Japanische Küche mit Stern im Taku

Wenige Restaurants halten sich in Köln über Jahrzehnte. Das Taku gehört eindeutig dazu – und das bei gleichbleibend hoher Qualität. Das Restaurant liegt im Untergeschoss des Hotels Excelsior gegenüber dem Dom. Dort bekommt man auch fantastischen Afternoon Tea. Da das Taku quasi im Keller liegt, hat es keine Fenster. Das fällt aber nicht auf, weil es hell erleuchtet ist. Durch den Innenraum zieht sich einem Bachlauf ähnlich ein breites türkisfarben-beleuchtetes Band. Das Restaurant ist nicht mit Dekoartikeln überladen, aber auch nicht ganz schlicht: Es wird viel mit verschiedenen und farbigen Lichtquellen gearbeitet.

Sechs Gänge im Taku

Wie die meisten Sternerestaurants hat auch das Taku ein Degustationsmenü: Für 139 Euro pro Person gibt es sechs Gänge plus einige Grüße aus der Küche. Die einzelnen Gerichte sind japanisch angehaucht. Entsprechend standen bei unserem Besuch im Februar auch Zutaten auf der Liste, die man nicht immer und nicht überall bekommt. Seeigel beispielsweise, Skrei, Trüffel oder Kalamansi. Jeder einzelne Gang war köstlich, der Preis für das Menü ist aus meiner Sicht absolut berechtigt.

Teure Getränke

Schade finde ich, wenn bei der Präsentation der Rechnung am Ende dann doch eine Überraschung kommt. Der Champagner, der als Aperitif angeboten wurde, ein Ruinart Brut Rosé, kostete pro Glas 26 Euro. Zum Vergleich: Für den Endverbraucher liegt der Preis für eine Flasche im Internet bei 42 bis 76 Euro. Vielleicht finden die Stammgäste diesen Preis nicht der Rede wert. Ich bin aber sicher, dass die meisten auch keinen Unterschied zu einem Champagner für 15 Euro schmecken würden. 

Insofern verstehe ich zwar den Wunsch des Restaurants, die Gewinnmargen durch den Verkauf teurer Getränke zu erhöhen. Ich finde aber, ein Glas Champagner für um die 15 Euro, was man häufig in anderen erstklassigen Restaurants bezahlt, wäre auch ausreichend gewesen. Richtig geärgert habe mich aber über den Preis des Wassers: Eine große Flasche Gerolsteiner für über zehn Euro zu verkaufen, finde ich ehrlich gesagt eine Frechheit. Ist das wirklich nötig?

Frühere Erfahrungen im Taku

Interessant ist eventuell in diesem Zusammenhang: Ich war vor etwa 14 Jahren schon einmal im Taku essen. Damals war noch Einiges anders als heute. So gab es damals beispielsweise eine kleine und eine große Geschmacksreise. Woran ich mich noch ganz deutlich erinnere: Es wurde uns eine zweite Tasse grüner Tee angeboten. Und auch die kostete gefühlt ein Vermögen in Relation zu allem anderen. Manche Dinge ändern sich eben nie. Damals habe ich mich über den Preis für den grünen Tee so sehr geärgert, dass wir eben viele Jahre nicht mehr im Taku waren. Heute nehme ich Ihnen den Wasser- und den Champagnerpreis etwas übel. Entsprechend kann es gut sein, dass ich in den kommenden Jahren eher in einem der anderen sehr guten Restaurants essen gehen werde. Zum Glück gibt es davon in Köln in der Zwischenzeit ja ziemlich viele.

Ein weiteres sehr gutes japanisches Restaurant ist das Nagaya in Düsseldorf. Im ITO in Köln isst man noch ohne Stern – aber ebenfalls sehr gut.

Wer schreibt hier? Bettina Blass

Bettina Blaß ist Bloggerin, Buchautorin und Verbraucherjournalistin. Sie gibt Seminare und Workshops rund das Internet wie beispielsweise "Personal Branding" oder "Online publizieren". 2021 hat sie das Buch "Zu Fuß durch Köln" herausgebracht.

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