Verlängertes Wochenende in Alkmaar: Fahrradfahren, wandern und gut essen

Alkmaar: Im Zentrum
Alkmaar: Im Zentrum

Amsterdam, Rotterdam, Den Haag oder Zeeland – das sind die wohl bekanntesten Ziele für ein verlängertes Wochenende in den Niederlanden. Allerdings sind sie auch ziemlich überlaufen. Gerade während der Corona-Pandemie sind sie darum nicht unbedingt als Urlaubsdestination geeignet. Das alleine ist jedoch nicht der einzige Grund, warum ich Euch Alkmaar empfehle. Viel wichtiger ist mir, dass der Ort wirklich entzückend ist. Und mehr als genügend Abwechslung für drei bis vier Tage bietet.

Alkmaar liegt nördlich von Amsterdam. Von Köln aus braucht man etwa drei Stunden mit dem Auto bis dorthin. Das liegt auch daran, dass man auf der Autobahn in den Niederlanden maximal mit 100 Stundenkilometern fahren darf. Das mag uns langsam scheinen, dafür ist es ziemlich stressfrei, finde ich. Der Ort hat etwa 110.000 Einwohner. Als Tourist wird man vermutlich die meiste Zeit in der Innenstadt verbringen, sie liegt von Kanälen umgeben auf einer Insel. Während der Coronapandemie gilt dort: rechts gehen!

Alkmaar: Unterwegs im Zentrum

In der Innenstadt gibt es de Molen van Piet, also Peters Mühle. Dann ist die Laurenskerk nicht zu übersehen, es gibt eine Fußgängerzone, aber auch viele kleine Sträßchen mit unabhängigen Läden. Es gibt viele Cafés und Restaurants. Und man kann dort gut einige Stunden verbringen. Wir sind einem Stadtspaziergang gefolgt, der auf dem Stadtplan abgedruckt war, den wir im Hotel gratis bekommen haben. Er führte uns kreuz und quer durchs Zentrum.

Alkmaar ist eigentlich bekannt für den Käsemarkt, der freitagnachmittags stattfindet. Wegen der Corona-Pandemie ist er jedoch ausgesetzt bis März 2021. Immerhin kann man das Käsemuseum besichtigen – nachdem man sich online angemeldet hat. Mein Tipp: Das lohnt sich eigentlich nur bei schlechtem Wetter. Das Museum ist nämlich klein, und so viel zu sehen gibt es dort nicht. Einen historischen Käsewagen, eine Käsepresse, und im Dachgeschoss sieht man, wie die Käseproduktion früher stattgefunden hat. Ganz spannend ist der kurze Film, der zu Beginn gezeigt wird. Darin lernt man nämlich, wie Käse eigentlich gemacht wird. Zugegeben: ich wusste das schon vorher, weil ich vor einigen Jahren einen Käseworkshop gemacht habe.

Zu Fuß und mit dem Fahrrad: Rund um Alkmaar

Auch wenn das Zentrum klein ist: Langweilig wird es so schnell nicht bei einem langen Wochenende in Alkmaar. Wir sind einmal etwa zwölf Kilometer gewandert. Das fand ich ehrlich gesagt nicht ganz überzeugend: Startpunkt der Wanderung ist auf der Rückseite des Bahnhofs. Von dort geht man zur Straße und hält sich links. Der Weg startet dann nach einer Brücke rechts am Kanal entlang – sehr schön. Bald schon führt die Route aber auf einen Fahrradweg – und das ist wenig befriedigend. Denn man geht die ganze Zeit auf Teer und zwischen Fahrradfahrern. 

Wir sind bis Bergen auf der grünen Route gegangen, später über die blaue und die gelbe Route zurück ins Hotel. Am Ende gab es keine stringente Auszeichnung mehr. Außerdem führt die gelbe Route überwiegend an einer vielbefahrenen Straße entlang. Mein Tipp: Leiht Euch ein Fahrrad. Das macht deutlich mehr Spaß.

Unsere Fahrradtour ans Meer

Natürlich weiß man das: Fahrradfahren in den Niederlanden ist sehr stressfrei. Aber man sollte das auch einmal erlebt haben: Fahrradfahrerampeln, zweispurige Fahrradwege, Autos, die Abstand halten und nicht drängeln. Das macht richtig Spaß. Wir sind mit dem Fahrrad rund 30 Kilometer nach Bergen, an die See, weiter nach Egmond und dann zurückgefahren. Bergen ist ein sehr hübscher kleiner Ort, der rund um die Kirchenruine viel Gastronomie bietet. Wer durch die Dorpstraat fährt, sieht entzückende kleine Häuser, später, an der Straße nach Bergen an Zee stehen dagegen große Architektenhäuser, viele reichlich ausgefallen. 

