24 Stunden in Hamburg: ein Spar-Wochenende

Weihnachtsmarkt Santa Pauli auf der Reeperbahn in Hamburg
Weihnachtsmarkt Santa Pauli auf der Reeperbahn in Hamburg

Kurz vor Weihnachten noch einen Ausflug nach Hamburg machen? Wirklich? Ist die Vorweihnachtszeit nicht schon stressig genug? Wir entscheiden uns trotzdem dafür: Zu verlockend ist das Angebot von Vente privée, Karten für das Musical Phantom der Oper vergünstigt zu kaufen.

Allerdings: Wer Eintrittskarten für ein Musical hat, braucht auch Zugtickets und mindestens eine Übernachtung. Die Fahrt nach Hamburg war kein Problem: Wir hatten genügend Bahnmeilen gesammelt, um damit Hin- und Rückfahrten zu bezahlen. Schwieriger war es, ein Hotel zu einem fairen Preis zu finden: Im Zentrum gab es nichts unter 100 Euro. Aber im 25hours in Hamburg-Bahrenfeld hatten wir Glück und bekamen einen Frühbucherrabatt. So zahlten wir für die Nacht nur knapp 80 Euro. Die Hotelwahl stellte sich als sehr positiv heraus, denn von dort waren es nur vier Busstationen zum Musical – und die Linie 3 fährt auch an einem späten Samstagabend noch im Zehn-Minuten-Takt.

A propos Bus: Das Tagesticket für den öffentlichen Personen-Nahverkehr lohnte sich nicht für uns: Wir überschlugen, dass wir am Samstag maximal vier Fahrten à zwei Euro haben würden. Das macht acht Euro, das Tagesticket, das leider kein 24-Stunden-Ticket ist, hätte 7,50 Euro gekostet. Am Ende des Abends stellte sich heraus, dass zwei Fahrten Kurzstrecken waren, also sparten wir gegenüber dem Tagesticket 50 Cent. Für den nächsten Tag dachten wir über die HamburgCard nach, um von der Vergünstigung in den Deichtorhallen zu profitieren. Sie kostet für einen Tag und zwei Personen 15,50 Euro. Wir benötigten zwei Fahrten mit der S-Bahn à zwei Euro und hätten mit der Karte insgesamt sechs Euro Eintritt gespart. Das rechnete sich also leider auch nicht.

Schließlich hatten wir aber mit dem Frühstück Glück: Im Hotel hätte es 14 Euro pro Person gekostet, bei Coffee Fellow zahlten wir zusammen 20 Euro und waren bis zum späten Nachmittag satt. Schließlich setzten wir noch unsere 50-Cent-Gutscheine vom Toilettengang im Bahnhof für je einen Kaffee ein – und dann waren wir auch schon wieder auf dem Heimweg. Natürlich kann man sagen, wir hätten noch mehr gespart, wenn wir gar nicht erst gefahren wären. Dann hätten wir aber auch nicht so ein schönes Wochende gehabt.

Screenshot Zeitleiste 24 Stunden Hamburg
Screenshot Zeitleiste 24 Stunden Hamburg

Aus den 24 Stunden hatten wir das Maximale herausgeholt: Unterhaltung, Kultur, Genuss und jede Menge Spaß. Werft einen Blick in die Zeitleiste.

Festgestellt: das mit den Öffis läuft in Hamburg besser als in Köln

Liebe KVB, ich bin ja froh, dass es dich gibt. Immerhin bringst du mich in Köln schnell von A nach B. Manchmal fallen deine Busse und Bahnen zwar aus – aber oft fahren sie. Trotzdem habe ich jetzt in Hamburg festgestellt, dass andere Verkehrsbetriebe einiges besser machen als du:

  • Als erstes fällt mir ein Preisunterschied auf: Die Kurzstrecke in Hamburg kostet 1,50 Euro, längere Strecken 2 Euro. Wir zahlen derzeit 1,90 Euro beziehungsweise 2,80 Euro.
  • Im Bus fällt mir ein Schild auf: Es gibt kostenloses W-lan, wenn man sich registriert hat. Hammer.
  • Noch eine tolle Sache: In einem der Busse sehe ich ein niedriges Regal mit gebrauchten Büchern, die man sich mitnehmen kann. Dort können Fahrgäste auch Bücher lassen, die sie ausgelesen haben.

Und noch was: Unsere Buslinie fuhr selbst um Mitternacht noch im Zehn-Minutentakt, und das an einem Samstag! Pünktlich war er außerdem auch. Traumhaft!

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