Elsass: Unterwegs auf der Weinstraße

Unterwegs auf der Weinstraße
Unterwegs auf der Weinstraße: Selestat

Burgen, gepflegte Dörfer und viele Winzer – das findet man an der Weinstraße im Elsass. Sie zieht sich von Marlenheim im Norden bis Than im Süden, mehr oder weniger parallel zum Rhein und den Vogesen. Und um das gleich zu Beginn zu sagen: Es ist nicht ganz einfach, ihr zu folgen. Zwar ist sie eigentlich ausgeschrieben, aber erstens hat man unterschiedliche Schilder benutzt. Das macht deren Wiedererkennung schwierig. Zweitens fehlt manchmal an wichtigen Kreuzungen ein Hinweis darauf, in welche Richtung es denn nun weitergehen könnte. Wir starteten in Obernai – einem zauberhaften Ort mit vielen Cafés und Restaurants, engen Straßen und viel Fachwerk. Irgendwo zwischen Barr und Andlau sind wir jedoch durch eine Baustelle von der Weinstraße abgekommen und dann erst nach einem großen Umweg und eher zufällig wieder darauf gestoßen.

Ein Muss: Hoch Königsburg

Gut ausgeschrieben ist allerdings Hoch Königsburg, Haut Koenigsbourg auf französisch. Die Burg ist von Deutschen gebaut worden, war irgendwann nicht mehr als eine Ruine, und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Seitdem hat man sie gut erhalten, so dass Besucher heute durch die dunklen Räume mit den dicken Mauern gehen, und von hoch oben über das Elsass bis nach Deutschland schauen können.

Unter Wanderern ist es beliebt, zur Burg zu Fuß hochzugehen. Wer an einem Sonntagmorgen durch Orschwiler anfährt, muss darum mit Fußgängergruppen rechnen, die die Straßen verstopfen. Doch schon bald trennen sich die Wege der Wanderer und der Autofahrer, dann geht es schneller voran. Oben an der Burg gibt es übrigens Parkplätze.

Weiter Richtung Süden

Fährt man weiter Richtung Süden, kommt man nach Ribeauvillé. Außerhalb des Ortes gibt es einen großen, öffentlichen Parkplatz. Von dort sind es nur wenige Meter ins Dorfinnere. Hier säumen Fachwerkhäuser die Straßen und vermitteln das echte Elsassgefühl. Eine touristische Landkarte, die ich von Atout France, der Agentur, die Frankreich touristisch vermarktet, bekommen habe, nennt Hunawihr als eines der schönsten Dörfer, die man nicht verpassen sollte. Das konnte ich nicht nachempfinden. Als wir durch den Ort fuhren, gab es dort nichts. Die Häuser waren nicht besonders schön, die Straßen nicht dekoriert, es gab keine geöffneten Läden. Darum fuhren wir direkt weiter nach Riquewihr. Hier parkt man ebenfalls außerhalb der Stadtmauer und kommt so durch ein steinernes Tor in eine Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster. Dort haben die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet. Wir haben hervorragenden Käse gekauft, aber auch frisch gebackene Makronen. Kaum ein Tourist verlässt den Ort ohne Einkaufstasche in der Hand. Zu lecker sind die regionalen Spezialitäten, die es in nahezu jedem Haus gibt.

Schließlich erreichten wir Colmar, eine Stadt, von der mir viele bereits vorgeschwärmt haben. Um ehrlich zu sein, konnte ich auch das nicht nachvollziehen: Zumindest an einem Sonntag im Februar war das Zentrum nahezu ausgestorben. Vielleicht waren wir aber auch einfach an den falschen Plätzen. Zwar gibt es in Colmar einige Museen, doch für die konnten wir uns nicht begeistern. Straßburg gefiel mir deutlich besser. Wir machten uns darum auf den Heimweg, fuhren aber nicht die gleiche Strecke zurück, die wir gekommen waren: Zunächst führte uns der Weg nach Neuf-Brisach, ein kleiner Ort, der als Zitadelle angelegt worden war und so erhalten blieb. Viel los ist dort an einem Sonntag nicht, aber es ist interessant, die geraden Linien des Ortes samt Exerzierplatz zu sehen. Neuf-Brisach ist Weltkulturerbe.

Etappenweise zurück

Weiter Richtung Norden erreicht man bei Marckolsheim eine Gedenkstätte der Maginotlinie. Das Museum hatte leider im Februar noch geschlossen, im Park bekam man trotzdem zwischen Kriegsrelikten einen Eindruck dieser schwierigen Zeit.

Zum Schluss hielten wir noch nach Selestat, eigentlich, um dort einen Kaffee zu trinken. Wir haben aber leider nur ein einziges Café gefunden, und das war hoffnungslos überfüllt. Selestat ist ebenfalls Weltkulturerbe, man kann ganz nett einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum machen, aber nachdem wir schon den ganzen Tag auf den Beinen waren, haben wir den schön bemalten Fassaden wahrscheinlich nicht mehr die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient hätten.

Anreisetipp aus Nordrhein-Westfalen

Felsenhäuser in Graufthal
Felsenhäuser in Graufthal

Von Köln nach Marlenheim, also dem nördlichsten Punkt der Weinstraße, sind es gut 350 Kilometer. Eigentlich eine Strecke, die mir fast zu lang für einen so kurzen Urlaub ist. Um nicht die ganze Zeit auf der Autobahn Richtung Süden zu brettern, haben wir zweimal Halt gemacht: In Zweibrücken bei Kaiserslauten gibt es ein Outlet Center. Es kommt natürlich immer darauf an, was man selbst sucht, aber auch, was es gerade gibt, ob man dort fündig wird. Wir waren schon dort und sind mit einem Kofferraum voller Einkäufe zurückgefahren. Bei diesem Zwischenstopp haben wir jedoch nicht viel gefunden. Aber da es ein Zwischenstopp war, war das egal.

Unser zweiter Stopp war in Graufthal bei den Höhlenhäusern. Zwar war das Museum im Februar geschlossen, aber die blauen Häuschen, die vom Berg zerdrückt zu werden scheinen, sind auf jeden Fall einen kurzen Stopp wert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.