Mahlzeit: In der Kantine des Finanz- und des Verwaltungsgerichts in Köln

Und was gibt's diese Woche?
Und was gibt’s diese Woche?

„Man kann im Verwaltungsgericht zu Mittag essen?“, lautet regelmäßig die erstaunte Frage, wenn ich von diesem kurzen Mittagspausenausflug berichte. Ja, man kann. Zwar wird man unter Umständen am Eingang kontrolliert und muss einen Personalausweis vorzeigen, aber dann ist alles sehr einfach: Links in der Ecke fährt der Aufzug in den dritten Stock, dann folgt man den etwas versteckten Schildern „Casino“ – und schließlich steht man in einem nicht allzu großen Raum unter dem Dach mit grünen Stühlen und quadratischen Dekorationstafeln in Brauntönen an den Wänden.

In dieser öffentlichen Kantine sind einige Tische für die Mitarbeiter der Gerichte reserviert, und das ist auch ganz sinnvoll, denn als wir kurz vor 12 dort sind, ist es schon recht voll. Als wir rund 30 Minuten später das Casino wieder verlassen, steht eine lange Schlange vor der Essensausgabe. Ich hatte mich übrigens für die vegetarische Variante entschieden: Aubergine überbacken mit Reis in Tomatensoße. Sieht nicht lecker aus, ist es aber. Meine Begleitung isst Paprika-Gulasch mit Nudeln. Mit zwei Getränken und zwei Quarkspeisen zahlen wir „12 Mark 10“, wie der Kassierer sagt, der unsere Geldscheine entgegennimmt. Um mich mit den Währungen völlig zu verwirren, fragt er, ob ich einen Groschen habe.

Auf dem Weg zum Ausgang begleiten uns zwei Herren in Uniform, beide auf dem Tablett einen Teller mit Currywurst-Pommes – ein sehr oft bestelltes Gericht, wie ich in der Kantine schon festgestellt hatte. Der eine hat zusätzlich einen Gurkensalat auf dem Tablett. „Gemüse?“, fragt der Jüngere entsetzt. „Klar, ab und zu einige Vitamine – muss sein“, antwortet der andere. „Brauch‘ ich nicht“, sagt der Jüngere. „Ich bin ja noch Single.“ Ich amüsiere mich prächtig. Alleine wegen dieser Begegnungen sollte man eigentlich viel öfter in öffentlichen Kantinen Essen gehen.

Den Speiseplan der Kantine kann man übrigens im Internet einsehen.

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