage der Stadt Las Palmas gelandet.“ Dort musste sie die 2 drücken und wurde nach kurzer Zeit mit einer Mitarbeiterin verbunden, die englisch sprach. Sie nahm das Problem auf und schickte den Wartungsdienst los. Erst als dieser den Bordcomputer zurückgesetzt hatte, stoppte die Uhr auf Bettinas Handy. „Die Servicemitarbeiterin hat mir aber die Mailadresse gegeben, damit ich der Abbuchung widersprechen kann“, sagt Bettina. „Es geht jedoch nur um knapp 1,50 Euro, das ist also egal. Allerdings konnte ich, solange die Uhr lief, kein anderes Fahrrad leihen. Und das war wirklich blöd.“ Dumm war außerdem, dass in dieser Zeit natürlich auch die Leihuhr am Rad ihres Mannes weiterlief, der ohne sie nicht weiterfahren wollte. Trotzdem würden die beiden das Sitycleta beim nächsten Besuch wieder benutzen.

Laufen in Las Palmas

Läufer sollten sich von der Wettervorhersage für Las Palmas nicht täuschen lassen:“Uns hatte sie etwa 20 Grad vorhergesagt“, sagt Bettina. „Tatsächlich hatten wir fast die ganze Woche über deutlich mehr als 30 Grad.“ Da es zusätzlich morgens um 7, wenn die Temperatur noch verträglich ist, noch dunkel war, war es nicht so einfach, das geplante Laufpensum einzuhalten. „Einmal wollten wir aber schon laufen. Da wir keine Strandgänger sind, wir den berühmten Strand de las Canteras aber wenigstens einmal sehen wollten, sind wir dort die Uferpromenade bis zum Kongressgebäude und zurückgelaufen. Das sind so knapp sechs Kilometer vom Parque de Santa Catalina aus, wo unser Hotel lag“, sagt Bettina. Obwohl es nur 23 Grad hatte, war es schon drückend schwül. „Mir hat aber gefallen, dass so viele einheimische Läufer um diese Zeit dort auch unterwegs waren“, sagt Bettina. „Das war ein tolles Erlebnis!“

Geführte Bustour durch Las Palmas

In Bettinas und Jörgs Reisepaket, das die beiden über Secret Escapes gebucht hatten, war auch eine geführte Stadtrundfahrt dabei. „Der Bus kam am frühen Vormittag aus Maspalomas“, sagt Bettina. „Er war also voll mit den typischen Pauschaltouristen, die einen Tagesausflug in die Inselhauptstadt machen wollten. Wir fuhren vom Parque Santa Catalina in die Altstadt, wo wir schon gewesen waren, zurück zum Aquarium, das wir auch schon kannten, und weiter zum Einkaufszentrum, das uns grundsätzlich nicht so sehr interessierte.“ Die zweistündige Tour war sicherlich kein Highlight der Reise für die beiden, trotzdem haben sie noch Neues erlebt: „Wir waren beispielsweise bis dahin nicht in der Markthalle in der Altstadt gewesen“, sagt Bettina. „Die ist aber ganz schön.“ Und im Einkaufszentrum Las Arenas gab es gerade viele Rabatte, so dass die beiden dort noch ein bisschen einkauften. „Am Infoschalter kann man nach einer Rabattkarte fragen, mit der es in ausgewählten Shops zusätzliche Vergünstigungen gibt“, sagt Bettina. Sie heißt „The Discount Card“ oder „Tarjeta de Descuentos“.

Unterwegs auf Gran Canaria: Timos Tipps für Busfahrten

Der Bus ist eine gute Alternative zum Mietwagen. Gran Canaria ist ziemlich gut mit Linienbussen erschlossen. Das gilt vor allem für die Touristenorte im Süden: Maspalomas, Playa des Ingles und San Agustin. Sie sind gut untereinander und mit der Inselhauptstadt Las Palmas verbunden. Doch auch in den vielen Gebirgsorten hält regelmäßig der „Guagua“, wie die türkisen Inselbusse genannt werden. Regelmäßig kann aber auch bedeuten: höchstens zweimal am Tag. Darum muss man gut planen, wann man wohin fahren will.

Bus fahren ist ziemlich billig. Eine Fahrt innerhalb dieses Touristenkonglomerats kostet 2,30 Euro, eine Fahrt nach Las Palmas 8 Euro. Die Busse fahren regelmäßig, sind modern und gut klimatisiert. Man sollte jedoch drauf achten, einen der Expressbusse, einen so genannten Directo, zu erwischen, die über die Autobahn fahren. Normale Busse fahren über Landstraßen, halten gefühlt an jeder Ecke und das mit ziemlich abrupten Brems- und Beschleunigungsvorgängen der Fahrer.

Die Fahrkarten kann man beim Fahrer kaufen, die vorbezahlte „Tarjeta Insular“ lohnt sich nur bei vielen Fahrten. Eingestiegen wird nur vorne beim Fahrer – das führt dazu, dass bei einem beliebten Touristenziel wie zum Beispiel dem Atlantico-Shopping Center das Einsteigen aller Passagiere schon mal 15 Minuten dauert.

Eine weitere Besonderheit, die zugegebenermaßen sehr verwirrend sein kann: Die Busse zeigen auf der Richtungsanzeige nicht nur an, wohin sie fahren, sondern auch wo sie losgefahren sind und welche wichtigen Zwischenhalte auf dem Weg liegen. An Busbahnhöfen wie in Maspalomas am Leuchtturm, dem Faro, führt das naturgemäß zu vielen einzelnen Nachfragen der Touristen.

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