Zwei Tage in Bremen

Bremen: Schnoor
Bremen: Schnoor

Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn wehrten sich gegen Gauner und Diebe – und gewannen gegen sie mit List und Tücke. Das ist in aller Kürze zusammengefasst die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten, wie wir sie schon als Kinder kennenlernen. Das Quartett steht als Statue vor dem Alten Rathaus in Bremen, und die Vorderläufe der Tiere sind schon golden glänzend, weil es Glück bringen soll, sie anzufassen. Bremen bietet für Touristen aber neben dieser Statue noch einige Attraktionen mehr.

So ist der Marktplatz mit seiner über 1000-jährigem Geschichte UNESCO-Weltkulturerbe. Dort findet man neben dem Alten Rathaus und der Statue der Bremer Stadtmusikanten auch den Roland, eine weitere Statue, die für den Freiheitswillen der Stadt steht. Außerdem stehen hier die herrlichen Häuser, deren Fassaden von längst vergangenen Zeiten erzählen. Geht man Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke, kommt man links davon in den Stadtteil Schnoor mit seinen Gässchen. Dort reihen sich Cafés, Restaurants und Souvenirläden aneinander. Schnoor soll der älteste Teil der Stadt sein. Am gleichen Ufer, aber auf der anderen Seite der Brücke, im Prinzip zurück Richtung Markt, kommt man in die Böttcherstraße, ein Kunstwerk zum Begehen: expressionistische Elemente gekoppelt mit Backsteinhäusern und hübschen, kleinen Läden sowie Kunstmuseen.

Direkt neben dem Hauptbahnhof ist das Überseemuseum. Die Ausstellung ist unterteilt nach Themen und Kontinenten. Leider wurden die Amerikas gerade umgebaut, als wir da waren. Dafür erfreuten wir uns an vielen Buddhas aus Asien und lernten einiges über den Alltag in Afrika. Nicht gefallen haben mir die ausgestopften Tiere. Dafür war ich sehr beeindruckt vom so genannten Schaumagazin. Das ist quasi das Lager des Museums, in dem auf drei Etagen und in vielen Schaukästen noch mehr Exponate stehen. Ich fragte einen Mitarbeiter, wie viele es wohl seien. Antwort:“Ich weiß es nicht, aber es sind extrem viele“. Thematisch sehr aktuell ist übrigens die Ausstellung zum Thema Migration. Ich habe übrigens keinen Eintritt ins Museum bezahlt, sondern bin mit Presseausweis kostenlos hineingegangen.

Auf der Weser kann man außerdem eine Bootsfahrt bis in den Hafen machen. Zugegeben: Es gibt schönere Bootsfahrten und spannendere Häfen. Aber alles in allem war es eine vergnügliche Stunde an Bord. Auch die Botanika im Rhododendron-Park ist einen Besuch wert. Wer genug gesehen hat, fährt zum Werksverkauf von Bahlsen und Leibniz. Bruchware ist dort wirklich günstig.

Stippvisite in Bremerhaven

Nur rund 60 Kilometer von Bremen entfernt liegt Bremerhaven. Wer also ein verlängertes Wochenende in der Hansestadt zubringt, kann auch einen Tagesausflug an die Küste machen. Das lohnt sich auf jeden Fall, denn die Havenstadt ist einen Besuch wert. So kann man für drei Euro auf die Aussichtsplattform von Sail City hinauffahren. Von dort hat man einen Panoramablick über die Stadt. Tickets gibt es beispielsweise in der Touristeninformation gegenüber des Klimahauses. Dort kann man die Reise von Axel Werner auf dem achten Längengrad rund um die Welt erleben. Sie startet in der Schweiz, führt durch die Sahelzone und die Antarktis nach Samoa und wieder nach Europa. Es gibt unterwegs viel zu sehen und zu lesen, Fühlstationen und Monitore mit Filmen sowie Frage- und Antwortspiele. Ist man in der Welt des Eises, ist es kalt, in Sardinien riecht es nach dem Feuer eines Waldbrandes und in der Schweiz nach Kuhpisse. In Afrika ist es heiß und im dunklen Dschungel mit seinem federnden Boden kommt die Luftfeuchtigkeit hinzu. Schade nur, dass in der Klimastation, in der es um den Klimawandel geht, nur wenige Besucher gab. Die meisten drängten sich in der Erlebniswelt. Und zwar an einem Feiertagmittag so viele, dass man an viele Stationen nicht herankam und oft in langen Schlangen darauf wartete, weiterzukommen. Ich bin mit dem Presseausweis um zwei Euro vergünstigt im Klimahaus gewesen.

Schräg gegenüber ist das Auswandererhaus, das 2007, zwei Jahre nach seiner Eröffnung, ausgezeichnet wurde als bestes Museum Europas. Ein Highlight unserer Reise, auf jeden Fall anschauen!

Frühstück im Steigenberger

Wir haben über Secret Escapes ein Zimmer im Steigenberger Hotel in der Überseestadt gebucht. Zu Fuß sind es etwa 15 Minuten entlang der Weser ins Zentrum. Das Hotel ist recht neu, unser Zimmer im 6. Stock war ausreichend groß – und auf der gleichen Etage wie das Spa. Für eine Hotel-Wellness-Oase ist es ziemlich geräumig mit zwei Saunen und einem Dampfbad sowie einem Ruheraum und Fußbadbecken. Große Fenster lassen Licht herein und geben den Blick auf die Weser frei. Nett! Einzig das kostenlose W-LAN dürfte sehr gern schneller sein. In Fußnähe gibt es einige Restaurants, wir waren im Taste und hatten einen Burger. An der Hotelbar gibt es eine ordentliche Auswahl an Cocktails. Nebenan, in der Bar des GOP, ebenfalls. An Tagen mit Show sogar mit Live-Piano-Musik untermalt.

Das Frühstück ist so, wie ich es mag: Neben Müslivarianten, Wurst und Käse gibt es auch kleine Leckereien: Couscous-Salat beispielsweise und gegrilltes Gemüse. An der Küste darf natürlich Fisch nicht fehlen: Lachs, aber auch Heringsalat wird angeboten. Zusätzlich gibt es verschiedene Kaffeegetränke im Steigenberger, eine große Auswahl an Tee und selbstverständlich Saft. Da im Steigenberger gerne Gäste aus anderen Ländern absteigen, gibt es auch das typische interkontinentale Frühstück: Rührei, Würstchen und Rösti mit Apfelmus – das ist jedoch nicht mein Favorit.

Im Bahlsen-Fabrikverkauf

Im Bahlsen Fabrikverkauf ging es mir wie so oft, wenn ich zuviel Auswahl habe: Ich kann mich nicht entscheiden. Und bevor ich dann alles kaufe, kaufe ich lieber gar nichts. Nach der ersten Runde durch den Laden war mein Einkaufskörbchen darum noch leer. Ich entschloss mich, eine zweite Runde zu drehen. Dabei stellte ich fest, dass viele Preise nicht so günstig sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei der Bruchware sind die Preise allerdings nicht zu toppen. Wen es also nicht stört, dass die Kekse beispielsweise alle in der Mitte zerbrochen sind, der kann dort deutlich sparen. Neben den Keksen von Bahlsen und Leibniz gibt es im Laden übrigens auch Chips und verschiedene Teesorten von Teekanne sowie eher hochpreisige Schokolade.

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