4 Tipps für Bremen: Was du in der Hansestadt noch nicht kennst

Durch den Bürgerpark in Bremen mit dem Fahrrad.

Logisch: Wer einen Städtetrip nach Bremen macht, der schaut sich natürlich den Marktplatz mit dem Rathaus, dem Roland und den Stadtmusikanten an. Vermutlich geht man noch ins älteste Viertel der Stadt, Schnoor genannt, und selbstverständlich auch in die Böttcherstraße. Die Botanika mit ihren vielen Rhododendren haben vielleicht auch einige auf dem Schirm, möglicherweise noch eine Hafenrundfahrt – und damit ist das Wochenende dann auch schon vorbei. Falls du etwas anderes erleben möchtest, oder schon öfter in der Hansestadt gewesen bist, dann könnten dich diese Tipps für Bremen interessieren:

1. Romantisches Dinner und Weinkellerführung

Unter dem Rathaus der Stadt ist der Ratskeller. Hinter dieser Bezeichnung verstecken sich zwei Unternehmen: Da ist zum einen der Weinhandel der Stadt. Wenn Ihr dort eine Führung bucht, könnt Ihr nicht nur Weine verkosten, Ihr werdet auch sehr alte Weinfässer sehen, die beispielsweise in einem von Kerzen erleuchteten Keller stehen. Um ehrlich zu sein: Der Weinkeller ist der schönste, den ich bisher gesehen habe. Zum anderen ist hier auch ein Restaurant. Dort könnt Ihr in sehr hübschen, kleinen Nischen mit Eurem Partner zu Abend essen. Mehr über die Kellerführungen und das Restaurant lest Ihr in diesem Beitrag.

2. Mit dem Fahrrad oder joggend durch den Bürgerpark

Wahrscheinlich hattet Ihr den Bürgerpark auf Eurer Liste: Schließlich ist er die grüne Lunge der Hansestadt, und gerade im Sommer natürlich perfekt zum Chillen. Allerdings könnt Ihr dort auch etwas aktiver unterwegs sein, beispielsweise laufend oder mit dem Fahrrad. Letzteres ist eigentlich nicht erlaubt. Aber wenn man Rücksicht nimmt, sagt keiner was. Ich habe beides ausprobiert: eine geführte Fahrradtour und eine Laufrunde am Sonntagmorgen. Ihr könnt beide Strecken bei Komoot verfolgen. Das ging natürlich auch deswegen besonders gut, weil das Maritim Hotel, in dem mein Mann und ich bei einer Pressereise kostenlos übernachtet haben, genau gegenüber vom Park liegt. Die Anfahrt war also sehr kurz. Bei der Fahrradtour habe ich einige interessante Dinge aufgeschnappt: Vorbild des Parks ist nämlich der Central Park in New York. Dort arbeitete ein Bremer Architekt mit, der sein neu-erworbenes Wissen nach Deutschland zurückbrachte, und dort umsetzte. Außerdem steht mitten im Park ein Brunnen, der gerade restauriert wird. Er hat eine spannende Geschichte. Denn während des zweiten Weltkriegs hat man die ursprünglichen Metalldekorationen eingeschmolzen – jetzt soll der Ursprungszustand wiederhergestellt werden. Dann gibt es noch die Meierei, ein hübsches, altes Häuschen, in dem heute Hochzeiten und andere Festlichkeiten gefeiert werden. Früher kamen die Stadtbewohner hierher, um ein Glas Milch zu trinken. Und weil das Landleben als romantisch galt, versuchte man, es im Bürgerpark auf spielerische Art und Weise nachzuempfinden. Das ist ein Grund, warum es von der Meierei eine Sichtachse bis zum Dom gibt. Im Bürgerpark ist auch ein kleiner Zoo mit Damwild, Mufflons und Bentheimer Schweinen. Und die Bremer an sich nutzen den Park genauso, wie es ihnen gefällt: Sie picknicken, machen dort Yoga, es wird Theater gespielt oder gerudert. Schließlich ist er – das sagt schon der Name – ihr Park. Seit seiner Entstehung 1866 wird er fast ausschließlich privat finanziert.

