Malaysia: Melaka ist Weltkulturerbe

Schulmädchen in Melaka
Schulmädchen in Melaka

Malaysia ist islamisch – das war schon bei der Einreise sichtbar: Die Damen am Zoll trugen Kopftuch. Genauso, wie die vielen Schulmädchen auf der Straße oder die Mitarbeiterin im Tourismusbüro. Trotzdem gibt es in Melaka jede Menge Gotteshäuser anderer Religionen, also nicht nur Moscheen. Wir haben buddhistische und hinduistische Tempel gesehen, chinesische Schreine, christliche Kirchen und ja, natürlich auch eine Moschee. Allerdings nur von außen. Mich hat bislang niemand aufgefordert, meine Haare zu bedecken. Und es scheint sich auch niemand daran gestört zu haben, dass ich ein kurzes T-Shirt und knielange Hosen trage. Mal sehen, wie das in anderen Städten aussieht.

Erste Eindrücke

Melaka ist eine Stadt mit 370.000 Einwohnern, die seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Soll heißen, die Stadt hat kulturell einiges zu bieten. Weltkulturerbe heißt aber auch, dass die Stadt schon recht alt und eng ist. Wenn dann noch mehr Autos als Menschen in der Stadt unterwegs sind, wird ein Spaziergang durch den eigentlich sehr schönen Ort schwierig. Insbesondere, weil es keine Bürgersteige gibt.

Ist man im Urlaub und läuft so viel wie wir, muss man auch essen: Heute Nachmittag zum Beispiel kleine Törtchen, unter anderem eines mit Durian-Füllung. Das ist eine in Malaysia und Singapur recht verbreitete Frucht. Der Geschmack ist so naja: Isst man die Frucht frisch, ist sie lecker. Ist sie schon etwas älter, verwandeln sich Geschmack und Geruch in den von faulen Eiern und Terpentin. Unser Törtchen war wohl nicht mehr das frischeste. Zumindest wurden wir den ganzen Nachmittag den fiesen Geschmack nicht los. Heute Abend waren wir dann indisch essen. Zuerst bekamen wir ein Bananenblatt und dann das Essen – direkt auf das Blatt. Viele kleine Häufchen aus verschiedenen Eimerchen: Hier ein bisschen Reis, da ein bisschen Gemüse und außerdem noch Huhn. (Jörg Düspohl)

Touristenattraktionen in Melaka

Heute Morgen sind wir auf der Flusspromenade zu einem historischen malaiischen Haus gegangen. Da fuhr eine Schulklasse auf dem Boot an uns vorbei – die Mädchen natürlich mit Kopftuch. Sie winkten und lachten und ein Junge filmte uns. Jörg und ich waren darüber reichlich irritiert, denn eigentlich sind doch wir diejenigen, die hier mit der Kamera rumrennen und exotische Asiaten fotografieren und filmen. Wir haben kurz darüber nachgedacht, und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir für malaiische Schüler wahrscheinlich höchst ungewöhnlich sind: Wir sind viel größer und deutlich breiter als sie, wir sind ziemlich hellhäutig und dunkelblond, wir laufen Hand in Hand, haben lange Nasen und zu allem Überfluss trage ich kein Kopftuch. Für junge Menschen, die noch nicht viele Ausländer aus dem Westen gesehen haben, sind wir vermutlich eine Art Alien. Oder eine Touristenattraktion. Vermutlich zeigen Sie das Video von uns allen Verwandten und Freunden oder stellen es womöglich sogar bei YouTube ein. Sehr lustige Vorstellung.

Kultur in Melaka

Heute Nacht wurden wir von einer Art „Malaysia sucht den Superstar“ geweckt. In einer etwa 100 Meter vom Hotel entfernten Karaoke-Bar hat jemand versucht, zu singen. Die Betonung liegt auf „Versuch“. Wenn es das Ziel war, keinen Ton zu treffen, hätte der Sänger die volle Punktzahl bekommen. Diese Darbietung startete gegen Mitternacht und dauerte fast eine Stunde. Danach war plötzlich Ruhe. Wir hoffen, dass der Sänger vom Publikum nicht in den Fluss zwischen der Bar und unserem Hotel geworfen wurde. Melaka soll übrigens die Stadt mit den meisten Museen des Landes sein. Kann ich voll bestätigen. Habe fast 20 Museen von außen gesehen, darunter eines für ewige Schönheit. Das Zoll-Museum, das uns interessierte, wird zurzeit renoviert und war darum geschlossen. (Jörg Düspohl)

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