NRW: Wochenendtrip nach Aachen mit Kunst und gutem Essen

Der Dom in Aachen ist einfach eine Wucht. Und wenn ich das als Kölnerin sage, will das etwas heißen. Er sieht eben so ganz anders aus als unser strenger gotischer Dom, in dem alles nach oben strebt. Der Aachener Dom ist eher rund, hat eine goldene Decke und viele bunte Elemente. Entzückend.

So ist übrigens die gesamte Innenstadt mit den vielen alten und gut erhaltenen Häusern – eine Sehenswürdigkeit eben. Man kann dort schön flanieren, in vielen Läden Printen kaufen, oder einfach auf ein Stück Kuchen oder ein Glas Wein einkehren. Natürlich gibt es in der Stadt auch einiges an Kultur zu entdecken.

Ein Wochenende in Aachen – zwei Museen

  • Mitten in der Altstadt ist das Internationale Zeitungsmuseum. Dort gibt es viele Multimediastationen. Besucher lernen einiges darüber, was im journalistischen Handeln als gut, was als verwerflich gilt. Sie erfahren, was es bedeutet, als Kriegsberichterstatter unterwegs zu sein. Sie bekommen auch einen Eindruck von der Fülle der Nachrichten, die täglich in einer Redaktion einlaufen. Und sie erfahren einiges über die Entwicklung der Medien.
  • Etwas außerhalb des Innenstadtrings ist an der Jülicher Straße das Ludwig Forum für Internationale Kunst. Schon allein das Gebäude, eine ehemalige Schirmfabrik, ist sehenswert. Bei meinem Besuch liefen die Ausstellungen Lovely Creatures und Sweet Lies (noch bis 12. September 2021). Gut ist, dass man an jedem Raum einen QR-Code scannen kann, um mehr Informationen zu den Kunstwerken und Künstler*innen zu bekommen. Allerdings sind die Texte sehr lang und nicht immer einfach zu verstehen. Wir haben uns darum schon bald nur noch die Werke ohne weitere Informationen angesehen. Das ist allerdings schade, weil man dadurch sicherlich eine Menge missinterpretiert oder gar nicht erst versteht. Die meiste Zeit haben wir mit Dan Perjovschis Virus Diary verbracht. Die Ausstellung lief eigentlich nur bis Juni, war bei unserem Besuch aber noch teilweise zu sehen. Perjovschis Skizzen sind intelligent, voll Wahrheit und auf den Punkt gebracht.

Vom Ludwig Forum ist es übrigens nicht weit in den Kurpark – eine nette Grünanlage, in der man gut einen kurzen Spaziergang machen kann.

Aachen: Süßigkeiten ohne Ende

In Aachen, außerhalb des Innenstadtrings, aber trotzdem in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar, produziert Lindt Schokolade. Dementsprechend gibt es dort einen Werksverkauf. Viele Produkte sind trotzdem noch verhältnismäßig teuer. Es gibt aber bereits vorabgepackte Tüten, die im Vergleich zum Originalpreis deutlich günstiger sind. Noch mehr kann sparen, wer die App Too good to go nutzt. Damit werden Pralinen kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wirklich sehr günstig verkauft. Vorsicht! Den Bon erst vor den Augen der Kassiererin freischalten, sonst kann diese ungehalten werden.

Gegenüber vom Lindt Werksverkauf ist übrigens ein Bahlsen Werksverkauf. Dort gibt es auch bereits vorgepackte Tüten mit vielen unterschiedlichen Keksen. Lohnt sich. Und dann kommen natürlich noch die vielen Printenläden in der Stadt dazu. Wir haben bei der Printenbäckerei Klein in der Innenstadt Bruchprinten gekauft. Äußert lecker.

Gut essen in Aachen

Wir waren ja nur kurz in Aachen, also Samstagmittag bis Sonntagmittag. Von Köln aus ist das mit dem Regionalexpress einfach möglich: Nur knapp 40 Minuten liegen zwischen den Hauptbahnhöfen der beiden NRW-Städte. Dementsprechend hatten wir jedoch nicht viele Möglichkeiten zu essen: Kaffee und Kuchen gab’s im Café Barbarella in der Innenstadt. Nette Bedienung, guter Cheesecake mit Erdbeere. Außerdem sitzt man schön in der Sonne in der Fußgängerzone – also alles gut.

