Kalifornien: Von Mono Lake bis zur Geisterstadt Bodie

Geisterstadt in Kalifornien
Geisterstadt in Kalifornien

Kalifornien fand ich bisher immer ganz nett: Anfang 20 war ich einige Wochen in San Diego und einige Tage in Los Angeles. Dann, einige Jahre später, reiste ich von Los Angeles nach Yosemite, Merced, Sacramento und San Francisco. Schließlich, vor einigen Jahren, fuhren wir von Las Vegas durchs Death Valley bis Los Angeles und flogen von dort zurück. Ach ja. Ganz nett, Kalifornien. Ich muss meine Meinung revidieren.

Kalifornien ist landschaftlich ein echter Knaller. Von Yosemite fuhren wir über den Tioga Pass. Dabei hatten wir Glück: Rechts und links der Straße lag auf 3.000 Metern schon Schnee. Nach dem ersten richtigen Schneefall, der regelmäßig im November erwartet wird, wird dieser Pass aber geschlossen. Die meterhohen Stangen, die bei viel Schnee die Straße markieren, lassen auf die Mengen schließen, die man hier erwartet.

Von Tuffsteinburgen weiter zur Geisterstadt Bodie

Von ganz oben hat man natürlich einen tollen Blick in die Schluchten und Täler und über die Tausenden von Nadelbäumen, viele angekokelt von einem der zahlreichen Brände. Kaum ist man aus dem Nationalpark draußen, ist man im nächsten schon drinnen: Mono Lake. Von oben nichts weiter als ein tiefblauer See, je näher man aber kommt, desto bizarrer wird die Uferlandschaft: Weiße Tuffsteintürmchen bilden Burgen und Berge nach.

In der Geisterstadt
In der Geisterstadt Bodie in Kalifornien

Geisterstadt Bodie: Wocestersauce und Fleckenentferner

Richtig abenteuerlich wurde dann unsere Fahrt in einem herkömmlichen PKW nach Bodie. Kilometerweit folgt die Straße wilden Schotterpisten, zumindest wenn man den optimalen Weg laut Navi wählt. Dabei kommt ein gewisses Wild-West-Gefühl auf, das seinen Höhepunkt erreicht, wenn man die Geisterstadt mitten im Nichts erreicht. Bis zu 10.000 Menschen lebten dort während der Gold-Schürfjahre. Sie zogen weg, als die Erde ausgeplündert war, ließen alles stehen und liegen. In Bodie stehen noch viele Gebäude aus Holz: eine Tankstelle, eine Schule, eine Kirche – und ein Kolonialwarenladen. In den Regalen dort findet man vor allem Kaffee und Senf. Aber auch eine leere Flasche Worcestersauce, Zigarrenkisten und ein Fleckenentferner. In den noch stehenden Holzhäusern vergammeln Sofas, Kinderwägen, Betten. Kein Wunder also, dass die Straße zu dieser Geisterstadt nicht geteert ist. Sie ist ganz deutlich gesagt in einem hundserbärmlichen Zustand, Schotterpiste, viele große, spitze, reifenschädigende Steine, Buckel, Kurven, ein Bachlauf, der überquert werden musste. Das Schicksal meinte es gut mit uns. Zwar ist das Auto nicht mehr rot, sondern staubgelb, aber wir kamen ohne geplatzte Reifen und ohne ernsthafte Probleme am Unterboden in South Lake Tahoe auf der Grenze zu Nevada an.

Die Goldgräberstadt ist definitiv einen Besuch wert. Man sollte sich allerdings genau darüber informieren, welche Straße die beste ist, die zum Ziel führt. Oder mit einem Geländewagen unterwegs sein.

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