Bergen an Zee hat Sandstrand, aber man braucht kein schönes Wetter, um dort nett zu sitzen. Wir haben im Hemingway eine Limonade getrunken, den Wellen zugehört und uns entspannt. Deutlich wuseliger als Bergen an Zee ist Egmond an Zee. Während meines Besuchs stand dort ein Riesenrad. Von hoch oben hat man einen guten Blick über die Küste und die Fußgängerzone. Dort gibt es während der Corona-Pandemie auch die Geh-rechts-Regel – allerdings hatte ich das Gefühl, dass sich nicht viele daran halten. Mir war es zu voll. Wir haben darum nur im Café De Parel van Egmond einen Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Dort hatte man sehr viel Platz. In Egmond-Binnen waren wir im Kloster. Dort gibt es einen Laden, in dem man Kerzen kaufen kann – aber auch Käse, Marmelade, Biere oder Likör.

Essen in Alkmaar

Alkmaar bietet eine Vielzahl an Cafés, Restaurants und Bistros. Wir waren hier zufrieden:

  • De Hertenkamp: Das Café hat eine Pop-up-Terrasse. Es liegt etwas außerhalb, in der Nähe eines Tierparks mit Lamas und Schweinen. Wir hatten dort einen Salted Caramel Cheese Cake.
  • Anne & Max: Liegt mitten im Zentrum. Wir hatten gedeckten Apfelkuchen und Eis-Cappuccino. Gut, aber auch schnell voll.
  • Pluim: Ganz in der Nähe von Peters Mühle. Hat bei gutem Wetter Tische auf einem Boot im Kanal. Wir hatten die Kapitänsplanke mit Fischvarianten und einen Burger. Gut!
  • Rue de la Plume: Fine dining. Ein Überraschungsmenü zu einem fairen Preis, die kleine Weinbegleitung ist äußerst empfehlenswert. Reservierung dringend notwendig. Dieses Restaurant solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen!
  • D’Arret: Das Restaurant im The Fallon. https://restaurantdarret.nl Sehr gutes Essen, allerdings noch etwas unorganisiert. Ich hatte beispielsweise gesagt, dass ich keine Muscheln vertrage. Daraufhin bekam ich eine vegetarische Vorspeise, statt die Garnele. Das wurde aber umgehend behoben. Merkwürdig war, dass wir gefragt wurden, ob wir zur Hauptspeise Fritten wollten. Wir sagten „ja“, auch weil wir uns etwas gedrängt fühlten. Und obwohl das Menü zu einem Festpreis angeboten wird, tauchten diese Fritten mit sechs Euro extra auf der Rechnung auf. Das hat uns etwas irritiert, aber wir haben deswegen keine Diskussion angefangen. 

Wo wir übernachtet haben

Wir haben über Secret Escapes das The Fallon gebucht. Der Preis war sensationell, das Hotel ist brandneu. Es ist wie in Roermond in einem ehemaligen Gefängnis untergebracht und sehr stylish. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Allerdings ist es erstaunlich hellhörig, und zwar von draußen und den lauten Gästen von innen.

Käse und Waffeln kaufen

In Alkmaar gibt es viele Läden, um Käse zu kaufen. Wenn du aber ein verlängertes Wochenende da bist, und keinen Kühlschrank auf dem Zimmer hast, könnte das ein Problem werden. Mein Tipp: Der Ökosupermarkt Organic Food for You in Bergen hat sehr guten Käse und leckere Hartwurst. Und er hat am Sonntag geöffnet. Die Produkte sollten also die Fahrt nach Hause gut überstehen, wenn du an einem Sonntag zurückfährst. Günstiger ist natürlich Albert Heijn: In Alkmaar gibt es einen XL Markt, der ebenfalls am Sonntag aufmacht. Die Auswahl ist riesig. Dort gibt es beispielsweise Waffeln und anderes Gebäck, aber auch alles andere, was du gerne aus den Niederlanden mit nach Hause nehmen möchtest.

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