Das Maritim Hotel in Bremen

Für alle, die eine Messe oder einen Kongress in der Hansestadt besuchen wollen, ist das Maritim Hotel sehr praktisch: Es hat nämlich einen direkten Zugang ins Messe- und Kongresscenter. Wer zu einem Städtetrip hierher kommt, ist zwar in wenigen Minuten zu Fuß am Hintereingang des Hauptbahnhofs, in die Stadt braucht man aber noch etwas länger. Allerdings gibt es direkt vor dem Hotel eine Bushaltestelle. Das Hotel wurde 1993 eröffnet und hat 261 Zimmer in unterschiedlichen Kategorien sowie fünf Suiten. Rund 100.000 Gäste übernachten hier im Jahr, darunter sind neben den Messe- und Kongressgästen auch viele Skandinavier, die im Sommer auf dem Weg in den Süden oder auf dem Heimweg hier einen Zwischenstopp machen. Im Hotel gibt es ein Buffet-Restaurant und ein französisches Restaurant, das aber im Sommer geschlossen ist. Damit der Hotelbetrieb reibungslos läuft, arbeiten hier gut 150 Mitarbeiter in drei Schichten. Sie kommen aus zehn unterschiedlichen Nationen. Ab Winter steht den Gästen der Wellnessbereich wieder zur Verfügung, er wird gerade renoviert.

3. Mit der Senatsbarkasse über das Wasser

Falls Ihr in einer größeren Gruppe unterwegs seid, oder etwas mit bis zu maximal 41 Personen zu feiern habt – einen runden Geburtstag oder eine Silberhochzeit zum Beispiel – dann kann eine Fahrt auf der MS Senator eine gute Idee sein. Die ehemalige Senatsbarkasse, die 1979 in Betrieb genommen worden war, war früher dem Bremer Senat und seinen Gästen vorbehalten. Dazu zählten beispielsweise der König von Tonga, Queen Elizabeth und Peter Maffay. Das Boot fuhr sogar bis nach Köln – wohlgemerkt nicht über die Flüsse, weil die Brücken oft zu niedrig sind. Sondern übers offene Meer, und dann aus den Niederlanden an Emmerich und Duisburg vorbei. Dort stiegen dann schon die ersten Kooperationspartner der Hansestadt zu. „Diese Fahrten waren immer ausgebucht“, erinnert sich ein Kapitän. „Das waren quasi Werbefahrten für unsere Stadt.“ Allerdings darf die Senatsbarkasse bis maximal Windstärke 6 fahren, manchmal musste man also einige Tage warten, bis die Fahrt fortgesetzt werden konnte. „Die Wellen krachten oft genug über uns zusammen“, erzählt der Kapitän. Das ist eigentlich gar nicht so verwunderlich, denn die Senatsbarkasse ist mit 27 Metern Länge und sechs Metern Breite nicht wirklich groß. 2004 hat der Senat sie aufgegeben, 2006 hat die Stadt das Schiff übernommen. Ich war vom Maritim Hotel Bremen bei einer Pressereise zu einer Fahrt eingeladen. Dabei hatte das Hotel auch die Bewirtung übernommen. Die Fahrt führte uns aus der Stadt an der Flussinsel vorbei, wir ließen die Beck’s Brauerei links liegen, kamen unter der letzten Brücke vor der Nordsee hindurch und sahen dann in der Überseestadt auf der rechten Seite Kellog’s. In der Überseestadt ist auch ein ehemaliger Saft- und Gemüsespeicher der Firma Dittmeyer, in dem heute der Schuppen 1 mit einem Zentrum für Automobilkultur und Mobilität ist. Fans schöner Autos sollten dort etwas Zeit verbringen. Insgesamt sind wir gut 20 Kilometer bis Bremen-Nord gefahren. Dort gibt es übrigens die auf Luxus-Yachten spezialisierte Lürssen-Werft.

4. Im Fallturm

In Bremen gibt es ein Gebäude, das in Europa einzigartig ist. Dabei ist es zunächst recht unauffällig: der hohe weiße Turm sieht ein bisschen wie ein Schornstein aus. Tatsächlich handelt sich aber um einen Fallturm, in dem physikalische Experimente aus der ganzen Welt durchgeführt werden. Man muss sich nicht unbedingt für Physik interessieren, um spannend zu finden, was dort gemacht wird. Bei einer Führung bekommen Besucher das alles ganz verständlich erklärt.

Als Journalistin halte ich mich an den Pressekodex des Presserats. Das Maritim Hotel hat die Übernachtung und die Verpflegung für meinen Mann und mich von Freitagabend bis Sonntagmorgen übernommen. Es hat außerdem die Kosten für die Fahrradtour, die Weinkellerführung, die Bootsfahrt und die Besichtigung des Fallturms gezahlt. Wir haben die Anfahrt selbst bezahlt und Freitagmittag und Sonntagmittag auf eigene Kosten gegessen.

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