Bayreuth: 6 Sehenswürdigkeiten, die nichts mit Richard Wagner zu tun haben

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Bayreuth: Begrünung
Bayreuth: Begrünung

Mit Bayreuth verbinden wir Wagner: Schließlich fanden dort 1876 die ersten Festspiele statt, bei denen die Musik Richard Wagners im eigens für ihn gebauten Festpielhaus gespielt wird. In den folgenden Jahren fielen sie zwar wegen der politischen oder finanziellen Situation immer wieder aus. Doch seit 1951 gehören die Bayreuther Festspiele fest ins Jahresprogramm. Bayreuth ist jedoch auch außerhalb dieser vier Wochen im Sommer sehenswert – übrigens auch für alle, die mit Wagner und seiner Musik nichts anfangen können. Denn Bayreuth ist ganz schön vielseitig, wie ich bei meiner Bloggerreise auf Einladung der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH feststellte.

Das hängt auch damit zusammen, dass es in Bayreuth seit 1972 eine Universität gibt: 13.000 Studenten aus aller Welt bringen Leben und internationales Flair in die Stadt mit ihren 73.000 Einwohnern. So steht beispielsweise mitten im Zentrum das Iwalewahaus, das zur Uni gehört und dort den Schwerpunkt Afrika unterstützt. Im Iwalewahaus wird zeitgenössische Kunst und Kultur präsentiert, die nicht aus Europa kommt. Schräg gegenüber ist übrigens die jüdische Synagoge, eine der wenigen, die in Deutschland durch die Nationalsozialisten nicht zerstört wurde. Der Grund dafür: Hätte man die Synagoge angezündet, wäre wahrscheinlich auch die Oper in der direkten Nachbarschaft mit zerstört worden. Das alles erfahren wir bei einem Stadtrundgang durch Bayreuth – und den möchte ich Besuchern auch ans Herz legen: Rund 50.000 Teilnehmer haben die Stadtführungen mit einem der 80 Stadtführer im Jahr. Buchbar sind sie im Tourismbüro der Stadt. Bei diesen Führungen erfährt man auch eine ganze Menge über die Markgräfin Wilhelmine, die Patronin der Landesgartenschau 2016, die verantwortlich ist für die vielen Barockgebäude in der Stadt. Beispielsweise auch für das Markgräfliche Opernhaus, das UNESCO Weltkulturerbe ist und derzeit renoviert wird. Darum haben wir seine barocke Pracht nur auf einer 360-Grad-Aufnahme bestaunen können. Leider.

4 weitere Tipps: Bier, Park und Literatur

Nachdem man bei einer Stadtführung einen ganz guten Überblick über Bayreuth bekommen hat, gibt es aber noch viel mehr zu sehen und zu erleben:

  • Noch bis Anfang Oktober 2016 ist die Landesgartenschau. Dort gibt es neben Blumen und Beeten auch Kunst und jede Menge Informationen. Praktischerweise fährt ein kostenloser Shuttle-Bus vom Hauptbahnhof zur Landesgartenschau.
  • In Bayern geht es natürlich auch immer um Bier. Überall in der Stadt präsent sind die Biere der hiesigen Brauerei Maisel and Friends. Wer sich für das historische Brauen interessiert, der besucht das zugehörige Brauereimuseum und kann dort verfolgen, welchen Weg das Malz von der Reinigung bis ins Fass oder die Flasche genommen hat. Bis zu 25.000 Besucher im Jahr schauen sich den Prozess von der Reinigung des Korns bis zur Abfüllung des Bieres bei einer der täglichen Führungen an. Seit Anfang 2016 bekommt man im Restaurant Liebesbier nebenan die neusten Biertrends serviert und kann dort auch essen, während man einen Blick auf die moderne Brauerei hat.
  • Etwas außerhalb ist die Eremitage mit der Orangerie in einem großen Park mit regelmäßigen Wasserspielen. Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, kann dorthin mit dem Bus gelangen.
  • Auf dem Rückweg kommt man an dem Haus vorbei, in dem der Autor Jean Paul eine Schreibstube hatte. Das kleine Privatmuseum besichtigt man am besten, nachdem man sich kurz telefonisch angekündigt hat. Die Hausbesitzerin hat einige spannende Geschichten zum Autor und der Schreibstube zu erzählen.

Meine Snapchat-Geschichte Bayreuth

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Für den nächsten Besuch

Tatsächlich gibt es in Bayreuth noch viel mehr zu sehen. Aber ein Wochenende ist eben zeitlich begrenzt. Bei einem nächsten Besuch möchte ich beispielsweise gerne sehen:

  • Das Markgräfliche Opernhaus nach der Renovierung. Den Bildern nach muss es ein Traum sein.
  • Das alte Schloss in der Eremitage. Dort habe ich nur durch die Fenster geschaut und wunderschöne Räume gesehen.
  • Im neuen Schloss gibt es unter anderem das Markgräfin Wilhelmine Museum. Das würde ich gerne besichtigen, nachdem ich so viel über diese interessante Person während meines Aufenthalts gehört habe.
  • Ins Festspielhaus würde ich gerne einmal gehen,
  • in die Katakomben der Aktien-Brauerei und
  • in das Deutsche Freimaurer-Museum.

Dann vermutlich wäre ein weiteres Wochenende vorbei – und ich hätte immer noch nicht alles gesehen. Wie gesagt: Bayreuth ist deutlich vielseitiger als man allgemein so denkt.

Zum Weiterlesen:
Unterwegs in Bayern: Kultur in Bayreuth, Regensburg und Passau (Verbraucherblick 10/2016)

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Rico sagt:

    Da es für mich bald nach Bayreuth geht, war ich auf der Suche nach Ideen abseits von Herrn Wagner. Hier wurde ich fündig! Vielen Dank für die Informationen. Nun freue ich mich umso mehr auf den kommenden Besuch im September!

    1. BettinaBlass sagt:

      Das freut mich sehr! Viel Spaß!

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