Auf Texel ohne Auto

Zwischen Amsterdam und Den Helder
Zwischen Amsterdam und Den Helder

Etwa 8 mal 20 Kilometer ist die westlichste der friesischen Inseln groß. Das ist eindeutig zu viel, um alle Strecken zu Fuß gehen zu können. Auf den ostfriesischen Inseln Juist, Wangerooge oder Borkum dagegen ist das überhaupt kein Problem. Auch darum gibt es dort keine Autos. Anders auf Texel. Touristen dürfen zwar ihren Wagen mit auf die Insel nehmen. Aber ich habe erstens gar kein Auto, zweitens wäre mir die Strecke von Köln kommend zu weit. Ich fahre lieber mit dem Zug – rund 20 Euro hat mich die Hinfahrt mit einem Sparticket gekostet. Die Rückfahrt war ungefähr doppelt so teuer.

Die Anreise ist sehr einfach: Ich bin mit dem ICE nach Amsterdam gefahren, und hatte dort ausreichend Zeit, in den IC nach Den Helder umzusteigen. Den Bahnhof dort verlässt man rechts, bevor man das Gebäude betritt. Dazu muss man den QR-Code auf dem Fahrschein scannen. Geht das nicht, ruft man per Knopfdruck das Servicepersonal. Direkt gegenüber des Ausgangs ist ein kleiner Schalter, bei dem man für den Texelhopper Tickets kaufen kann. Für drei Euro bringt dann der Bus die Texel-Touristen in etwa zehn Minuten zu Fähre. Da der Busverkehr auf die Fähre abgestimmt ist, kann es sein, dass man eine gute dreiviertel Stunde auf den Bus warten muss.

Vom Fährhafen nach Texel und zurück

Auf der Fähre
Auf der Fähre

Das Fährticket kann man online kaufen oder im Fährgebäude an einem Automaten. Auf Texel verlässt man die Fähre rechts, um zu den Bussen zu gelangen. Es gibt Linienbusse nach De Koog und Den Burg, wer sein Ziel aber außerhalb des Streckennetzes hat, muss den Texelhopper nehmen. Dazu muss man ihn bereits von zuhause buchen und dabei sein Ziel auf der Insel angeben. Das ist jedoch recht einfach über das Internet möglich. Bei der Rückfahrt verlässt man die Fähre übrigens ebenfalls rechts, um zum Bus zu kommen. Das Fährtickt muss man beim Verlassen der Insel nicht mehr vorzeigen.

Die Fähre gehört übrigens den Bewohnern von Texel. Den Gewinn, den sie durch die Fahrten machen, legen sie an. So können sie etwa alle 15 Jahre eine neue Fähre kaufen. Sie versuchen, diese möglichst nachhaltig zu betreiben. Darum haben die modernen Fähren auch Sonnenkollektoren an Bord und fahren mit Gas. Derzeit wird diskutiert, ob man auf der Insel möglicherweise aus den pflanzlichen Resten aus der Landwirtschaft Gas herstellen könnte, das man künftig als Treibstoff für die Fähre benutzt.

Der Rufbus auf Texel

Texel
Texel

Sinnvoll ist es übrigens, an diesem Bahnhofsschalter auch schon Tickets für den Rufbus auf Texel, der ebenfalls Texelhopper heißt, zu kaufen. Der Rufbus fährt nämlich nur auf Bestellung. Und um ihn bestellen zu können, benötigt man den Code, der auf den Tickets aufgedruckt ist. Im Klartext heißt das: Spontan kann man kaum etwas auf der Insel machen, was etwas weiter entfernt ist. Wer sich aber gut organisiert, kommt an jeden Platz der Insel mit dem Rufbussystem. Wichtig ist aber, dass man früh genug anruft, um einen Platz zu reservieren, denn sonst muss man bis zu einer Stunde warten.

Screenshot Haltestellen Texelhopper
Screenshot Haltestellen Texelhopper

Um einen Platz zu reservieren, muss man außerdem wissen, an welchem der vielen Haltepunkte auf der Insel man sich befindet, und wohin man eigentlich will. Dazu gibt es vom Texelhopper beispielsweise in den Hotels Übersichtspläne. Die Hotels buchen auch die Fahrten für ihre Gäste, wenn man sie darum bittet. Außerdem steht an jedem der Pfosten, die im oberen Teil grün angestrichen sind, eine Nummer. Die gibt man an, wenn man den Texelhopper von unterwegs anruft, dann weiß der Fahrer, wo man ist. Und aufgrund der Ziele der Passagiere ist jede Route anders. Mit etwas Glück bekommt so für seine drei Euro auch noch eine Rundfahrt mit den touristischen Höhenpunkten der Insel. Damit man diese auch sehen kann, sollte man immer in Reihe 2 oder 3 sitzen. Es gibt übrigens auch Tagestickets, die lohnen sich aber erst ab drei Fahrten pro Tag.

Das Projekt des Texelhopper-Rufbusses ist eigentlich nur bis Herbst 2016 angelegt. Im Oktober habe ich jedoch noch nichts darüber gehört, dass es ein- oder umgestellt werden soll. Ein Blick auf die Homepage ist auf jeden Fall vor Abreise sinnvoll.

Übrigens: Wer ohne Auto unterwegs ist, kann sich auf Texel auch Fahrräder leihen. Dann muss man zwar vielleicht manchmal lange fahren, um einen Punkt zu erreichen. Aber zumindest ist man damit nicht auf ein Auto angewissen.

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