Tschechische Republik: Meine 13 Tipps für Prag

Es ist 28 Jahre her, dass ich zuletzt in Prag war. Damals gab es noch eine Tschechoslowakei, und die Zugfahrt von Baden-Württemberg dorthin dauerte ewig. Heute ist man mit dem Flieger in 50 Minuten von Köln kommend in der Hauptstadt der Tschechischen Republik. Und mit der Ankunft hängen schon meine drei ersten Tipps für Prag zusammen:

  1. Ihr müsst Euch nicht in die langen Schlangen an den Geldautomaten und Wechselstuben innerhalb der Ankunftszone stellen. Im Flughafen, aber außerhalb dieser Zone, gibt es auch Geldautomaten, beispielsweise von der tschechischen Sparkasse. Dort zieht kaum einer Geld, obwohl der Wechselkurs etwas günstiger ist.
  2. Am Bahnhof kann man eine Prag Card kaufen. Mit ihr fährt man kostenlos in die Stadt und bekommt Eintritt in viele Museen umsonst oder verbilligt. Sie lohnt sich allerdings nur, wenn man wirklich viel sehen möchte. Sinnvoll ist es darum, sich vor dem Abflug auf der zugehörigen Internetseite zu informieren, was man mit der Karte alles machen kann.
  3. Es fährt ein Airport Express Bus zum Hauptbahnhof. Oder man nimmt einen Bus, der zur Metrostation der Linie A oder B fährt, und kommt von dort weiter ins Zentrum. Ein Taxi zumindest kann man sich sparen.

Tipps für Prag: Was muss man gesehen haben?

Natürlich ist es sehr von den persönlichen Interessen abhängig, was man sich ansieht. Wer aber das erste Mal in Prag ist, wird wahrscheinlich nicht an der Altstadt mit dem jüdischen Viertel und dem Schloss vorbeikommen. Das gehört einfach dazu. Meine Tipps für Prag:

  1. In der Altstadt lohnt sich der Aufstieg auf den Rathausturm, weil man von dort einmal die Stadt überblickt. Allerdings kann es sein, dass man dafür ziemlich lange in der Schlange steht.
  2. Ich finde außerdem den alten jüdischen Friedhof und die spanische Synagoge sehr sehenswert.
  3. Auch am Schloss muss man mit Menschenmassen und Schlangen rechnen. Nach dem Eintritt in das Goldene Gässchen lohnt es sich, auch einmal nach links zu gehen. Dort kann man einige Häuschen in Ruhe ansehen. Geht man dort die Stufen hinauf, kommt man in eine Galerie mit Rüstungen und Waffen, wo man mit einer Armbrust schießen kann. Ich bin kein Waffenfan, aber ich fand es spannend, einmal damit zu schießen: Sie ist viel schwerer, als ich dachte, und ich habe das Ziel deutlich verfehlt. Wie man es früher womöglich noch reitend geschafft hat, sein Ziel zu treffen, ist mir ein Rätsel.
  4. Als Literaturwissenschaftlerin ist das Kafka-Museum natürlich ein Muss. Da Kafka auf Deutsch geschrieben hat, hatten wir dort keine Verständnisprobleme. Das Museum schafft es außerdem den beklemmenden Eindruck auf die Besucher zu übertragen, die man häufig beim Lesen von Kafkas Werken hat. Gelungen.
  5. Nahe der Karlsbrücke, auf der andern Seite des Schlosses, bei der Altstadt, gibt es ganz hinten auf einer Caféterrasse am Ufer der Moldau den Eingang zum Smetana-Museum. Das Museum ist sehr klein, und man müsste sehr viel lesen, wenn man sich alle Dokumente näher anschauen wollte. Schön ist aber, dass man sich in sehr viele seiner Stücke dort auch einhören kann. Hervorragend geeignet, um mit Smetanas Musik in Berührung zu kommen.
     


  6. Gleiches gilt für das Antoni Dvorak Museum, das ein bisschen außerhalb liegt. Es ist gut mit der Straßenbahn zu erreichen.
  7. Nicht weit von dort ist Vysehrad, eine Zitadelle mit wunderbarer Aussicht über die Stadt. Dort steht auch die Peter und Paul Kirche mit ihren bunten Decken- und Wandbemalungen. Und zur vollen Stunde gibt es die Kasematten-Führung zu den Originalfiguren der Karlsbrücke. Achtung, dort ist es kalt!
  8. Super-schön ist der Blick vom Petrin. Auf den Hügel fährt eigentlich eine Seilbahn, die aber renoviert wurde, als wir da waren. Wir sind darum mit der Straßenbahn eine Haltstelle weiter als zur Talstation der Seilbahn gefahren und sind auf einem gepflasterten Weg steil den Berg hinaufgestiegen – mit tollen Blicken durch die blühenden Kirschbäume. Oben steht eine kleine Variante des Eiffelturms, den man besteigen kann. Außerdem gibt es ein Spiegelkabinett, in dem wir viel gelacht haben. Und der zugehörige Park ist im Sommer sicherlich einen Besuch wert.

  • Auch das Lego-Museum ist ganz nett, aber teuer. Und macht vielleicht mit Kindern mehr Spaß als ohne.
  • Das Apple-Museum kann ich nicht empfehlen.
  • Essen und trinken: Mehr Tipps für Prag

    Tipps für Prag: lokale Spezialitäten essen. Hier: Süßes auf die Hand
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    Wichtig ist außerdem eines: In Prag muss niemand verhungern! Es gibt für jeden Geldbeutel viel. Die Frage ist nur, für welches der Restaurants oder Cafés man sich entscheiden soll, denn die Auswahl ist groß. Da wir über Ostern in der tschechischen Hauptstadt waren, kamen noch die Märkte auf dem Rathaus- und dem Wenzelsplatz dazu – und dort gibt es auch jede Menge zu essen. Beispielsweise Trdelnik: Teig, der über dem Feuer und an Stangen gebacken wird, und den man zum Beispiel mit Zimt und Zucker bekommt.

    Oder scharfe, dunkle Wurst, Klobasa, im leider trockenen Brötchen. Oder Kartoffelnocken aus der Pfanne mit Kraut und Speck. Und dünne, in Spiralen geschnittene und frittierte Kartoffelscheiben am Spieß, die wir schon aus China kennen.

    In Prag muss man übrigens Bier trinken, wenigstens einmal, selbst, wenn man es nicht mag. Ich hatte ein dunkles Bier mit einem langen Namen, das kaum bitter war, und hervorragend zu meinem tschechischen Kartoffelomelett und einem Salzgebäckkringel passte.

    Und noch ein Tipp: Besonders schön trinkt man übrigens Kaffee im historischen Gebäude des Hauptbahnhofs.

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