Mini-Kreuzfahrt von Stockholm nach Helsinki

Ein Drink in der Bar
Ein Drink in der Bar

„Und Ihr wolltet nicht einfach nach Helsinki fliegen?“, fragt mich eine Freundin etwas entsetzt, als ich ihr von unseren Wochenendplänen erzähle. Ja, es klingt wie ein ziemlicher Ritt: Morgens um halb acht den Flieger von Düsseldorf nach Stockholm nehmen, nachmittags auf der Silja Serenade einchecken, am nächsten Morgen den Hafen von Helsinki erreichen. Nach einer Übernachtung die ganze Reise wieder zurück – und Montagnacht gegen Mitternacht zuhause sein. Tatsächlich war es deutlich weniger anstrengend, als es klingt – und überhaupt stand die Schiffsfahrt im Mittelpunkt.

Tallink Silja, das Unternehmen, das unter anderem die beiden Fähren Silja Serenade und Silja Symphony betreibt, auf denen wir unterwegs waren, hatte uns nämlich zur Überfahrt mit Abendessen- und Frühstücksbuffet eingeladen. Und wir haben die Einladung gerne angenommen:

  1. weil wir Helsinki noch nicht kannten.
  2. weil wir schon mit der Fähre von Stockholm nach Tallinn gefahren waren und darum wussten, dass eine solche Mini-Kreuzfahrt viel Spaß macht.

Mein Facebook-Live-Video

Mein Facebook-Live-Video

Zur Facebook-Seite von Op jück

Im Einkaufswahn

Im Tax Free Shop
Im Tax Free Shop

Aus seinen Fehlern lernt man bekanntlich: Bei der ersten Fahrt hatte ich mich darüber geärgert, dass wir kein Gepäck für den Flug angemeldet hatten. Darum konnte ich nämlich damals keinen Vana im Tax Free Shop kaufen. Das ist der estnische Traditions-Likör. Ich habe damals nach meiner Rückkehr über Amazon eine Flasche gekauft. Es gab nur eine Geschmacksrichtung, und die kostete das Doppelte wie auf dem Boot. Diesmal war ich darum schlauer: Für den Rückweg hatte ich einen Koffer für den Flug gebucht und eine kleingefaltete Tasche dabei, die ich dann als Handgepäck nutzen wollte. Beides war eine kluge Entscheidung: Wir kauften die Vana Winter- und Sommeredition sowie einen finnischen Gin, den man in Deutschland nicht bekommt. Außerdem einen großen Beutel Lakritz. Und im Super Sale habe ich mir noch zwei Kleider gekauft, die zusammen 120 Euro heruntergesetzt waren.

Tipp: Wer den Trip auf zwei unterschiedlichen Fähren auf dem Hin- und dem Rückweg macht, sollte schon auf der Hinfahrt einkaufen, was ihm gefällt. Das Sortiment auf der Silja Serenade und der Silja Symphony ist nicht identisch.

Etwas Kultur am Abend

Auf den Fähren kann man die Zeit aber noch anders als nur mit Shopping verbringen. Viele Skandinavier beispielsweise stürmten sofort den Wellness-Bereich und saßen schon in Whirlpools als die Fähre ablegte. Wir entschieden uns für einen Drink in einer der Bars. In der Kabine liegt bei den Fahrten meistens etwas versteckt ein kleiner Gutschein. Damit bekommt man einen Cocktail zu einem besonders günstigen Preis. Dieses Mal war es ein Cola Malibu. Nicht schlecht, mir aber etwas zu süß. Außerdem schauten wir uns die Show am Abend an: Eine russische Tanzgruppe wirbelte über die Bordbühne. Danach gab es Live-Musik, und wer wollte, durfte tanzen.

Abendessen und Frühstück

Die meiste Zeit verbrachten wir aber am Buffet: Morgens und abends ist die Auswahl groß. Ich finde es toll, dass es soviel Fisch gibt. Der Lachs war so zart, dass er auf der Zunge zerfiel. Heringsstückchen gab es in vielerlei Marinaden. Und Kaviar und Garnelen bergeweise. Dazu Salate, Kartoffeln, Pasta, Streetfood – und zu meiner Freude regionales Essen, an die Jahreszeit angepasst: rote Beete und Blini.

Auch beim Frühstück hatte man die Wahl zwischen internationalem Continentalfrühstück und regionalem Essen. Ich entschied mich für Knäckebrot, Hering und Lachs und für einige andere Leckereien.

Meine Snapchat-Geschichte von der Rückfahrt


Auf Snapchat bin ich kuechenzuruf

Was man wissen sollte

Wer noch nie eine Mini-Kreuzfahrt in dieser Region im Winter gemacht hat, sollte wissen:

  • In Schweden wird in Kronen oder mit Karte bezahlt. Es gibt hier schon sehr viele Läden und Restaurants, die kein Bargeld mehr annehmen.
  • Selbst, wenn es Temperaturen um den Gefrierpunkt hat, sollte man bedenken, dass man sowohl in Stockholm als auch in Helsinki viele Stunden draußen sein wird. Wir waren sehr froh über unsere langen Unterhosen, dicke Stiefel und warme Jacken, Handschuhe und Schal.
  • Es wird im Winter sehr früh dunkel und sehr spät hell – das Tageslicht kann ebenfalls trüb sein. Von den Schären sieht man darum bei der Abfahrt nichts, bei der Ankunft ein bisschen.
  • Im Winter sind in Helsinki viele Attraktionen geschlossen.
  • Man muss nicht ans Buffet gehen. Auf der Fähre gibt es auch einige à la carte Restaurants.
  • Beim Einsteigen werden Fotos gemacht. Selbst wenn man das nicht mag, sollte man sich ablichten lassen – man muss die Fotos ja nicht kaufen. Unsere waren jedoch so toll, dass wir gleich zwei gekauft haben.
  • Zwischen Stockholm und Helsinki gibt es eine Stunde Zeitverschiebung. Man sollte sich darum darüber Gedanken machen, ab wie viel Uhr das Frühstücksbuffet bereit steht.
  • Wer seinen Boardingpass verliert, sollte ihn auf jeden Fall sperren lassen, damit kein Fremder in die Kabine kommt. Neue Türöffnerkarten gibt es am Infoschalter. Solange noch ein Boardingpass vorhanden ist, kann das Frühstück für beide über die Reservierungsnummer gefunden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.