NRW: Wochenendtrip nach Aachen mit Kunst und gutem Essen
Kaffee und Kuchen

Sterneküche mit Eigenart

Zum Abendessen waren wir im Sternerestaurant La Becasse, einen etwa 20-minütigen Spaziergang von unserem Hotel entfernt. Gäste suchen sich im La Becasse aus der Karte nach Wahl der Anzahl der Gänge ihre Speisen aus. Bei uns waren das drei Vorspeisen. Dazu sieht das Menü einen Gruß aus der Küche, die Hauptspeise, ein Sorbet, ein Dessert und Käse vor.

Geschmacklich gibt es viele Überraschungen: So wurden als Start in den Abend Oliven und Radieschen angeboten – ungewöhnlich, aber lecker. Als Aperitif haben wir uns für einen weißen Portwein entschieden. Auch ihn findet man nicht so oft auf den Karten von Sternerestaurants. Was mir gut gefallen hat, war das leicht süßliche Zwiebelkonfit zur Gänseleber mit Artischocken. Auch der Räuchergeschmack am Bohnenpüree war ungewöhnlich und hat mich an Whiskey erinnert. Lecker. Zum Rehrücken gab es einen leichten Anis-Schokogeschmack im Crumble. Gewöhnungsbedürftig, aber gut. Besonders schön fand ich außerdem die volle Auswahl am Käsewagen und als Überraschung zum Espresso freie Wahl am Valrhona-Schokoladen-Wagen. Äußerst lobenswert finde ich außerdem, dass beide Köche im Laufe des Abends an den Tisch kamen. Das ist sehr persönlich und gibt einem das Gefühl, nicht nur eine Nummer zu sein.

Nicht ganz zufrieden

Schwieriger finde ich einige organisatorische Punkte: So kann man einen Tisch nur telefonisch buchen. Das empfinde ich als kundenunfreundlich. Denn wenn ich Sonntagabend auf die Idee komme, dort zu essen, und ich Montag niemanden erreiche, weil das Restaurant geschlossen ist, muss ich Dienstag zur richtigen Zeit anrufen. Dazu muss ich mir aber eine Erinnerung machen. Praktischer wäre, wenn ich per Mail oder über die Internetseite schon am Sonntag reservieren könnte. In die gleiche Richtung geht die Umsetzung der Dokumentationspflicht aufgrund von COVID19: Auf Papier und ohne Scan Code verursacht sie allen Beteiligten unnötige Arbeit. Die Begründung, dass man ein überwiegend älteres Publikum habe, lasse ich nicht gelten: Alle meine älteren Bekannten wissen nach eineinhalb Jahren Corona, wie man einen QR-Code scannt. Und wer es wirklich nicht weiß oder nicht will, kann ja gerne ein Formular ausfüllen.

Ungewöhnlich mutig finde ich auch, nicht nach Allergien gefragt zu werden. Da ich meine Speisen in der Karte selbst ausgesucht habe, ging ich davon aus, auf der sicheren Seite zu sein. Prompt sind im Gruß aus der Küche Muscheln, die ich nicht vertrage. Auf meinen enttäuschten Ausruf kam dafür aber weder eine Entschuldigung, noch ein Alternativangebot, sondern eher ein: Ist halt jetzt so. Pech gehabt. Völlig unverständlich finde ich, warum vor den Toiletten auf einem Brett an der Wand ein übergroßes Buch mit nackten Frauen am Strand liegt. Es möge mir jetzt bitte niemand mit der Ästhetik der Bilder kommen. Ich fühle mich als Frau dadurch degradiert – schließlich ist der Flur vor einer Toilette kein Kunstraum und für nackte Frauen in einem Sternerestaurant gibt es davon abgesehen sowieso keinen Grund. Verstehe ich nicht, gefällt mir aber auch nicht. Das Essen war trotzdem gut.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben in Aachen im Innside by Melia übernachtet. Die Zimmer sind nicht so stylish wie die Lobby, haben aber sehr gut isolierte Fenster. Wir haben von der Hauptverkehrsstraße neben uns nichts mitbekommen und hervorragend geschlafen. Das Frühstücksbuffet ist nett. Unter anderem gibt es Avocadocrème und einige andere kleine Leckereien. Direkt an den Frühstücksraum schließt außerdem die Dachterrasse mit Blick zum Dom an. 

Als Journalistin halte ich mich an die Regeln des Deutschen Presserats. Nach Vorlage meines Presseausweises habe ich in den Museen keinen Eintritt bezahlt.

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